MSF Tornado Kierspe treten die Euphoriebremse

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Pascal Loskand (links), der hier Budels Miel Looijmans attackiert, und die MSF Tornado Kierspe haben den Einzug ins DM-Halbfinale dicht vor Augen.

Kierspe -  Die letzte Teilnahme der MSF Tornado Kierspe an einem Play-Off-Halbfinale um die Deutsche Motoball-Meisterschaft datiert aus dem Jahr 1992. Stolze 22 Jahre später schicken sich die Volmestädter, die 1990 und 1991 sogar im DM-Endspiel standen, nun an, an die früheren Erfolge anzuknüpfen.

Von Thomas Busch

Nach dem 10:5-Sieg im ersten Viertelfinale bei der MBV Budel steht die Tür zum Halbfinale nämlich ganz weit offen, und die Kiersper müssen im Rückspiel am kommenden Sonntag eigentlich nur noch hindurchgehen.

Dem am Ende deutlichen Erfolg in Nord-Brabant zum Trotz treten allerdings sowohl Tornado-Trainer Daniel Sachs als auch der fünffache Torschütze Oliver Sinn auf die Euphoriebremse. „Ich rechne schon noch mit einem spannenden Rückspiel“, warnte der Coach bereits wenige Minuten nach dem Schlusspfiff davor, den zweiten Vergleich mit der MBV als Selbstgänger einzustufen. Und Sinn gibt zu bedenken: „Auch wenn wir in Kierspe den großen Platzvorteil haben und noch kein Spiel vor heimischen Publikum verloren ging, müssen wir auf der Hut sein.“ Merke: Gebranntes Kind scheut das Feuer. Schließlich lagen im DM-Viertelfinale 2013 nach dem 1:1-Remis in Durmersheim die Trümpfe ebenfalls bei den Kierspern, ehe ihre Träume im Rückspiel ein jähes Ende fanden. Im heimischen Motodrom reichte es nur zu einem 3:3, und dank der bei Treffergleichheit in Kraft tretenden Auswärtstorregel lösten die Gäste das Ticket zur Vorschlussrunde.

Davon, dass sich dieses Szenario nun in ähnlicher Form wiederholen wird, ist bei realistischer Betrachtungsweise und trotz aller verständlicher Vorsicht im Tornado-Lager freilich kaum auszugehen. Zu komfortabel ist der am Samstag herausgespielte Fünf-Tore-Vorsprung, zu überzeugend war die Darbietung der Roten auf dem schnellen Hartplatz in Budel. Zwar gerieten diese im ersten Viertel teilweise mächtig unter Druck – „am Anfang haben wir noch nicht richtig zueinandergefunden“, lautete Daniel Sachs’ Analyse –, bewiesen in den wenigen Situationen vor dem MBV-Tor aber bemerkenswerte Kaltschnäuzigkeit. So bildete die im ersten Abschnitt erspielte 3:1-Führung dann auch die Grundlage für den Sieg.

Zwar ließen sich die Niederländer lange Zeit nicht abschütteln, Schritt für Schritt jedoch bekamen die Kiersper das Spiel in den Griff, hatten neben dem besseren Torhüter spätestens im Schlussviertel auch noch deutlich mehr „Körner“ in petto als der Gegner. Letzterer war immer dann gefährlich, wenn er Platz für sein schnelles Angriffsspiel hatte. Das wiederum war aber eher selten der Fall, „weil es uns gut gelungen ist, immer wieder das Tempo ‘rauszunehmen“, wie Coach Sachs rückblickend feststellte. Darüber hinaus war Budels Spiel ein wenig zu sehr auf Torjäger und Regisseur Miel Looijmans zugeschnitten. Angeführt von Oliver Sinn und Pascal Loskand, waren die Gäste im Vergleich dazu die homogenere Mannschaft, die dem Rückspiel am kommenden Sonntag (Anstoß 15 Uhr) jetzt selbstbewusst entgegensehen kann.

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