Matchplan der Rot-Weißen geht in Wenden nicht auf

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RWL-Routinier Lars Scheerer tankt sich gegen VSV-Abwehrchef Marco Bäumer durch und legt vorbei an Keeper Manuel Wolff mustergültig für Redouane El Alami auf, doch der scheiterte.

Lüdenscheid - „Ich denke, wir haben dennoch eine sehr gute Vorrunde gespielt.“ Auch von der zweiten Niederlage im 14. Saisonspiel am Sonntag beim 0:1 als Gast der VSV Wenden lässt sich Rot-Weiß Lüdenscheids Trainer Marco Sadowski die Laune nicht verderben.

Gleichwohl ärgert ihn, dass die Schlappe in Schönau, wo RWL in der Vergangenheit in den seltensten Fällen gut ausgesehen hatte – der letzte Sieg datiert von 2008 – höchst unnötig war. Denn: „Die besseren Chancen hatten eindeutig wir“, sprach der Coach vor allem die beiden Riesenmöglichkeiten direkt vor dem Wechsel an, als RWL durch El Alami und Güzelcümbüs spätestens hätte in Führung gehen müssen.

„Ich bin überzeugt, dann wäre unser Matchplan aufgegangen“. Matchplan hieß, die Hausherren durchaus mitspielen zu lassen und diesmal bewusst viele lange Bälle über die erste Abwehrkette der Gastgeber hinweg auf die Flügel oder in die Schnittstellen zu spielen. „Das hat phasenweise im sicher nicht starken Spiel ganz gut geklappt und hätte uns bei einer Führung noch mehr Räume eröffnet“, kartet Sadowski nach.

„Dann ist es natürlich dumm gelaufen, dass wir 30 Sekunden nach eigenem Wiederanstoß und unnötigem Ballverlust dann per Konter das Tor kassieren“, trafen für den Coach kurzzeitig alle Negativfaktoren zusammen, inklusive des schweren Brackmann-Patzers, der aber keinen Trainer-Rüffel erhält. „Jonas hat uns so viele Punkte gerettet, da darf er auch mal fehlgreifen.“

Aber der Schock wirkte nach, RWL verlor trotz allen Bemühens etwas an Linie, zumal sich Yasin Güzelcümbüs einen höchst überflüssigen gelb-roten Karton einhandelte. „Es war nicht sein Tag“, räumte der Coach aufgrund des vorzeitigen Duschens und einiger, zu inkonsequent ausgespielter Abschlüsse, ein, nahm den Offensivwirbelwind aber auch in Schutz: Denn den Stürmer hatte wenige hundert Meter vor dem Sportplatz in Schönau ein Getriebeschaden am Auto ereilt und mit Sicherheit die Konzentration gestört.

Überhaupt sehnt RWL nunmehr das letzte Punktspiel des Jahres am Sonntag förmlich herbei, denn die Mannschaft schleppt sich in den vergangenen Wochen beinahe waidwund auf den Platz: Redouane El Alami läuft wegen Knieproblemen nicht ganz rund, mit Matthias Urbas (Schulter), Patrick Klatt (Knie) und Timo Sommer (Oberschenkel) saßen gleich drei angeschlagene Akteure auf der Bank, im Spiel verletzte sich Christos Katsaros (linke Wade) und auch Keeper Jonas Brackmann klagt über Schmerzen im Bein. „Wir spielen irgendwie am Sonntag noch, dann stelle ich aber auch sofort das Training ein“, stellt Sadowski seinen Kickern eine frühe Winterpause in Aussicht.

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