Selbstkritische SGSH nach Niederlage in Krefeld

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Mit heißem Herzen bei der Sache: SGSH-Spielmacher Mateusz Rydz traf am Samstag in Krefeld zweimal und machte im Angriff viel Druck – zum Sieg beim Spitzenreiter reichte es aber nicht.

Schalksmühle -  Was Olaf Mast am Montagabend tatsächlich mit seiner Mannschaft trainiert hat, ist nicht überliefert. Wohl aber stellte der Trainer des Drittliga-Spitzenreiters HSG Krefeld am Samstagabend fest: „Wenn ich am Montag meine Spieler im Training 4:4 spielen ließe – sie würden wahrscheinlich jeden Ball ins Tor werfen.“

Von Thomas Machatzke

Es hatte den Ex-Nationalspieler geärgert, wie sehr sein Team an jener 4:4-Situation gescheitert war, die die SGSH in der Sporthalle in Königshof mit der doppelten Manndeckung ab Minute 26 kreiert hatte. „So etwas geht nicht immer gut“, sagte Mathias Grasediek mit zwei Tagen Abstand, „aber wir mussten etwas versuchen – und die Krefelder waren nach dem hohen Tempo natürlich auch nicht mehr so frisch gegen diese Abwehrvariante.“

Eine 4+2-Abwehr und ihre Folgen. Aus der einseitigen Handball-Demonstration der HSG bis zum 18:10 war so noch ein umkämpftes, dramatisches Spitzenspiel geworden. „Das Entscheidungsverhalten unter Druck ist ein anderes“, stellte Olaf Mast am Samstagabend fest und nahm sein Team dafür in Schutz, „wir wissen aber trotz des Sieges, dass wir vieles besser machen müssen.“

Es war eine angenehme Bilanzrunde mit den beiden Trainern. Mathias Grasediek stellte gar fest, dass er den Krefeldern den Sieg durchaus gönnen würde – wenngleich er ein Unentschieden für das gerechtere Ergebnis gehalten hätte. Auch mit dem nötigen Abstand und nach Videostudium war der Ärger über die Zweitliga-Referees Kropp/Siebert (Osnabrück) noch nicht verflogen. Ins Zentrum aber stellte Grasediek die Selbstkritik. „Wir machen in den entscheidenden Phasen selbst die Fehler“, stellte der Diplom-Sportlehrer fest, „in der Abwehr stellen wir uns nicht entscheidend in den Weg. Vorne werfen wir am Ende zweimal den Ball weg. Außerdem haben wir im gesamten Spiel aus dem Rückraum zu wenig Durchschlagskraft entwickelt, sind nicht mutig genug in die Situationen gegangen.“ Sich selbst warf der Trainer vor, es in der Offensive nicht zwischendurch mit zwei Kreisläufern probiert zu haben. „Das hätte uns auch für die Defensive andere Möglichkeiten eröffnet“, stellte er fest.

"Bis Weihnachten noch einige schwere Aufgaben"

Es waren die Kleinigkeiten, die die HSG Krefeld an der Tabellenspitze beließen und die SGSH auf Rang vier zurückwarfen. Mit diesem Platz hat Grasediek gar kein Problem. „Auch wenn es alle immer wieder für Understatement halten – wir haben ganz andere Ziele“, hatte der Coach am Samstagabend in der Presserunde in der Halle festgestellt, „wir haben bis Weihnachten noch einige ganz schwere Aufgaben und froh darüber, schon ein kleines Polster zu haben.“ Und er ergänzte gleichwohl nicht nur mit Blick auf die Spiele gegen Hagen, in Leichlingen und gegen Minden II, sondern auch mit Blick aufs Rückspiel gegen Krefeld: „Es ist auch nicht einfach, uns zu schlagen. Wir wehren uns mit guter Abwehrarbeit. Und zu Hause schaffen wir das noch stärker als auswärts.“

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