Tennis

LTV-Youngster freut sich über Wildcard

Moritz Pieper, Lüdenscheider TV von 1899
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Freut sich auf seinen Turnierauftritt im August: Moritz Pieper.

Beim ATP-Challenger-Turnier im August in Lüdenscheid wird auch ein Youngster des LTV von 1899 mitmischen.

Lüdenscheid – Komplett überraschend kam die Nachricht nicht mehr für Moritz Pieper. Dass er als Kandidat im Gespräch war, wusste er von seinem Vereinstrainer Artur Tomaszewski bereits. Glücklich machte die Nachricht über die Entscheidung ihn am späten Donnerstagabend dann indes doch: Der Youngster aus dem Verbandsliga-Team des Lüdenscheider TV von 1899 erhält eine Wildcard für das Turnier der ATP Challenger Tour, das vom 14. bis zum 22. August auf der Anlage des Traditionsvereins am Stadtpark stattfindet. „Das ist eine große Ehre für mich“, sagt Pieper, der einen Tag vor dem Turnierstart 17 Jahre alt wird, „ich freue mich riesig, dabei sein zu dürfen.“

„Ein bis zwei Wildcards sind es für den Gastgeber im Einzel, dazu eine im Doppel“, erklärt Rogier Wassen, Turnierchef beim Gastspiel der Tennisprofis aus aller Welt in der Bergstadt Lüdenscheid. Der Ex-Profi aus den Niederlanden, der lange für den LTV 99 in der Westfalenliga spielte und inzwischen in Olpe lebt, hatte am Donnerstagabend mit den Verantwortlichen des LTV 99 zusammengesessen und unter anderem auch über die Wildcard-Fragen gesprochen. „Es gibt ja auch noch Wildcards, die dem WTV und dem DTB zustehen bei so einem Turnier“, sagt Wassen, „wie es ganz konkret aussehen wird, wird man erst drei Wochen vor dem Turnier wissen.“

Klar ist, dass mit Dustin Brown ein Zugpferd auf jeden Fall am Stadtpark aufschlagen soll (wir berichteten). Der Deutsch-Jamaikaner, der schon in Wimbledon gegen Rafael Nadal gewonnen hat und für Deutschland im Daviscup im Einsatz war, ist in der Weltrangliste auf Position 290 abgerutscht, sodass es sein könnte, dass der Veranstalter auch ihm eine Wildcard geben muss, damit er spielen kann. Üblicherweise stehen die Teilnehmer der Serie in der ATP-Weltrangliste zwischen Rang 100 und 200. 32 Aktive werden im Hauptfeld das Einzel spielen, vorher findet eine Qualifikation mit 16 Spielern statt. Dazu treten 16 Doppel in der Turnierwoche an, um um den Sieg und Punkte für die Weltrangliste zu kämpfen.

Zweite Wildcard für Dennis André Dutiné?

„Wahrscheinlich wissen wir erst spät, ob es eine oder zwei Wildcards für den LTV 99 sein werden“, sagt Rogier Wassen. Sollte es eine weitere Wildcard geben, so würde diese Dennis André Dutiné erhalten. Der Siegener aus dem Verbandsliga-Team des LTV 99 ist sogar noch ein Jahr jünger als Moritz Pieper, trainiert wie der Lüdenscheider in der Förderung des WTV am Stützpunkt in Kamen. „Die beiden und dazu Dino Jablonski hatten wir für die Wildcards ins Auge gefasst“, sagt Wassen, „aber bei Dino hatte sich das schnell erledigt, weil er zu dieser Zeit im Urlaub ist.“ Jablonski ist langjähriger Weggefährte und ein guter Freund Wassens – auch für den Dauerbrenner im Lüdenscheider Tennis wäre ein Start bei einem ATP-Challenger-Turnier ein spätes Karriere-Highlight gewesen.

Im Doppel werden für den LTV 99 Lennart und Ludger Fastabend die Wildcard erhalten. „Das ist eine richtig coole Sache“, sagt Lennart Fastabend, „das Turnier ist ein tolles Event – sowohl für den LTV 99 als auch für die Stadt Lüdenscheid. Da dabei sein zu dürfen, das ist eine große Ehre für uns. Auch wenn es sicherlich unrealistisch ist, da etwas zu holen. Aber allein das Dabeisein ist eine Riesensache für uns.“

Auf so einer Bühne will man sich natürlich so gut präsentieren, wie es geht.

Moritz Pieper

Ähnlich sieht es Moritz Pieper für seinen Einzelauftritt im August. „Auch wenn man da sicherlich nichts holen wird, ist es für mich ein absoluter Ansporn: Auf so einer Bühne will man sich natürlich so gut präsentieren, wie es geht.“ Pieper ist zwar am Stützpunkt in Kamen voll im Training – allerdings liegt der letzte Wettkampf, sprich: ein Turnier, für ihn inzwischen mehr als sechs Monate zurück. „Wir spielen am Wochenende zwar unter uns am Stützpunkt kleine Turniere, aber das ist natürlich nicht dasselbe.“

Immerhin könnte es sein, dass für Moritz Pieper am nächsten Wochenende das erste Turnier der Saison wartet – in Frankfurt/Main. „Alle sollen da mit frischem negativen Schnelltest antreten dürfen, hoffentlich findet es statt“, sagt der Lüdenscheider, der in der Zeit des Lockdowns einen konkreten Plan gefasst hat: Nach dem Abitur möchte Pieper gerne im Sommer 2022 auf einem US-College intensiv Tennis spielen, auf dem Court dann richtig angreifen. Der Start beim ATP-Challenger-Turnier und dieses nächste große Ziel sind dieser Tage der beste Motivationsersatz angesichts des Mangels an anderen großen sportlichen Herausforderungen. Dafür arbeitet Pieper gerne in Kamen. Intensiv, fleißig – und nun erst einmal mit einem klaren Fokus auf ein ganz besonderes Heimspiel am Lüdenscheider Stadtpark.

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