Boxen

Ein Faustkämpfer in der Warteschleife

Derzeit bleibt ihm nur der Sandsack: Kerem Yildirim.

Die Corona-Pandemie macht auch vor dem Sport nicht hält. Den ambitionierten Boxer Kerem Yildirim zwingt sie in die Warteschleife.

Meinerzhagen – Gut ein Jahr ist es nun her, dass der Meinerzhagener Kerem Yildirim den Sprung ins Profi-Lager wagte. Der Start hätte für den Mittelgewichtler und Rechtsausleger dabei kaum besser laufen können: Ende 2019 gelang ihm in Wuppertal ein K.o.-Sieg in Runde eins gegen den Bulgaren Krasimir Petkov. Im Januar 2020 legte Kerem Yildirim in Remscheid mit einem weiteren souveränen Erfolg nach: Durch technischen K.o. in Runde zwei behauptete er sich gegen Yesilat Berkta aus der Türkei.

Entsprechend hoffnungsvoll blickte der Volmestädter, dessen Vorbilder „Gentleman“ Henry Maske und Box-Legende Max Schmeling sind, damals auf das weitere Jahr. Bis Juni sollte der nächste Kampf folgen, im weiteren Verlauf des Jahres mindestens ein weiterer – als Schritte auf dem Weg zum großen Ziel, der Deutschen Meisterschaft.

Doch es kam alles ganz anders. Ab März stellte die Corona-Pandemie weltweit das gesellschaftliche und damit natürlich auch das sportliche Leben völlig auf den Kopf. Auch Kerem Yildirims Pläne wurden durch die Corona-Krise über den Haufen geworfen. „Das war natürlich ziemlich enttäuschend für mich“, erzählt der Meinerzhagener. So konnte er für geraume Zeit weder Box-Gym noch Fitnessstudio besuchen.

Um seinen Fitnesslevel hoch zu halten, trainiere er viel draußen, berichtet Yildirim. Neben vielen Laufeinheiten zählen zu seinem Training unter freiem Himmel auch Schattenboxen sowie Kraft- und Ausdauerübungen. Immerhin: Seit einigen Wochen kann inzwischen auch wieder in Hallen trainiert werden. So besucht Kerem Yildirim mittlerweile wieder dreimal pro Woche eine Box-Trainingsstätte und zudem einmal pro Woche ein Hallenbad, um dort Schwimmeinheiten für Regeneration und Ausdauer zu absolvieren.

Trainiert wird alleine. Sparringseinheiten seien noch nicht möglich, erzählt der 28-Jährige und nennt ein weiteres Beispiel: „Jeder trainiert für sich an einem Sandsack. Und die Sandsäcke dazwischen werden aus Abstandsgründen nicht besetzt.“ Zudem hält er sich mit Koordinations- und Balanceübungen, die man alleine ausüben kann, fit.

Kämpfe und Turniere visiert der Sauerländer erst für das Jahr 2021 wieder an. Zwar hatte er vor, an einer Veranstaltung in Remscheid teilzunehmen, die mit entsprechendem Hygiene- und Sicherheitskonzept für Ende Oktober geplant war, doch angesichts der unsicheren Corona-Lage und der ungewissen Zukunft wurde die Veranstaltung dann wieder abgesagt.

Gleichwohl bleibt Kerem Yildirim gelassen. „Es läuft mir ja nichts weg“, betont er. Geduldig bleiben, sei daher die Devise – zumal er auch als Vorbild für die Jugend dienen will. Vernunft ist also Trumpf: Besser sich in Geduld üben, als in Corona-Zeiten zu früh wieder in den Boxring steigen.

Auf seine treuen Unterstützer kann Kerem Yildirim dabei weiterhin zählen. Mit Weltmeisterin Özlem Sahin aus Ludwigsburg und dem türkischen Box-Nationaltrainer Turgut Dereköylü steht der Meinerzhagener in telefonischem beziehungsweise schriftlichem Austausch. Und im Juli fand ein Treffen mit seinem Sponsor Dr. Erdal Osmancelebioglu statt, der in Essen das Ingenieurbüro für Bauplanung und Bauberatung „er-baut“ betreibt. Fazit des Gesprächs: Der Fokus des Meinerzhageners liegt weiterhin auf der Deutschen Meisterschaft.

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