Auf einen starken Anfang folgt ein bitteres Ende

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Moritz Cordt (rechts) erzielte in Mörsch zwei der vier Kiersper Tore.

Kierspe - Zeitweise träumte der mitgereiste etwa 50-köpfige Anhang am frühen Samstagabend schon vom großen Coup, aber etwa gegen 20 Uhr fanden sich Fans und Spieler der MSF Tornado Kierspe dann auf dem harten Boden der Tatsachen wieder.

Von Thomas Busch

Mit einer 4:9-Niederlage im Gepäck kehrten die Volmestädter vom ersten Halbfinale um die Deutsche Motoball-Meisterschaft beim MSC Taifun Mörsch zurück. Und die nach dieser deutlichen Schlappe ohnehin nicht sonderlich große Chance, im Rückspiel am kommenden Sonntag das Blatt noch zu wenden, wird noch dadurch geschmälert, dass mit Oliver Sinn eine der Schlüsselfiguren im Team aufgrund seiner Rot-Sperre fehlen wird.

Dass es den Tornados im Gastspiel beim Rekordmeister, der in den 80er- und 90er-Jahren das Maß der Dinge im deutschen Motoball war, nicht gelang, sich eine gute Ausgangslage für den zweiten Vergleich zu verschaffen, hatte mehrere Gründe.

Bezogen auf das zweite Viertel der Partie, einen höchst simplen: Nach dem furiosen 4:1-Start in den ersten 20 Minuten versäumten es die Gäste, gegen immer noch angeknockte Mörscher einen weiteren Treffer nachzulegen.

Doch die jetzt besser sortierte Taifun-Abwehr ließ sich nicht mehr so überrumpeln wie noch zu Beginn, und nach Fitterers glücklichem 4:2 servierte Mörschs Regisseur Palach seinem Torjäger per Traumpass auch noch das dritte Tor für die Badener. Pünktlich zum Halbzeitpfiff hatte der MSC Taifun damit seinen toten Punkt überwunden.

Was danach folgte, war auch ein Ausdruck der Klasse des Süd-Liga-Zweiten um seinen Trainer Holger Witzenbacher. „In solchen Situationen merkst du dann die Erfahrung eines gestandenen Trainers und die Variantenvielfalt eines Rekordmeisters“, umschrieb es Tornado-Coach Daniel Sachs, der im dritten Abschnitt mitansehen musste, wie Palach und Co. seinen Schützlingen das Heft aus der Hand nahmen.

Eine adäquate Antwort darauf blieben die Tornados, denen es speziell im Auftaktviertel noch gelungen war, das schnelle Spiel des Gegners zu unterbinden, schuldig. Palachs „Pfund“ aus fast 20 Metern Torentfernung bedeutete nach 46 Minuten den Ausgleich, und jetzt nutzten die Mörscher den Umstand, dass die Kiersper immer hektischer agierten, eiskalt aus.

Für zusätzliche Unruhe bei den Tornados sorgten die Schiedsrichterentscheidungen, die nicht nur in strittigen Situationen überwiegend zu Gunsten der Platzherren ausfielen.

Dass den Referees, dem inzwischen für Kobra Malchin pfeifenden Leverkusener Markus Leißner und dem vereinslosen Kiersper Marco Friedrich, unter gewöhnungsbedürftigem Flutlicht der Durchblick immer mehr abhanden kam, rief beim Sachs-Team zusätzlichen Frust hervor. Und dass selbiger in dieser kritischen Phase nicht förderlich war, versteht sich von selbst.

Wäre das Spiel nach 60 Minuten beendet gewesen, hätten die MSF Tornado mit dem zu diesem Zeitpunkt zu Buche stehenden 4:6 sicherlich noch recht gut leben können. Das bittere Ende ist indes bekannt: Auch im Schlussviertel konnten die Kiersper die schnellen Angriffe der Mörscher allem Bemühen zum Trotz nicht unterbinden, kassierten im finalen Abschnitt noch drei Grüne Karten und mussten noch drei weitere Gegentore sowie die Rote Karte gegen Oliver Sinn quittieren.

Angesichts der Schiedsrichterleistung war Sinns verbale Entgleisung gegen Referee Leißner in gewisser Weise sogar verständlich – was nichts daran ändert, dass der Routinier seiner Mannschaft einen Bärendienst erwiesen hat. Festzuhalten bleibt aber auch, dass die im Spielbericht auf der Homepage des MSC Taifun Mörsch publizierte These, Leißner/Friedrich hätten eine „souveräne Leistung“ geboten, wohl eher dem Reich der Fabel entstammt.

Am Sonntagnachmittag hat der MSC Ubstadt-Weiher derweil einen weiteren Schritt auf dem Weg zur dritten Deutschen Meisterschaft in Folge gemacht. Sein Halbfinal-Hinspiel beim MSC Puma Kuppenheim gewann der Titelverteidiger mit 8:4 (2:2, 1:0, 4:1, 1:1). Dabei trafen Marco Weis, Andre Retich (je 3) und Kevin Fröhlich (2) für die Gäste sowie Benjamin Walz und Max Schmitt (je 2) für die Kuppenheimer.

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