Fußball-Oberliga

Spätes 1:1 verdirbt Oberliga-Premiere

+
Bitter für den RSV: In der Nachspielzeit kassierten Fisnik Zejnullahu (rechts) und Co. noch den Ausgleich.

Meinerzhagen – In letzter Sekunde mutierte das Oberliga-Auftaktspiel des RSV Meinerzhagen gegen Westfalia Rhynern noch zu einem Auftakt der durchwachsenen Art. Ein Strafstoß in der Nachspielzeit bescherte dem Gast den 1:1 (1:0)-Ausgleich, der sich für den RSV wie eine Niederlage anfühlte.

600 Zuschauer bildeten die Kulisse für den ersten Oberliga-Auftritt des RSV, der vor der Pause arm an Höhepunkten war. Gegen Rhynerns kompakte 4-4-2-Formation gelang es den wie gewohnt im 4-1-4-1 agierenden Meinerzhagenern zu selten, das Spiel so richtig schnell zu machen. Doch die nach vorn deutlich aktivere Mannschaft waren sie trotzdem, zumal bei der Westfalia der Vorwärtsgang klemmte. Dass hüben wie drüben Nervosität mitspielte, war verständlich; allerdings hatte der Vorjahresfünfte weitaus mehr Respekt vor dem RSV als umgekehrt.

Der für die Meinerzhagener historische Moment ereignete sich dann in der 32. Minute: Kapitän Julian Jakobs flankte auf den kurzen Pfosten, Ewald Platt war handlungsschneller als gleich drei gegnerische Abwehrspieler und drückte den Ball aus kurzer Distanz ins Netz. Aufs Spiel gesehen, ging dieses erste Oberliga-Tor der 98-jährigen Klubgeschichte auch absolut in Ordnung.

Wer nach dem Seitenwechsel mit einem in der Vorwärtsbewegung entschlosseneren Auftreten der Gäste gerechnet hätte, sah sich getäuscht. Der RSV behielt die Spielkontrolle, und obendrein häuften sich nun auch die Torgelegenheiten. Allein: Das 2:0, das die Vorentscheidung bedeutet hätte, gelang weder Ewald Platt (51.) noch den Jokern Marcel Kandziora (64.) und Ron Berlinski, dessen Kopfball Gäste-Keeper Hahnemann bravourös aus dem Winkel fischte (70.).

Dennoch lief scheinbar weiterhin alles für den Aufsteiger, denn in der 73. Minute gab’s für Westfalia-Mittelfeldmann Stöhr die „Ampelkarte“. Von diesem Platzverweis profitierten kurioserweise jedoch die Rhyneraner – und zwar deshalb, weil ihnen nun offenbar bewusst wurde, dass sie nichts mehr zu verlieren hatten. Weil zwei weitere vergebene RSV-Chancen – Berlinski köpfte drüber (76.), Can Sakar traf nur den Pfosten (88.) – die Kaminski-Elf im Spiel hielten, wurde es so auf der Zielgeraden noch einmal spannend.

Die Gäste beorderten bei Standards nun selbst Torwart Hahnemann nach vorn, und in der dritten Minute der Nachspielzeit folgte schließlich der Aufreger des Tages: Bei Sakars Klärungsversuch ging Westfalia-Verteidiger Joswig zu Boden, und Schiedsrichter Weller (Neunkirchen) zeigte auf den Elfmeterpunkt. Eine Fehlentscheidung, so der erste Eindruck des Chronisten. Doch nach späterem Videostudium war dieser Strafstoß dann doch einer aus der Kategorie „Kann man geben“.

Etliche Proteste und Diskussionen später trat Lennard Kleine aus elf Metern an und traf mit Rhynerns erstem und einzigem Torschuss zum 1:1; danach war direkt Schluss. Der Frust der Meinerzhagener Anhänger darüber war verständlich – nicht aber die Attacke eines „Fans“ auf den Schiri-Assistenten, den er mit einer Fahne schlug, bevor die Ordner eingreifen konnten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare