5. Lüdenscheider Schachtage

Ein kleiner Gast aus dem Emsland

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Ein Blick auf die Weltmeister der Schachgeschichte: Die Grundschüler von der Spormecke aus Schalksmühle schauten sich zu Beginn erst einmal die Schach-Ausstellung im Stern-Center an, ehe es an die Bretter ging.

Lüdenscheid - Die 5. Lüdenscheider Schachtage klingen am Samstag mit dem Kinderschachcup (Schnellschach, ab 11 Uhr) und dem Center-Cup (Blitzschach, ab 17.30 Uhr) auf der Stern-Center-Bühne aus. Für die Schulprojekte war der Freitag bereits der letzte Tag.

Als sich die 22 Jungen und Mädchen der Grundschule Spormecke aus Schalksmühle am späten Vormittag im Center vorstellten und zunächst die Schach-Ausstellung anschauten, weil an den Brettern noch die Lindenhofschüler aus Halver ihre letzten Züge machten, da mischte sich ein junges Mädchen unter die Schalksmühler und lauschte kurz darauf aufgeregt den Worten von Großmeister Sebastian Siebrecht, seinen Ausführungen zum Schachspiel. Andreea Roncea war eigens aus Papenburg zu den Schachtagen gekommen. Neun Jahre alt und infiziert mit dem Schachvirus.

Gast aus dem Emsland: Die junge Andreea (9).

Seit drei Jahren schon spielt das junge Mädchen beim SC Papenburg Schach, im vergangenen Jahr schaffte sie es in der U10-Klasse der Mädchen bis zur Deutschen Meisterschaft und wurde in Willingen 29. im großen Feld. „Nun wollte sie unbedingt mal einen Großmeister kennenlernen und mit ihm spielen“, erzählte ihr Vater am Rande des Kindertrainings – also hatte er sich die gesamte Familie ins Auto gepackt und war die 300-Kilometer-Tour nach Lüdenscheid angegangen. Und nun war die kleine Andreea glücklich, spielte mit Anna Endreß und Sophie Bujisho, mit den Kindern der Grundschule Lösenbach aus Lüdenscheid – am frühen Nachmittag die letzte Schulgruppe der 5. Schachtage – und später auch noch beim Simultan gegen die frühere Französische Jugendmeisterin Sophie Bujisho, ehe es am Abend dann für die gesamte Familie zurückging ins Emsland. 

Gespannt am Computer: Die Grundschüler der Lösenbach.

Die Bilanz der Schachtage ist immer auch eine Bilanz mit Blick aufs Schulschach. „Es waren mehr als 300 Kinder, die dabei waren“, stellte Sebastian Siebrecht zufrieden fest. Wieder 300 Jungen und Mädchen mehr für seine Schachwochen, in denen schon mehr als 14 000 Kinder den Weg ans Schachbrett gefunden haben. „Schön wäre es natürlich, wenn Schach aktuell bliebe – zum Beispiel in einer Schul-AG“, sagt Siebrecht und verweist auf positive Beispiele wie am Bergstadt-Gymnasium, dem Geschwister-Scholl-Gymnasium oder auch an der Grundschule Bierbaum. „Und wenn die Mädchen und Jungen den Weg in den Verein finden würden, wäre das natürlich umso schöner“, ergänzt der Großmeister aus Essen, der sich ganz besonders freut, wenn das zarte Pflänzchen Schach an den Standorten seiner Schachwochen weiter wächst und gedeiht.

5. Lüdenscheider Schachtage im Stern-Center (4. und 5. Tag)

Die Schachwoche in Lüdenscheid verbuchen sowohl Siebrecht als auch das Center-Management schon jetzt als überaus gelungenes Projekt. „Wir haben schon darüber gesprochen, dass wir auch 2018 wieder im Januar eine Schachwoche in Lüdenscheid machen wollen – der Termin hat sich als ideal erwiesen“, sagt der Essener. Es wäre dann bereits die sechste in der Bergstadt. Lüdenscheid bliebe in diesem Ranking bundesweit Spitzenreiter.

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