Gute Nerven sind gefragt

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Für Tugay Güner steht das Kickboxen im Mittelpunkt, als Belohnung fährt er zur Weltmeisterschaft nach Rimini.

Lüdenscheid - Der Lüdenscheider Kickboxer Tugay Güner (WAKO-Verband) steht vor dem wichtigsten Wettkampf seiner jungen Karriere: Der 18-Jährige reist zur Weltmeisterschaft für die „Jugend und Junioren 2014“ nach Rimini (Italien).

Von Emanuel Holz

Der WM ordnet der zielstrebige Bergstädter alles unter, fünfmal pro Woche – je zwei Stunden – stand Güner in der Vorbereitungsphase im Ring. Hinzu kamen Lauf- und Krafttraining am Wochenende. Dementsprechend hoch sind die Ansprüche an sich selbst: „Ich will auf jeden Fall unter die ersten Drei. Wenn man schon dabei ist, dann will man auch eine gute Platzierung.“ In der Altersklasse der 16- bis 18-Jährigen (Leichtkontakt/bis 57 Kilogramm) tritt Güner in einem 22 Mann starken Starterfeld an, gekämpft wird im „Knockout-Modus“ – wer verliert, fliegt raus. Maximal zwei Duelle pro Tag (drei Runden über je zwei Minuten) erwarten ihn. Wann und gegen wen er antritt, erfährt der Kickboxer erst vor Ort, denn die Duelle sind noch nicht ausgelost. Fest steht hingegen das Starterfeld: U.a. sind Kämpfer aus Madagaskar, der Slowakei und Slowenien potenzielle Kontrahenten.

Trainerin Marion Fiedler, die Güner seit Ende 2008 und damit von Karriere-Beginn an betreut, weiß um die schwere Aufgabe: „In Rimini trifft die Creme de la Creme auf die Creme de la Creme. Vor allem die Osteuropäer sind sehr starke Gegner.“

Um bestens vorbereitet zu sein, hat Güner das Trainingspensum heruntergefahren, zuletzt stand „nur“ noch Technik-, Taktik- und leichtes Ausdauertraining auf dem Programm: „Das harte Sparring ist vorbei, jetzt wollen wir nur das Level halten“, meint Fiedler, die vor dem Livestream mitfiebern wird.

Güner ist die deutsche Nummer eins seiner Alters- und Gewichtsklasse, Ende Juni erfuhr er von seiner Nominierung durch die Bundestrainer, die allerdings keine große Überraschung war. Der 18-Jährige, der seit August eine Ausbildung zum Tischler absolviert, hatte sich in allen wichtigen Ausscheidungswettkämpfen, unter anderem bei der Deutschen Meisterschaft (1.), der Internationalen Deutschen Meisterschaft (2.) und NRW-Landesmeisterschaft (1.) bestens präsentiert.

„Seit sechs Jahren bin ich fast jeden Tag beim Training. Beim Sport habe ich viel fürs Leben gelernt: Disziplin, Ziele setzen und Dinge durchzuziehen.“ Mit drei weiteren Kämpfern wird er Deutschland bei der WM vertreten: „Es ist eine Ehre für mich, dabei zu sein.“

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