6. Lüdenscheider Schachtage

Amina Sherif mit makelloser Bilanz

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So sehr sich ihre Gegner auch mühten: Amina Sherif war im Simultanmatch nicht zu schlagen.

Lüdenscheid - Ein Junge oder ein Mädchen im Vorschulalter – des Lesens und Schreibens noch nicht mächtig, aber schon vertraut mit den Regeln am Schachbrett. Eine 18-Jährige, die sich zehn Gegnern gleichzeitig im Schachspiel stellt und alle Partien gewinnt: Es sind diese auf den ersten Blick schwer verständlichen Dinge, die die Faszination ausmachen, auch am zweiten Tag der Lüdenscheider Schachtage im Stern-Center.

Der Vormittag gehört wie immer den Schulgruppen. Wie am ersten Tag besucht eine Klasse der Lindenhofschule aus Halver das Schachevent des Essener Großmeisters Sebastian Siebrecht. Wie am ersten Tag ist auch die Pestalozzischule aus Lüdenscheid vertreten. Grundschüler allesamt mit großen Augen, in denen schon nach wenigen Sequenzen das Feuer fürs königliche Spiel lodert. 

Am frühen Nachmittag haben sich 16 Jungen und Mädchen von der Katholische Kindertagesstätte Sankt Petrus und Paulus an der Berliner Straße durch den Schnee und die unwirtliche Witterung ins große Einkaufszentrum der Stadt gekämpft. Auch sie werden 90 Minuten ihren Spaß am Brett haben. Und am Ende sind sie noch keine fertigen Schachspieler, aber die Grundzüge des Spiels haben sie kennengelernt. Die erste Begeisterung ist womöglich nicht bei allen, wohl aber bei vielen erst einmal geweckt. 

Die Gäste, die am Nachmittag an den Brettern sitzen, sind schon ein paar Schritte weiter. Am zweiten Tag ist es die weibliche Internationale Meisterin (WIM) Amina Sherif, die gegen die Schachspielerinnen und Schachspieler aus dem Sauerland spielt. Nur ein junges Mädchen gehört zur Gegnerschaft. Ansonsten sitzen ältere Männer im Halbkreis und jüngere, auch ein paar Jungen. Eine bunte Mischung, allerdings sind weniger Vereinsspieler dabei als am Vortag. 

Die Schachspieler im Stern-Center waren im Simultanspiel mit viel Ehrgeiz bei der Sache.

Sherif absolviert ihren Rundlauf routiniert. „Ein Kaffee vorher, dann wird das schon“, hat die 18-Jährige vorher gesagt. Sie wird Recht behalten. Sherif kommt aus Solingen und studiert eigentlich, wenn sie nicht im Faszination-Schach-Team von Sebastian Siebrecht dabei ist, im dritten Semester Betriebswirtschaft in Düsseldorf. Sie hat eine deutsche und eine ägyptische Staatsbürgerschaft. Als sie 2014 die afrikanische Jugendmeisterschaft gewonnen hat und dabei eine 100-Prozent-Ausbeute holte, wurde ihr der Titel der weiblichen Internationalen Meisterin verliehen. 

Sie ist viel rumgekommen durchs Schachspiel. In Baku hat sie für Ägypten bei der Schacholympiade gespielt. Neben ihren Einsätzen für die SG Solingen bei den Senioren und der Jugend ist sie wie ihre Schachtage-Kollegin Anna Endreß für TuRa Harksheide in der 2. Frauen-Bundesliga aktiv. Natürlich verliert Amina Sherif hier und da mal eine Partie, in Lüdenscheid beim Simultan aber nicht. 15 Partien, 15 Siege – nicht einmal ein Remis hat die Klingenstädterin am Ende abgegeben. Eine Klassebilanz, die auch die viele Kiebitze im Stern-Center staunen lässt. 

Die Jungen und Mädchen der Pestalozzi-Schule lauschten gebannt den Ausführungen von Sebastian Siebrecht.

Als Sherif ihre Matches gespielt hat, ist der Schachtag noch nicht vorbei. Die letzten 90 Minuten vor Geschäftsschluss im Center gehören den Blitz-Spezialisten. Zehn Teilnehmer gibt es beim Blitzturnier des zweiten Tages. Volker Schmidt vom MS Halver-Schalksmühle gewinnt es vor Thomas Windfuhr und Helmut Hermaneck (beide SG Lüdenscheid).

6. Lüdenscheider Schachtage im Stern-Center - Tag 2

Weil Windfuhr sich bereits am ersten Tag für den Center-Cup zum Abschluss am Samstag qualifiziert hat, qualifiziert sich diesmal auch noch der Viertplatzierte. Das ist Till Roman Stoltmann (SG Lüdenscheid). Sachpreise für die Sieger gibt es, dann ist er vorbei, der zweite Tag der sechsten Auflage der Schachtage. Aber nur 14 Stunden lang haben die Bretter Ruhe. Am Mittwoch um 10 Uhr geht es mit der ersten Schulschachgruppe weiter.

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