Medizin-Know-How aus Lüdenscheid

Felgenhauer und Lueg bei Frauen-WM in Kanada dabei

Reisen mit der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft zur WM nach Kanada: Physiotherapeut Martin Felgenhauer und Mannschaftsarzt Carsten Lueg aus Lüdenscheid.

Lüdenscheid - Hinter jedem sportlich erfolgreichen Team steht auch eine starke Mannschaft, die die medizinische Betreuung gewährleistet. Nach dem Gewinn der EM im Sommer 2013 wollen die deutschen Fußball-Frauen nun in Kanada Weltmeister werden. Während man auf dem Spielfeld Lüdenscheider Einflüsse vergeblich sucht, ist das medizinische Know-How aus der Bergstadt im Umfeld des Teams wieder sehr gefragt.

Dr. Bernd Lasarzewski, Chefarzt des Sportkrankenhauses in Hellersen im Fachbereich 3 (Schulter- & Ellenbogenchirurgie / Sporttraumatologie / Kniechirurgie), hat dabei medizinisch einmal mehr die Ober-Aufsicht, wird die Gesamt-Organisation koordinieren. Lasarzewski, der früher immer ganz dicht beim Team war, hat als Chefarzt zwar weniger Zeit als früher, zeichnet aber immerhin aus der Ferne für einen reibungslosen Ablauf verantwortlich. Nur in der Vorbereitung weilte der Lüdenscheider diesmal direkt bei der Mannschaft – ist auch am Mittwochabend beim Spiel in der Schweiz vor Ort.

Beim Turnier selbst teilen sich die Aufgaben des Teamarztes wie schon vor zwei Jahren in Schweden beim Gewinn des EM-Titels Ulrich Schmieden aus Kaiserslautern und Carsten Lueg. Der Dortmunder, ein langjähriger Regionalliga-Handballer der SG Schalksmühle-Halver, ist als Facharzt für Orthopädie ebenfalls in Hellersen zu Hause – im Medizinischen Versorgungszentrum, das seit 2008 im Sportkrankenhaus im Lüdenscheider Süden angesiedelt ist.

Auftaktspiel gegen die Elfenbeinküste

Dritter Lüdenscheider im Bunde ist in diesem Jahr zudem Martin Felgenhauer. Felgenhauer ist selbständiger Physiotherapeut, der die Fußballerinnen des DFB seit zwei Jahren betreut und vorher 15 Jahre lang die Athleten des Deutschen Leichtathletikverbandes unterstützt hat. Für Felgenhauer, der nach dem EM-Gewinn zum Team kam und damit voller Vorfreude auf sein erstes großes Turnier mit der Nationalmannschaft ist, geht das WM-Abenteuer bereits am 31. Mai los. Er reist direkt mit der Mannschaft nach Kanada, wo am 7. Juni in Ottawa das erste Turnierspiel für den Europameister gegen die Auswahl der Elfenbeinküste wartet. In der Vorrunden-Gruppe treffen die Fußballerinnen aus Deutschland außerdem auf die Teams aus Norwegen (11. Juni in Ottawa) und Thailand (15. Juni in Winnipeg).

Als Mannschaftsarzt wird in den ersten beiden Spielen zunächst Uli Schmieden beim Team sein. Schmieden und Lueg haben zwei Jahre nach dem Triumph in Schweden zeitlich die Rollen getauscht. Seinerzeit hatte Lueg die Mannschaft in der ersten Turnierhälfte betreut, war dann wieder nach Hause gereist, allerdings zum Finale noch einmal nach Schweden geflogen.

Hoffnung auf WM-Titel

Letzter Test

Am Mittwoch findet in Baden gegen die Schweiz das letzte Testspiel statt (17 Uhr, live im ZDF).

Diesmal nun hat Schmieden den ersten Part beim Team übernommen. Für Carsten Lueg geht es erst am 10. Juni los. „Wenn es bis zum Endspiel geht, werden es dreieinhalb Wochen sein“, sagt der Dortmunder mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Lueg ist erst vor kurzem zum dritten Mal Vater geworden, muss damit auch dreieinhalb Wochen lang aufs Familienleben mit Ehefrau und seinen drei Töchtern verzichten. Trotzdem hoffen Lueg undauch Felgenhauer natürlich darauf, dass nach dem Gewinn des Europameistertitels nun der nächste große Erfolg gelingt und sie den Kanada-Tripp bis zum Ende auskosten können. An der medizinischen Versorgung soll das Unternehmen WM-Titelgewinn jedenfalls auf gar keinen Fall scheitern.

Die Frauen-Nationalmannschaft bereitet sich seit langem auf die Weltmeisterschaft in Kanada vor. Auch wenn der Zeitplan diesmal besonders eng gesteckt war – auf eine optimale Vorbereitung auf die WM wurde in der Jahresplanung großer Wert gelegt. Für das Team von Silvia Neid geht es darum, sich den dritten Stern zu holen, bereits zweimal waren die deutschen Frauen Weltmeister. Seit Februar standen Trainingscamps, Länderspiele und Turnierteilnahmen auf dem Programm, unter anderem die Teilnahme am Algarve-Cup im März. Die letzte Vorbereitung auf die WM fand seit Mitte Mai in der Schweiz statt. Das 40 Köpfe starke deutsche Team (etwa 20 Spielerinnen und 20 Betreuer) fliegt am 31. Mai nach Kanada – wegen der Zeitverschiebung braucht das Team neben dem üblichen Training einige Tage, um den Körper zu akklimatisieren.

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