Fußball-Oberliga

RSV stürmt auf den zweiten Platz

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Erst traf er, dann musste er mit Wadenproblemen raus: Ewald Platt (links).

Meinerzhagen – Binnen drei Jahren ging’s von der Bezirks- in die Oberliga, und auch in der fünfthöchsten Spielklasse sorgt der RSV Meinerzhagen nun für Furore: Nach seinem 3:1 (2:1)-Erfolg über den FC Gütersloh ist er stolzer Tabellenzweiter im westfälischen Fußball-Oberhaus.

Das Stadion an der Oststraße ist für Mannschaften aus Ostwestfalen ganz offensichtlich kein gutes Pflaster – diese Erfahrung hatten vor den Güterslohern auch schon die ebenfalls dort unterlegenen SC Verl und SC Wiedenbrück gemacht. Und auch der einstige Zweitligist kam im Sauerland nicht für Zählbares in Frage, hätte sich über eine höhere Niederlage nicht beschweren dürfen. Speziell in der letzten halben Stunde des recht einseitigen Spiels gingen die Meinerzhagener eine Spur zu großzügig mit ihren Torchancen um und verpassten so den durchaus möglichen nächsten Kantersieg.

Zwar hatten bei ungemütlichem Dauerregen nur 300 zahlende Zuschauer den Weg ins Stadion gefunden, doch die RSV-Elf ließ sich weder vom Wetter noch von der etwas weniger berauschenden Kulisse beeindrucken.

Die Volmestädter begannen druckvoll und lagen sich bereits in der fünften Spielminute zum ersten Mal jubelnd in den Armen. Munter hatte sich der Liga-Neuling in den gegnerischen Strafraum kombiniert, und dort traf der für Ron Berlinski in die Startformation gerückte Andreas Spais aus der Drehung zur 1:0-Führung.

Die fraglos kurioseste Szene der Begegnung folgte nur drei Minuten später: In Bedrängnis schlug Eric Yahkem den Ball in Richtung eigenes Tor, und weil der FCG-Außenverteidiger das ziemlich vehement tat, klatschte die Kugel ans Lattenkreuz. Von dort sprang sie ins Feld zurück und fiel dem Meinerzhagener Ewald Platt vor die Füße, der mit einem platzierten Flachschuss seinen übrigens schon dritten Saisontreffer erzielte.

Fortan ließ der RSV Ball und Gegner laufen, derweil den Gästen die Schockwirkung, die dieser frühe Doppelschlag auf sie hatte, deutlich anzumerken war. Bis zur 23. Minute – da nämlich verloren die Platzherren auf der rechten Seite den Ball und schalteten die Gütersloher blitzschnell um. Nutznießer war der im Zentrum durchgestartete Kapitän Lars Schröder, der den herausstürzenden Johannes Focher zum Anschlusstor überwand.

So überraschend dieses 2:1 gekommen war, so sehr veränderte es bis zur Pause die Statik der Partie: Dem FCG lieferte das Tor wertvolle Schrittmacherdienste, der RSV agierte jetzt zurückhaltender. Hinzu kam, dass Gäste-Schlussmann Berkay Yilmaz bei Alessandro Tomasellos Linksschuss zur Stelle war (35.).

Die Halbzeitpause aber wusste der RSV ganz offensichtlich deutlich besser zu nutzen: Die Meinerzhagener schnauften durch und kamen hochkonzentriert aus der Kabine. Folge: Durchgang zwei war nicht ganz drei Minuten alt, als Spais zum zweiten Mal zuschlug. Nach Zuspiel des immer stärker werdenden Marcel Kandziora behauptete er sich im Zweikampf mit Marcel Lücke und vollstreckte zum 3:1.

Damit war die Messe an der Oststraße im Prinzip schon gelesen. Während der RSV bei nun trockener Witterung klar dominierte, brachte Gütersloh das Spielgerät nur bei Yahkems Kopfball überhaupt aufs Meinerzhagener Tor (82./Focher parierte). Auf der Gegenseite bot sich den Gastgebern hingegen eine ganze Handvoll guter Gelegenheiten, die sie indes samt und sonders liegen ließen. Unter anderem trafen Raphael Gräßer (85.) und Can Sakar (90.) jeweils den Pfosten.

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