Natural-Bodybuilding

Beste Freunde und Deutsche Vizemeister 

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Marco Haas (links) und Matthias Hermel nebst Freunden und Unterstützern bei den Deutschen Meisterschaften im Natural Bodybuiding in Siegen, der beiden den Vizetitel bescherte.

Lüdenscheid - Sie sind allerbeste Freunde, beide 25 Jahre alt, haben die gleichen Hobbys und dürfen sich nunmehr Deutsche Vizemeister nennen: Die beiden Lüdenscheider Marco Haas und Matthias Hermel krönten ihre bisherige Sportlerlaufbahn als Natural Body-Builder jetzt in Siegen mit den Nationalen Vizetiteln.

Ein Erfolg, mit dem beide nicht gerechnet hatten: „Das hat uns echt überrascht, dass wir beide den Vizetitel gewonnen haben, wir hatten allenfalls mit der Teilnahme an der Finalrunde geliebäugelt“, erklären sie unisono. Etwa zur gleichen Zeit hatten die beiden Fitnessfanatiker vor rund acht Jahren mit ihrem Sport begonnen, allerdings an unterschiedlichen Stätten trainiert, da sie sich damals noch gar nicht kannten.

Bodybuilding – eine Individualsportart

Marco Haas machte sich im Studio „Quo Vadis“ von Boris Milenkovski fit, das inzwischen von der Kölnerstraße zum Wendelpfad umgezogen ist, Matthias Hermel arbeitete im „Fitness Gym“ an der Altenaerstraße an Gewichten und seinem Körper – und das ist auch heute noch so. Denn – „Bodybuilding ist eine Individualsportart, kein Teamsport. Da setzt man die Kopfhörer auf, fällt in einen Tunnel und konzentriert sich ganz auf seinen Sport“, erklären beide unisono, dass im Training die individuelle Vorbereitung das A und O ist, viel Disziplin und harte Arbeit erfordert.

Hart gearbeitet haben beide an ihrer Muskelausbildung in den vergangenen Jahren. Vor etwa drei Jahren entschlossen sie sich, auch Wettkämpfe ins Auge zu fassen. Natürlich nur im Natural Bodybuilding, das jegliches Doping, etwa die Einnahmen von Steroiden und Wachstumshormonen, strikt untersagt. „Sieben Jahre lang muss man bei Kontrollen clean sein“, weiß Matthias Hermel, dass die GNBF (German Natural Bodybuilding & Fitness-Federation) mit ihren Kontrollen strenge Verbands-Richtlinien auch entsprechend überwacht. Neben den Kontrollen bei Meisterschaften des jeweiligen Klassensiegers sowie zufällig ausgelosten Teilnehmern sind auch unangemeldete Kontrollen während der wettkampffreien Monate jederzeit möglich. Die beiden Lüdenscheider sind „clean“, das betonen beide, haben vor gut einem halben Jahr, als die DM-Teilnahme quasi vor der Haustür in Siegen feststand, die Trainingsintensität erhöht und eine Diät begonnen, um die Körper für die Titelkämpfe fit zu trimmen.

 „Es war auch mal eine Pizza drin“

 Im Mittelpunkt der Nahrungsaufnahme stehen dabei natürlich Kohlehydrate und Eiweiße, weniger Fette. Aber die beiden Bergstädter setzten nicht auf eine komplett einseitige Ernährung. „Bei uns gab’s nicht nur Huhn und Reis, wie bei einigen Konkurrenten“, sagt Matthias Hermel und Marco Haas ergänzt: „Es war auch schon mal eine Pizza drin.“ Aber Ausreißer gibt’s natürlich nur in Maßen, sonst wäre der Kraftakt hin zur fast „perfekten“ Bodyduilder-Figur gar nicht möglich. Fünf Mal in der Woche zwei bis zweieinhalb Stunden Training standen als freiwilliges Martyrium auf dem Plan des Lüdenscheider Duos, hinzu kamen tägliche Spaziergänge von eineinhalb bis zwei Stunden, „einfach, um Kalorien zu verbrauchen“, meint Haas.

Mächtiges Abspecken die Grundvoraussetzung

 Denn beide mussten für die Meisterschaften mächtig abspecken: Gut zwölf Kilogramm Körpermasse trainierte Industriekaufmann Marco Haas herunter, gar 17 Kilogramm waren es beim Werkzeugmechaniker Matthias Hermel, „und die letzten beiden Kilo waren echt hart“, betonen sie, obwohl sie „nie komplett aufs Trinken verzichtet“ haben.

Dann aber war’s soweit, ging’s im Siegerland zur Sache im ersten Wettkampf, der gleich die deutsche Meisterschaft war. Zwei Anstriche mit einer einem Selbstbräuner ähnlichen Farbe, um durch die dunkelbraune Färbung die Muskulatur für Juroren und Publikum noch besser abzuzeichnen, waren erforderlich. Unmittelbar vor dem Wettkampf dann noch die Auftragung einer „Klatschfarbe“, die den Bodys der Athleten noch jene bronze-goldene Färbung verleiht, die auch den kleinsten Muskelansatz noch unterstreicht – dann ging’s hinaus auf die Bühne. „Ganz schön aufregend“ fanden’s beide Sauerländer, denn ein Auftritt vor gut tausend Zuschauern und den sieben Juroren gehört schließlich nicht zum sportlichen Alltag.

Nicht überrascht waren beide Bergstädter, die im Leichtgewicht (70,1 bis 72,5 kg, Hermel) beziehungsweise Mittelgewicht (75,1 bis 77,5 kg, Haas) antraten, dass sie die erste K.o.-Runden nach den obligatorischen vier Vierteldrehungen des Körpers überstanden und sich damit für den Vorkampf der besten zwölf ihrer Gewichtsklassen qualifiziert hatten. Denn die Runde der letzten Sechs war ja ihr erklärtes Ziel gewesen.

Nach dem Wettkampf ab in den Urlaub

Und die Jury (beste und schlechteste Wertung werden analog zum Skispringen gestrichen) nominierte beide Bergstädter auch nach dem Posing im Vorkampf tatsächlich für die Endrunde. Und auch in dieser setzten Haas und Hermel ihre Körper richtig in Szene – denn die Juroren belohnten ihre Vorführung jeweils mit der Vizemeisterschaft. „Das war natürlich unglaublich“, freuten sich die Lüdenscheider über ihre überaus gelungene Wettkampfpremiere. Bester Beleg, wie sehr sie der Vizetitel überrascht hatte, ist die Tatsache, dass sie trotz Qualifikation bei den Europameisterschaften am kommenden Wochenende in Ungarn nicht starten können. Denn bereits am Mittwoch rückte ein anderes gemeinsames Hobby für Marco Haas und Matthias Hermel in den Mittelpunkt: das Reisen. Die beiden Bodybuilder haben sich in den gemeinsamen Urlaub nach Bali verabschiedet. Dort geht’s natürlich auch ins Fitnessstudio – aber nicht zu intensiv. Denn den Start bei der nächsten DM planen beide erst für 2020, „denn sonst müssten wir ja schon im Frühjahr wieder mit der intensiven Vorbereitung beginnen...“

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