Fußball-Regionalliga

Mutlu Demir tritt auf die Euphoriebremse

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Nach Wiedenbrücks Aufstiegsverzicht deutet vieles darauf hin, dass es der RSV Meinerzhagen (rechts Adil Elmoueden) und Rot-Weiß Ahlen (links Giuliano Nieddu) im Gleichschritt in die Regionalliga schaffen könnten.

Meinerzhagen  Gerüchte über einen eventuellen Regionalliga-Verzicht des SC Wiedenbrück waberten schon seit Monaten durch die westfälische Fußballszene. Nichtsdestotrotz hatte die Nachricht vom frühen Montagabend, dass der Tabellenführer der Fußball-Oberliga keinen Antrag für die 4. Liga stellen und freiwillig fünftklassig bleiben wird, den Charakter eines Paukenschlags, der dem heimischen RSV Meinerzhagen nicht ungelegen kommt.  

Bis vor wenigen Tagen hatte alles auf einen Dreikampf hingedeutet: Daran, dass der SC Wiedenbrück, der RSV Meinerzhagen und RW Ahlen die beiden Aufstiegsplätze unter sich ausmachen würden, bestanden im Prinzip keine Zweifel. Aus dem selbstgewählten Wiedenbrücker Aus könnte man im Umkehrschluss ableiten, dass Meinerzhagen und Ahlen jetzt eigentlich nur noch auf der Bahn bleiben müssen.

Denn von der Punktzahl her bewegt sich der SC Paderborn 07 II derzeit zwar in Schlagdistanz zu den drittplatzierten Ahlenern, doch das relativiert sich dadurch, dass RWA gleich vier und der Rangzweite aus Meinerzhagen immerhin zwei Spiele weniger bestritten haben als der momentan nächste Verfolger.

Der These, der Oberliga-Zweite und -Dritte hätten die Ziellinie dementsprechend also bereits vor Augen, tritt RSV-Trainer Mutlu Demir jedoch entgegen und wehrt voreilige Glückwünsche zum Aufstieg entschieden ab: „Wir haben noch 14 Spiele vor uns – das ist eine ganze Menge, da kann noch viel passieren.“

Gleichwohl hat Wiedenbrücks Verzicht die Regionalliga-Chancen der Meinerzhagener natürlich deutlich vergrößert. Und daraus, dass die Blau-Weißen die 4. Liga anpeilen, machen sie keinen Hehl: „Wir werden den erforderlichen Antrag auf jeden Fall stellen“, sagt der 1. Vorsitzende Dirk Rebein. Gleiches gilt für Rot-Weiß Ahlen, wie Vorstandsmitglied Gero Stroemer auf Nachfrage mit dem Hinweis auf die beim einstigen Zweitligisten ohnehin schon vorhandene Infrastruktur bestätigte.

Während der Tabellenfünfte FC Eintracht Rheine vor Wochenfrist ankündigte, vorsorglich ebenfalls den Regionalliga-Antrag zu stellen, bleibt diese Frage in Bezug auf den SC Paderborn 07 II unbeantwortet. Auf entsprechende Anfrage unserer Zeitung verwies die SCP-Geschäftsstelle an die Abteilung Kommunikation des Bundesligisten, deren Mitarbeiter aber weder gestern noch am Dienstag telefonisch erreichbar waren.

Definitiv sicher ist dank der für die Oberliga gültigen Auf- und Abstiegsregelung hingegen, was passiert, wenn eine oder beide der am Saisonende erstplatzierten Mannschaften die Regionalliga-Zulassung nicht beantragt haben oder die erforderlichen Bedingungen für die 4. Liga nicht erfüllen: Dann „geht das Aufstiegsrecht nacheinander auf die beiden nächstplatzierten Vereine/Mannschaften über, sofern diese die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Dahinter platzierte Vereine/Mannschaften sind nicht aufstiegsberechtigt“.

Zwei Wege in Richtung DFB-Pokal

Der Einzug in den DFB-Pokal ist für Amateurvereine ein lohnendes Ziel: Allein schon in der 1. Hauptrunde winkt eine garantierte Einnahme im unteren sechsstelligen Bereich. Aus dem Bereich des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW) qualifizieren sich jedes Jahr zwei Amateurvertreter für den Wettbewerb – der Gewinner des Westfalenpokals sowie der Sieger eines unmittelbar nach Saisonende anstehenden Entscheidungsspiels zwischen dem besten westfälischen Regionalligisten und dem Meister der Oberliga Westfalen.

Für den RSV Meinerzhagen bedeutet das, dass er in Sachen DFB-Pokal-Einzug noch zwei Eisen im Feuer hat: Zum einen steht er im Verbandspokal in der Vorschlussrunde, zum anderen hat er die Chance auf den Oberliga-Titel. Wichtig in diesem Zusammenhang: Vom Aufstiegsverzicht des SC Wiedenbrück bleibt dessen Recht, als möglicher Meister am Entscheidungsspiel teilzunehmen, natürlich unberührt.

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