Junge Menschen sprechen über ihr Ehrenamt

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Organisieren, bewegen, motivieren und dabei Spaß haben: Junge Ehrenamtliche engagieren sich mit vollem Herzen für ihren Verein oder für andere jugendliche Sportler.

Kreisgebiet - Nachwuchssorgen sind in vielen Vereinen im Märkischen Kreis an der Tagesordnung. Junge Helfer, die mit frischen Ideen den sportlichen Alltag mitgestalten wollen, fehlen. Die Lüdenscheiderin Marie Schrader und Pauline Laufer aus Meinerzhagen gehen einen anderen Weg.

Von Martin Meyer

Die beiden jungen Frauen engagieren sich mit vollem Herzen und mit viel Motivation in ihren Sportvereinen und darüber hinaus. „In vielen Vereinen gibt es große Probleme, junge Leute in ehrenamtliche Positionen zu bekommen. Deshalb ist es eine unserer wichtigsten Aufgaben, Jugendliche und junge Erwachsene für das Ehrenamt zu motivieren“, sagt Günther Nülle, 1. Vorsitzender des Kreissportbundes (KSB) im Märkischen Kreis. Es müsse den Vereinsverantwortlichen und dem KSB gelingen, die Jugend trotz des Stresses in der Schule, in der Ausbildung oder dem Studium für Aktivitäten im Sportverein zu begeistern, betont Nülle.

Vereine und Qualität sportlicher Förderung gefährdet

„In einigen Vereinen herrschen schwierige Situationen, da gerade die Vorstände im oberen Altersbereich angesiedelt sind. Es gibt auch Fälle, in denen sich Vereine in der Vergangenheit aufgelöst haben, weil keine Ehrenamtlichen für die Vorstandspositionen gefunden wurden.“ Deshalb appelliert Nülle an alle Aktiven: „Wir müssen zeigen, dass organisierter Sport vom Ehrenamt abhängig ist. Durch die anhaltende Ehrenamtsmüdigkeit sind Vereine und die Qualität der sportlichen Förderung gefährdet.“

An einigen Stellen kann der KSB-Vorsitzende aber auch beobachten, dass sich junge Leute sehr wohl für ihren Verein und auch für andere junge Sportler engagieren. „Es gibt motivierte junge Leute, man muss sie nur abholen und ihnen durch anvertraute Projekte das Gefühl geben, dass sie gebraucht werden. Und das werden sie wirklich.“ Ein Beispiel, wie das gelingen kann, zeigt der KSB mit der Gründung einer eigenen und selbst organisierten Sportjugend. „Ich denke, dass unsere Fachkraft für Jugendarbeit im Sport, Mandy Owczarzak, eine richtige Ansprache an die Jugendlichen gefunden hat.“

Seit einigen Jahren ehrenamtlich engagiert

Pauline Laufer, 18 Jahre, aus Meinerzhagen.

Bei Pauline Laufer und Marie Schrader stieß diese Initiative des KSB auf offene Ohren. Immerhin sind die Meinerzhagenerin und Lüdenscheiderin schon seit einigen Jahren ehrenamtlich aktiv. „Also der Hauptgrund, warum ich mich ehrenamtlich engagiere, ist, weil es Spass macht. Es geht darum, etwas mit anderen Jugendlichen zu unternehmen, aber auch um das Planen und Organisieren von Projekten. Es motiviert mich, wenn man sieht, dass man etwas geschafft hat, obwohl man das vorher nie erwartet hätte“, erklärt Laufer, die seit gut drei Wochen die Erste Vorsitzende der Sportjugend MK ist.

Aber auch in ihrem Sportverein, dem LRuFV Meinerzhagen ist die 18-Jährige aktiv. „Am Reitstall haben wir vor ein paar Wochen ein Freundschaftsturnier für Jugendliche durchgeführt. Das Turnier wurde nur von uns organisiert. Dafür haben wir vor rund einem Jahr angefangen zu planen. Ein tolles Gefühl, wenn dann alles fertig ist und gut klappt“, sagt Laufer.

Doch ihre Motivation geht noch weiter: „Ein weiterer Grund, warum ich mich engagiere, ist, dass ich etwas tun kann, was mich auch betrifft. Also nicht etwa zum Beispiel für die Schule, sondern etwas, womit ich mir und anderen eine Freude machen kann. So kann ich meine Ideen einbringen und verwirklichen. Wenn man dann noch so motivierte Menschen dabei hat, wie bei der Sportjugend MK oder bei uns am Reitstall, dann macht es Spaß im Team zu arbeiten und man erreicht auch seine Ziele. Ich engagiere mich jetzt schon seit ein paar Jahren und man lernt immer wieder Neues, in Lehrgängen oder einfach im Alltag der Sportjugend. Das kann für die Zukunft nicht schaden.“

Die 17-jährige Marie Schrader aus Lüdenscheid.

Auch die Bergstädterin Marie Schrader, die neben ihrem Amt als Jugendwartin beim TuS Jahn Lüdenscheid auch Stellvertretende Vorsitzende der Sportjugend ist, hat früh angefangen, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Ich bin praktisch in das Vereinsleben hineingeboren worden, von daher wurde ich schon relativ früh mit dem Thema Ehrenamt konfrontiert. Als Kind habe ich viel an Aktionen der Vereinsjugend teilgenommen und im Laufe der Zeit wurde mir immer bewusster, wie wichtig es ist, sich ehrenamtlich zu engagieren, und dass ein Verein ohne Ehrenamtliche und vor allem ohne junge ehrenamtliche Helfer nicht überleben kann.“

Trotz Medienkonsum sportlich aktiv sein

Die 17-Jährige weiter: „Ich habe Spaß daran, mich für die Interessen anderer junger Sportler einzusetzen und auch eigene Ideen auszuarbeiten sowie umzusetzen. Außerdem ist es wichtig, sich im jungen Ehrenamt zu engagieren, damit Kinder und Jugendliche trotz zunehmenden Medienkonsums sportlich mit Gleichaltrigen aktiv sind und die Vereinsjugenden nicht aussterben. Was auch zählt, ist die Arbeit im Team, der Kontakt zu Gleichgesinnten, der Spaß am Organisieren, das Gefühl, hoffentlich etwas Gutes an junge Menschen weitergegeben zu haben und sie auch für das junge Ehrenamt zu begeistern.“

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