Handball

"Nerviger, kleiner Bruder"

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Inzwischen eine feste Größe beim Kreisnachbarn in Menden: Der Ex-SGSHer Moritz Eigenbrodt.

Menden - Als Micky Reiners im Sommer nach einem Jahr in Augustdorf zur SG Menden Sauerland Wölfe zurückkehrte, titelte die Lokalzeitung vor Ort. „Der König von Menden ist zurück“. Reiners hatte die Wölfe in der Spielzeit 16/17 zu Oberliga-Meisterschaft und Drittliga-Aufstieg geführt und dann an Sascha Simec übergeben. Nun also ist Reiners wieder da und mit ihm eine erstaunliche Erfolgsserie.

Trotz des Verlustes erfahrener, wichtiger Leistungsträger (u.a. Vogler, Heunemann, Flor) ist die SG aktuell mit 11:7-Punkten Sechster der Tabelle, besiegte zuletzt sogar deutlich den Longericher SC. Vor dem MK-Derby am Freitagabend um 20 Uhr in der Mendener Kreissporthalle gegen den Tabellendritten SGSH Dragons schaut Micky Reiners im Gespräch auf die bisherige Erfolgsserie, aber auch auf den freitäglichen Gegner aus Halver und Schalksmühle.

Micky Reiners, erst einmal Glückwunsch zu einer Traumbilanz nach neun Spielen. Haben Sie damit gerechnet?

Reiners: Auf jeden Fall sind wir damit sehr zufrieden. Elf Punkte aus neun Spielen – das ist für eine Mannschaft wie uns sehr gut. Wenn man es sich genau anschaut, haben wir allerdings auch Heimspiele gegen direkte Konkurrenten gehabt, gegen die Aufsteiger. Das sind Punkte, die man holen muss, wenn man drin bleiben will. Der Auswärtssieg in Volmetal und der Erfolg gegen Longerich haben uns zuletzt allerdings zusätzlich sehr gut getan. Wir freuen uns für den Moment, aber es ist klar, dass das noch nicht reicht. Wir müssen weiter punkten, um die Klasse zu halten.

Was ist das Geheimnis Ihres aktuellen Erfolges?

Reiners: Die hohe mannschaftliche Geschlossenheit. Dazu haben wir im Moment das Selbstvertrauen, eine breite Brust und eine extrem gute Stimmung in der Mannschaft. Und ganz so schlecht sind wir nicht. Wir müssen uns für die elf Punkte nicht entschuldigen. Wir können ein bisschen was – ob es für Schalksmühle reicht, müssen wir sehen.

Das MK-Derby ist ein besonderes Spiel, gerade jetzt dürfte es eine ganz besondere Atmosphäre garantieren. Sie sind gut drauf, aber sicher der Außenseiter...

Reiners: Klar sind wir der Außenseiter. Schalksmühle hat noch nicht verloren. Am Ende sind wir eine große Handballfamilie, und da wollen wir am Freitag der kleine, nervige Bruder sein, der ein bisschen ärgert und reinpiekt. Ab und zu haut der große Bruder dann aber auch kräftig dazwischen. Das kann uns auch passieren. Die SGSH hat eine absolute Top-Mannschaft, sie hat noch kein Spiel verloren, und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dies auch am Freitag so bleibt. Aber wir ergeben uns nicht kampflos. Wir wollen schauen, was an diesem einen Tag geht. Wir brauchen einen Sahnetag, und die SGSH müsste einen gebrauchten Tag erwischen. Auf jeden Fall hoffen wir, dass es ein knappes Spiel wird.

Wie beurteilen Sie als Gegnertrainer die SGSH aus der Distanz? Was macht ihren Gegner im Moment so stark?

Reiners: Es ist einfach viel Qualität in der Mannschaft. Schalksmühle kann bedenkenlos durchwechseln, hat eine sehr starke Abwehr, einen guten Innenblock, ein starkes Torwartgespann, auch wenn Plessers nicht dabei ist gegen uns. Dazu kommt das starke Umschaltspiel. Es ragt kein Spieler heraus, aber dafür ist das Team von jeder Position gefährlich. Und wenn einer einen schlechten Tag hat, dann kommt halt ein anderer...

Sie haben mit Dominik Spannekrebs und Moritz Eigenbrodt zwei Ex-Akteure der SGSH. Ist es auch deshalb ein besonderes Spiel?

Reiners: Für mich nicht, aber für die beiden vielleicht, wobei: für Moritz eher als für Dominik. Dominik hat sich aus dem letzten Pokalspiel der SGSH gegen die Panther eine Meniskus-Verletzung mitgebracht nach Menden. Er hat überhaupt erst 50 Minuten gespielt in dieser Saison, ist dann operiert worden. Das ist nicht so optimal gelaufen. Er hat in dieser Woche erstmals wieder komplett mit dem Team trainiert. Moritz dagegen ist schon voll angekommen bei uns. Er hat als Spielmacher viele Anteile und macht das auch sehr gut. Wir haben ihn ja auch für den Rückraum geholt.

Bei der SGSH war Eigenbrodt eher der Linksaußen.

Reiners: Deshalb ist er auch gewechselt, genauso wie Dominik. Beide haben nie ein böses Wort über Schalksmühle gesagt, aber die Perspektiven, bei uns zu spielen, sind für beide einfach besser, weil wir einfach nicht so gut besetzt sind. Schalksmühle ist da zwei, drei Schritte weiter. Ich habe jetzt erst gelesen, dass Schalksmühle in NRW die höchste Millionärsdichte hat. So etwas mag auch beim Etat helfen. Der ist nicht vergleichbar mit unserem. Auf der anderen Seite muss man mit dem Geld auch das Richtige machen. Das scheint in Schalksmühle der Fall zu sein. Die Entwicklung dort ist super. Die Mannschaft gehört zu den ‘Top 3’ der Liga, und auch da muss man am Ende erst mal schauen, wer da die Nase vorn haben wird.

Micky Reiners, vielen Dank für das Gespräch!

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