Ein eingespieltes Rallyeteam

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Markus Schmidt und Pia Klaas sind ein eingespieltes Team. Den 265 PS starken Subaru Impreza hat Schmidt vor drei Jahren selbst für die Rennstrecke umgebaut. Am Wochenende siegte das Team in seiner Klasse bei der ADAC Reckenberg Rallye.

Lüdenscheid - Es liest sich wie eine Geschichte aus einem Liebesroman: Zum 18. Geburtstag bekam Pia Klaas eine Beifahrt in einem echten Rallyeauto geschenkt. Am Renntag wurde sie von Fahrer Markus Schmidt beeindruckt – seinen Namen brachte sie über die Startnummer, die auf dem Fahrzeug prangte, in Erfahrung und kontaktierte ihn über Facebook. Mittlerweile sind die beiden ein Paar – im Privatleben und auf der Rennstrecke.

Die mittlerweile 20-jährige Pia Klaas ist die Beifahrerin ihres Freundes Markus Schmidt: „Das ist natürlich perfekt. Fahrer und Beifahrer müssen sich blind vertrauen können“, so Schmidt.

Vor ziemlich genau drei Jahren, im September 2012, fasste er den Entschluss, einen gebrauchten Subaru Impreza in den Niederlanden zu erstehen und zum „seriennahen Rennfahrzeug“ umzurüsten. „An diesem Wagen gibt es keine Schraube, die Markus noch nicht gedreht hat“, sagt seine Beifahrerin lachend. Das Fahrwerk, die Bremsanlage und auch Sicherheitsvorkehrungen wie der Überrollkäfig und die Sechspunktgurte wurden in Eigenregie verbaut.

Für den gelernten Kfz-Techniker-Meister, der eine Autowerkstatt an der Herscheider Landstraße führt, ist der Sport eine Möglichkeit, sein Hobby in den Beruf einfließen zu lassen. Kaum mit der Schule fertig, begann 1993 die Ausbildung zum Kfz-Mechaniker: „Mein Bruder und ich wurden da von meinem Vater begeistert“, erinnert sich Schmidt.

Bereits 2006 im Rallye-Cockpit

Bereits 2006 habe er drei Jahre lang Platz auf dem Beifahrersitz eines Rallyewagens genommen: „Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit hatte sich das dann aber erledigt. 2012 bekam ich den Drang, etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Mittlerweile ist der Rallyesport mein Ausgleich zum stressigen Alltag“, erklärt der passionierte Motorsport-Fan.

Mit seinem 265 PS starken Subaru ist er seither auf Rallyestrecken in ganz Deutschland unterwegs. Seit 2014 wird er dabei von Pia Klaas, die momentan eine Ausbildung zur Bankkauffrau macht, navigiert: „Bei der Streckenbesichtigung diktiere ich ihr den Streckenverlauf, beim Rennen liest sie mir vor, worauf ich mich im nächsten Moment einstellen muss. Wir sind ein super eingespieltes Team“, so der 38-jährige Fahrer.

„Sieben bis acht Rennen“ fährt das eingespielte Team im Jahr: Am vergangenen Samstag sicherten sich beide den Klassensieg bei der 34. ADAC Reckenberg Rallye. Mit 5,4 Sekunden Vorsprung auf das Mitsubishi-Team um Thomas Schnelle und Christine Hage aus Celle, wurde das Duo Klassen- und Gruppensieger für seriennahe Fahrzeuge.

Vor dem Rennen hatte sich Markus Schmidt für die wenig profilierten Semislicks – also Trockenreifen – entschieden. Während es am Startplatz in Reckenberg trocken war, prasselte fünf Kilometer weiter, im Bereich der ersten Bestzeitprüfung des Tages in Herzebrock, ein heftiger Regenschauer nieder.

„Pia war tolle Beifahrerin“

Als Schmidt und Klaas zur ersten Prüfung starteten, war die Strecke noch nass – an manchen Stellen stand das Wasser sogar noch auf der Straße. „Ich bin absolut zufrieden. Meine Entscheidung mit den Reifen hätte ich besser treffen können. Aber Pia war wieder eine tolle Beifahrerin: Ihre Ansagen kamen schnell und präzise. So kann es weitergehen“, freute sich Schmidt nach dem erfolgreichen Rennen in Ostwestfalen. Nach der Rallye Oberberg in Lindlar im Mai, war dies bereits der zweite Klassensieg dieser Saison.

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