Keiner schlägt den Großmeister

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Am Vormittag Schachunterricht mit den Grundschülerinnen aus Halver, am Nachmittag ungeschlagen im Simultan: Alisa Frey.

Lüdenscheid - Es ist ein Event mit Magnetwirkung: Auch am Mittwoch, Tag zwei der 3. Lüdenscheider Schachtage, zieht es die Denksportler aus dem gesamten Kreis ins Stern-Center. Zum Schul-, zum Handicap-, zum Simultan- und zum Blitzschach.

Von Thomas Machatzke 

Frank Förster hat keinen weiten Weg, er kommt aus Lüdenscheid. Sein Interesse fürs Schachspiel kommt derweil aus einem anderen Jahrzehnt. „Das muss 30 Jahre her sein“, sagt Förster, der vor langer Zeit auch mal für die Königsspringer in Lüdenscheid gespielt hat, „da war noch Kalter Krieg. Karpow spielte gegen Kasparow. Im Sport-Studio waren Bretter mit Stellungen aufgebaut. Karpow schaute drauf und konnte direkt sagen: Das hat der Großmeister gegen den gespielt, mit Jahr und Ort – es war einfach faszinierend.“

Heute sind die Schachtage für Förster faszinierend. „Einfach eine tolle Sache. Wann kann man schon mal gegen einen Großmeister spielen?“, fragt er rhetorisch. Förster macht auch am zweiten Tag alles mit, was möglich ist – auch, weil er an den anderen Tagen keine Zeit mehr hat. Der Bergstädter versucht es, aber er schlägt den Großmeister nicht, und er verliert auch im Simultanspiel. Er ist in bester Gesellschaft – niemandem gelingt ein Sieg.

„Schlag den Großmeister“ – angelehnt an die beliebte Fernsehsendung „Schlag den Raab“ stellt sich der Chef der Schachtage, Sebastian Siebrecht, am zweiten Tag im Handicapblitz. Die Gegner haben fünf Minuten Bedenkzeit pro Partie, Siebrecht je nach Spielstärke der Gegner ein bis zwei Minuten. Blitzspezialist Marc Schulze trotzt Siebrecht ein Remis ab, für den Rest setzt es Niederlagen. Keiner schlägt den Großmeister. Nach einer halben Stunde macht Siebrecht die Bühne frei für Alisa Frey. Die Deutsche Vizemeisterin von 2011 spielt 90 Minuten simultan an neun Brettern. Am Ende stehen 15 Siege für Frey zu Buche, Marc Schulze schafft auch hier ein Remis, außerdem Ralph Kämper aus Halver und wie am Vortag der Lüdenscheider Christos Moukagiadis. Aber einen Spieler, der Frey in die Knie zwingt, sucht man vergeblich im Feld. Eine tolle Bilanz für die Studentin aus Köln.

Frey hat da immerhin schon fünf Stunden Schachunterrichtet hinter sich. Die Grundschule Auf dem Dorfe aus Halver und die von Lehrerin Iris Weiß bestens präparierte GS Bierbaum aus Lüdenscheid sind am Vormittag zu Gast. Am Nachmittag gibt es ein Novum: Gemeinsames Training für die Schul-AGen der Pestalozzi-Grundschule aus Lüdenscheid und des Anne-Frank-Gymnasiums aus Halver. „Natürlich merkt man, dass da mehr Vorkenntnisse da sind“, sagt Siebrecht, „so klappen die verschiedenen Arten der Schach-Wettkämpfe noch viel besser.“

Schulze und Hermaneck schaffen Qualifikation

Die Schüler bleiben bis in den Nachmittag und teilweise bis in den Abend und spielen. Sogar noch, als bereits die Bretter fürs abschließende Blitz-Qualifikationsturnier für den Stern-Center-Cup am Samstag aufgebaut sind. 16 Spieler nehmen am zweiten Abend teil. Den Sieg feiert außer Konkurrenz IM Georgios Souleidis aus dem Schachtage-Team, die Qualifikationsplätze gehen an den zweitplatzierten Marc Schulze (SvG Plettenberg) und Helmut Hermaneck (MS Halver-Schalksmühle) auf Platz drei. Die nächsten Plätze in der Endrunde belegen in einem Turnier, das besser besetzt ist als die Bezirksmeisterschaft, Dirk Jansen, Vortagessieger Jan-Oliver Klippert (beide SvG Plettenberg) und Dr. Michael Hees (SK Meinerzhagen).

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