Trainers Bauchgefühl führt HSG auf Siegkurs

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Schon beim Debüt eine echte Defensivverstärkung für den Handball-Landesligisten HSG Lüdenscheid: Stefan Froitzheim.

Lüdenscheid - Aufatmen bei der HSG Lüdenscheid: Nach dem großteils verletzungsbedingten Saisonfehlstart landeten die Bergstädter zum Auftakt der „Mendener Wochen“ – drei Spiele gegen die Nordkreisteams binnen 14 Tagen – gegen den TV Schwitten beim 24:23 einen echten Überraschungscoup.

Zumindest für die meisten der 120 Zuschauer, weniger für Trainer Volker Schnippering: „Ich habe ein gutes Gefühl, heute gewinnen wir“, erklärte der Coach 20 Minuten fest überzeugt. Und dieses Bauchgefühl ließ den durch den Sturz auf den letzten Tabellenplatz schon etwas unter Druck geratenen Coach dann auch bei kniffligen Entscheidungen nicht im Stich. Denn Schnippering ging mit einigen Personalien durchaus eine gehörige Portion Risiko: Etwa durch die Nominierung von Torwart-Routinier Jörn Bahr für die Startformation, obwohl der wochenlang nicht trainiert hatte, aber eine klasse erste Halbzeit bot. Ebenso wie Rückkehrer Benno Walter, der nach zweimonatiger Pause mit dem Anpfiff begann wie auch der durch eine Handverletzung noch leicht gehandicapte Phil Lausen. Und dann zog der Trainer auch noch die Startkarte Marcel Fenner, der als Jaschke-Vertreter auf der Spielmacherposition für viel Tempo und einige gute Ideen sorgte.

Mit zu langsamen Beinen und zu großer Passivität war Schwitten überrascht und ließ sich eins ums andere Mal düpieren. Grundlage für die klare Pausenführung (16:10) der Gastgeber.

Nicht weniger wichtig aber auch: Das exzellente Rücklaufverhalten der HSG: „Sicher gibt Schwitten auch nicht so Vollgas wie andere Ligakonkurrenten, aber unser Rückzug war sehr gut“, lobte der Trainer, der aber auch den aufgebauten Angriffen der Gäste solange gelassen entgegenblicken konnte wie die Kräfte einiger gezeichneter Akteure reichten.

Mitverdienst auch des Zufalls: Nämlich damit, dass den HSGern just im Moment einer langwierigen Verletzung von Abwehrchef Sören Miossec mit Stefan Froitzheim ein zugezogener neuer Deckungshüne quasi „zugelaufen“ ist, konnten die Bergstädter nicht rechnen, freuen sich aber über den enormen Qualitätsgewinn. Größter „Vater des Sieges“ war aber dann doch Torjäger Phil Lausen, der sich angeschlagen über die Zeit quälte und – sei es hinter dem Freiwurfblock oder mit zwei schnellen Schritten – den Raum zum erfolgreichen Abschluss trotz völliger Erschöpfung auch in wackliger zweiten Hälfte noch fand.

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