SC gegen Rot-Weiß: Doch ein besonderes Derby

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Derby in der Vorsaison: Am Wehberg gewann der SC das Hinspiel mit 1:0, im Rückspiel trennten sich die Kicker um Lars Scheerer (RWL, rechts) und Daniel Schwenck 1:1-Unentschieden.

Lüdenscheid -  Es sind nur zwei von 30 Saisonspielen – doch die Derbys der Lüdenscheider Stadtrivalen Sport-Club und Rot-Weiß (Sonntag, 15 Uhr, Kunstrasenplatz Wehberg – neuerdings LüWo-Arena) haben für alle Beteiligten schon einen besonderen Stellenwert.

Von Jörg Hellwig

Sicher – die Rot-Weißen haben recht, wenn sie wie ihr Kapitän Christos Katsaros und Trainer Thomas Dregger darauf verweisen, dass die Endplatzierung nach langer Saison wichtiger ist als die beiden Momentaufnahmen, die der SC als Aufsteiger in der Vorsaison sehr hoch gehängt hat. Aber sicher hat auch der SC Recht, dass natürlich das Nachbarschaft- auch ein besonderes Prestigeduell ist.

Am Sonntagnachmittag aber ist das Derby aus ganz anderem Grund für den gastgebenden Sport-Club ein besonderes: „Wir wollen und müssen uns Rückenwind für die letzten paar Spiele des Jahres holen“, sagt Spielertrainer Michael Dolezych, „denn wenn wir verlieren, wird der Abstand zum rettenden Ufer womöglich noch größer“, sieht er als sportlich Verantwortlicher das Schlusslicht unter ungleich höherem Druck als die Rot-Weißen und weiß um eine potenzielle Schubwirkung, die ein Sieg im Prestigevergleich seinem Team noch verpassen könnte.

„Sicher ist Rot-Weiß Favorit, weil die Mannschaft trotz der Niederlage in Freudenberg eigentlich einen guten Lauf hat und stabiler ist als wir. Aber wir wissen, wozu wir an einem guten Tag in der Lage sind und werden in den 90 Minuten alles geben, um den Platz als Sieger zu verlassen. Dabei ist klar: Vor und nach dem Spiel geben wir uns wieder die Hand, aber auf dem Feld kann es schon mal hitzig werden. Emotionen gehören auch zum Fußball“, sagt der Spielertrainer, der personell aus dem Vollen schöpfen kann, seinen Kader gegenüber der Vorwoche aber noch einmal reduzieren wird. „Mit einem 20-Mann-Aufgebot in eine Partie zu gehen, schürt auch Unruhe von außen.“

Von derlei Sorgen ist sein Gegenüber Thomas Dregger weit entfernt: „Ich fühle mich wie auf einer Rot-Kreuz-Station“, sagt er angesichts seiner „Lazarettliste“. Neben dem gesperrten Tuz fehlen garantiert auch die Langzeitausfälle Schönrath, Izgi und Haering, dazu auf jeden Fall auch Rizzi (Muskelverletzung) und Dunkel (Hand-OP nach Unfall). Und da sich zu diesen sieben Akteuren im Zweifelsfall auch noch Scheerer (Grippe) und Sattler (Fußprellung) gesellen könnten, geht Dregger auf Nummer sicher. Obwohl die noch angeschlagenen Brackmann (Rückenprellung), Sommer (Muskelverhärtung) und Besirlioglu (Kapseldehnung) wohl auflaufen können, entschied er. „Ich bin zwar kein Freund von zu vielen Wechselkräften auf der Bank, aber für Sonntag kommen die A-Junioren Lukas Finke und Richard Dissing mit ins Aufgebot.“ Druck sieht „Dreggi“ nicht nur bei den Hausherren. „Natürlich müssen wir nicht gewinnen, aber wir wollen unbedingt und setzen uns von daher genauso unter Druck.“

Parken auch an der Schulturnhalle

Gastgeber SC Lüdenscheid weist wegen des erwarteten Publikumsandrangs darauf hin, dass Besucher, die mit PKW zum Sportplatz Wehberg anreisen, nicht nur die begrenzte Parkfläche am Eulenweg nutzen sollen, sondern auch die neben der Sporthalle der Gesamtschule. Diese Plätze können über den Buchfinkenweg angefahren werden.

SCL: Goldbach, Brongkoll – Der, Kolodziej, Wolf, Wohlpart, König, Schreyer, Möller, Pinto, Kürschner, Schwenck, Pinto, Lüthy, El Alami, Moumin, Krämer. Stenmans, Göttle, Gawron

RWL: Brackmann, Reich – Vassos, Katsaros, Besirlioglu, Urbas, Scheerer,(?), Carbotta, Sommer, Sattler (?), El Hadje, Jindou, Seckin, Platt, Orfanos, Finke, Dissing

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