Basketball

Marcel Keßen: „Ein Aufstieg mit Bremerhaven wäre optimal“

Zwei Basketballer im Zweikampf
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Marcel Keßen (rechts) im Zweikampf mit Hagens Kapitän Dominik Spohr: Beide zählten in ihren Teams zu den besten Spielern des Abends in der Krollmann-Arena.

Den Jahreswechsel hat Marcel Keßen bei seinen Eltern in der Region verbracht. Das passte gut, denn mit seinem neuen Team, den Eisbären Bremerhaven, war der Hüne aus Nachrodt zum Jahresausklang bei Phoenix Hagen zu Gast.

Kreisgebiet – Das letzte Spiel des alten Jahres war für Marcel Keßen keines wie jedes andere: Mit seinem neuen Verein, den Eisbären Bremerhaven, war Keßen, der in Nachrodt groß geworden ist, am Mittwochabend in der 2. Bundesliga ProA bei Phoenix Hagen zu Gast.

Die Feuervögel sind Keßens Ausbildungsverein – von 2011 bis 2016 spielte er für den Hagener Nachwuchs (und parallel bereits für die Kangaroos Iserlohn in der 1. Regionalliga). Danach zog es den damaligen Jugend-Nationalspieler Keßen zu den EWE Baskets Oldenburg. Der 2,05 Meter große Power Forward und Center kam in seinen vier Jahren in Oldenburg auf 55 Bundesliga-Einsätze und schnupperte auch Champions-League-Luft. Erst im Sommer entschied sich Keßen für einen Wechsel zu den Eisbären nach Bremerhaven, lebt seit Ende August in der Nordseestadt.

Bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte zeigte Marcel Keßen zwar eine starke Leistung, war mit 18 Punkten zweitbester Scorer der Eisbären, doch am Ende musste sich der Favorit aus Bremerhaven trotzdem den Phoenix-Korbjägern überraschend 91:93 beugen. Nach dem Spiel sprach Marcel Keßen mit Sportredakteur Thomas Machatzke über das Spiel in Hagen, seinen Wechsel nach Bremerhaven und die Ziele für die Zukunft.

Marcel Keßen, es war nicht der Jahresausklang, den Sie sich mit den Eisbären gewünscht haben. Eine unnötige, vermeidbare Niederlage?
Ja, das war ärgerlich. Allerdings dürfen wir am Ende gar nicht mehr in diese Situation kommen. Wir müssen das Spiel von Anfang an besser über die Bühne bringen. Wir haben eine Mannschaft, die in der Offense sehr talentiert ist, aber hinten passt es leider noch nicht immer...
Für Sie war es die Rückkehr in die Heimat – ist es noch etwas Besonderes, in Hagen zu spielen?
Ja, auf jeden Fall. Es ist immer was Besonderes, in dieser Halle zu spielen – ich kenne die Körbe, alles. Aber ohne Zuschauer fühlt es sich ein bisschen an wie ein Vorbereitungsspiel. Wir müssen uns trotzdem auf die Saison konzentrieren, denn ich fürchte, dass es wahrscheinlich erst einmal so bleiben wird. Hauptsache ist, dass wir spielen können – auch wenn es ohne Zuschauer nicht dasselbe ist. In Hagen in der Halle zu sein, ist trotzdem immer ein cooles Gefühl.

Ich wollte wieder viel spielen und auch Verantwortung übernehmen. Ich denke, dass das in der ProA bei einer Mannschaft mit Aufstiegsambitionen wie in Bremerhaven gut geht. 

Marcel Keßen (Eisbären Bremerhaven)
Die Eisbären waren gut gestartet, aber dann hat Sie die Quarantäne-Situation ausgebremst...
Ja, bei mir kam dazu, dass ich mich in der Vorbereitung verletzt hatte. Ich bin auf dem Fuß eines Gegenspielers gelandet und umgeknickt, hatte eine Kapselverletzung und einen Bänderiss im Sprunggelenk, bin dann erst mal drei, vier Wochen an Krücken gelaufen. Als ich gerade wieder einsteigen wollte, kamen drei Wochen Quarantäne. Das war alles suboptimal, gerade aufs Training gesehen. Dazu kommt, dass die Eisbären keinen eigenen Kraftraum haben, das Partnerstudio durch den Lockdown auch geschlossen wurde. Deshalb habe ich da noch viele Defizite, im Sommer hatte ich ein ganz anderes Niveau.
Sie haben sich im Sommer für einen Wechsel von Oldenburg nach Bremerhaven entschieden. Warum?
In Oldenburg habe ich eine gute Zeit gehabt. Ich habe viel gelernt, gerade basketball-taktisch von unserem Trainer Mladen Drijencic. Ich durfte auch viele Erfahrungen sammeln – in der Bundesliga, auch in der Champions-League. Aber die Spielzeit war letztlich doch eher unregelmäßig und zu gering. Ich wollte wieder viel spielen und auch Verantwortung übernehmen. Ich denke, dass das in der ProA bei einer Mannschaft mit Aufstiegsambitionen wie in Bremerhaven gut geht. Wir haben eine richtig gute Mannschaft. Alle wollen, aber natürlich ist es noch die Findungsphase. Ich glaube aber schon, dass wir eine gute Chance haben, Meister zu werden und aufzusteigen. Das ist im Moment noch weit weg. Aber mein Ziel sind die Playoffs, Meisterschaft und Aufstieg.
Verantwortung übernehmen: Die Spieler der Eisbären hören Marcel Keßen, dem Hünen aus Nachrodt, aufmerksam zu.
Und mittel- bis langfristig?
Natürlich würde ich gerne zurück in die 1. Bundesliga in den nächsten ein, zwei oder drei Jahren. Dafür arbeiten wir, aber es gehört auch immer etwas Glück dazu. Aber das wünsche ich mir, mich in der 1. Bundesliga mit den entsprechenden Spielanteilen zu etablieren. Ein Aufstieg mit Bremerhaven wäre optimal – und dann zusammen um den Klassenerhalt spielen. Das wäre eine tolle Sache!
Marcel Keßen, vielen Dank für das Gespräch!

Geburtstagsfeier daheim bei den Eltern

Am Samstag, 2. Januar, wurde Marcel Keßen 24 Jahre alt – das Gastspiel in Hagen war für den Hünen aus dem Sauerland die perfekte Einladung, den Jahreswechsel und seinen Geburtstag bei seinen Eltern, die inzwischen von Nachrodt nach Radevormwald gezogen sind, zu verbringen. Die Eisbären sind am ersten Wochenende des neues Jahres nämlich in der 2. Bundesliga ProA regulär spielfrei, deshalb hat das Team von Trainer Michael Mai bis zum 4. Januar frei bekommen. Weiter geht es für Marcel Keßen und die Eisbären, die aktuell punktgleich mit Jena (2.) und Leverkussen (4.) den dritten Tabellenplatz belegen, erst am 9. Januar mit dem Auswärtsspiel bei den MLP Academics Heidelberg.

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