Mutter und Tochter erfüllen sich Lebenstraum

Erschöpft, aber glücklich, recken Doris (links) und Silvia Nitsche die „Finisher“-Medaillen in die Kamera.

New York -  Ende Oktober brachen Doris (56) und Silvia Nitsche (35) aus Lüdenscheid auf, um sich einen Lebenstraum zu erfüllen: Das Mutter-Tochter-Gespann wollte den Marathon in New York laufen – und hat dies am 2. November erfolgreich in die Tat umgesetzt.

Von Emanuel Holz

„Wir sind in einem Rutsch durchgelaufen und gut durchgekommen“, frohlockt Silvia Nitsche, die nach fünf Stunden und einer Minute mit ihrer Mutter die Ziellinie überquerte. Zwar war die Zielsetzung im Vorfeld 4:30 Stunden, aber der sportliche Aspekt stand bei beiden angesichts der imposanten Stadt stets im Hintergrund. Allen Teilnehmern, ob Profi oder Hobby-Läufer, bereiteten die starken Winde auf der Strecke erhebliche Probleme – kosteten Kraft und verhinderten eine schnellere Zeit. „Da waren rund 50 000 Läufer unterwegs und am Rand der gesamten Streckenlänge überall Zuschauer, die einen angefeuert haben. Das kannte ich aus Deutschland so nicht“, berichtet Silvia Nitsche von den Eindrücken während des Laufs. Auf der „Piste“ bewahrheitete sich dann auch noch die abgedroschene Phrase „Die Welt ist ein Dorf“, denn während des Wettkampfs liefen Mutter und Tochter Sportlern aus Kierspe und Iserlohn über den Weg. „Die haben uns am T-Shirt der Turbo-Schnecken erkannt“, sagt Nitsche.

Der Zieleinlauf als absoluter Höhepunkt

Der eigentliche Höhepunkt für das Bergstadt-Duo sei aber laut Tochter Nitsche der Zieleinlauf gewesen: „Dies haben wir diesmal noch bewusster genossen. Das war großartig und einmalig.“ Zur Unterstützung am „Big Apple“ reisten auch der langjährige Trainer Arno Dumke, der verletzungsbedingt nicht starten konnte, dessen Freundin sowie Ehemann/Vater Wolfgang Nitsche an. Sogar Silvias Lebenspartner konnte von zuhause aus per GPS-Satellit genau verfolgen, auf welchem Abschnitt die Lüdenscheider unterwegs waren.

Auf die Frage, ob dies der erste und letzte Marathon-Trip nach New York gewesen sei, meinte die 35-jährige Silvia: „Hätten wir nach zehn Kilometern aufhören müssen, hätten wir das so nicht stehen lassen können, so bleibt die Reise einmalig. Aber ich denke nicht, dass das die letzte Auslandsreise war. Ich habe zwar noch nicht mit meiner Mutter darüber gesprochen, aber mein Freund würde gerne nach Australien. Da gibt’s den „Great-Ocean“-Lauf und ich laufe nicht ohne meine Mutter. Vielleicht geht’s nächstes Jahr nach London.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare