FSV Werdohl erwartet TSV Marl-Hüls zum Pokalduell

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Auf den Werdohler Defensivspieler Dustin Langenberg (hier im Duell mit Iserlohn Pierre Szymaniak) und seine Teamkollegen wartet am Sonntag im Landespokalspiel gegen den TSV Marl-Hüls jede Menge Arbeit.

WERDOHL - Die Zeit der Freundschaftsspiele ist vorbei. Am Sonntag wartet auf die neue Landesliga-Mannschaft der FSV Werdohl das erste Pflichtspiel. Ab 15 Uhr gastiert der Westfalenligist TSV Marl-Hüls zum Auftakt der neuen Landespokalrunde im Riesei-Stadion.

„Es macht einen guten optischen Eindruck“, meint TSV-Trainer Holger Flossbach, der sich im Internet einen ersten Eindruck von dem Ort verschafft hat, an dem seine Kicker in die zweite Runde einziehen sollen. Denn aus sportlicher Sicht ist Werdohl für ihn noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. „Ich war aber schon einmal in Werdohl im Urlaub, auf irgendeinem Bauernhof. Das ist aber lange her. Da waren meine Kinder noch klein“, erinnert sich Holger Flossbach.

Wie lange das bereits her ist, lässt sich daran erkennen, dass sein Sohn Sebastian inzwischen Teil des Westfalenligakaders ist. Und der ist bestens bestückt, gilt der TSV Marl-Hüls für viele Kenner in der neuen Saison als Topfavorit auf den Meistertitel in der Westfalenliga 2. „Wir sind mit viel Vorschusslorbeeren in der Presse bedacht worden“, sagt der TSV-Trainer, aber man habe bei der Kaderverpflichtung in diesem Sommer insgesamt den Blick mehr auf die Quantität als auch die Qualität gelegt. Deswegen sieht er seine Mannschaft auch nicht unbedingt in der Rolle des Titelaspiranten Nummer eins. Dass seine Mannschaft aber ein Mitfavorit sei, „das würde ich schon unterschreiben.“ Schließlich wurde der Verlust von zwei Stammspielern mit der Verpflichtung von drei gestandenen Akteuren des Regionalliga-Absteigers VfB Hüls mehr als kompensiert.

Auf zwei Drittel dieser Leistungsträger werde der TSV-Coach aber am Riesei verzichten müssen. Kadir Mutluer befindet sich im Urlaub, und Topstürmer Christian Ermig habe sich mit einer Zerrung abgemeldet. Nur Lukas Diericks sei zu 99 Prozent dabei. Aber auch ohne das Duo zählt für den TSV am Riesei nur ein Sieg, oder wie es Holger Flossbach formuliert: „Wir fahren gern ins Sauerland, wollen aber nicht sauer zurückkommen.“

Trotzdem benutzt der 52-Jährige aus Höflichkeit auch die obligatorische Fußball-Rhetorik, zum Beispiel: „Jedes Spiel muss erst einmal gespielt werden.“ Schließlich nehme man den Gegner ernst, denn der Landespokal ist für den TSV wichtig: „In der zweiten Runde wartet dann vielleicht das Duell gegen Westfalia Herne, auch ein Traditionsverein wie wir.“ Das wäre ein schönes Duell für die TSV-Fans, übrigens ähnlich attraktiv wie das Kreispokaspiel am Dienstag. Dann erwartet Marl-Hüls nämlich in der zweiten Runde gleich den großen Lokalrivalen VfB.

Die Chancen, dass die FSV Werdohl TSV-Trainer Flossbach und seiner Mannschaft vor diesem Lokalderby „in die Suppe spucken“ könnte, sind eher gering, zumal die personellen Möglichkeiten begrenzt sind. 13 Feldspieler und zwei Torhüter stehen morgen zur Verfügung. Sarris und Uzunoglu haben sich in den Urlaub verabschiedet, in dem sich Schröder weiterhin befindet. Sander, Aydin und Ketzenberg fallen verletzt aus. Keeper Felbick, für den Münx oder Schürmann ins Aufgebot rücken, ist noch nicht spielberechtigt. Dafür kehrt zumindest Maus aus dem Urlaub zurück und darf als einer von drei Feldspielern auf die Bank. So muss Minker nur noch zwei Namen aus dem Topf fischen, die nicht in der Anfangsformation stehen. Keine optimalen Bedingungen, und doch gibt es im Pokal immer die Hoffnung auf die Überraschung: „Wir haben letztens beim FC Iserlohn gezeigt, dass wir konterstark sind“, sagt Minker und baut darauf, dass seine Jungs die Laufwege einhalten und gute Bälle in die Spitze spielen. „Aber es wird schwer. Wir müssen super organisiert sein, das Spielfeld klein halten und uns alle defensiv aufopfern.“

von Stefan Herholz

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