Motorsport

Oliver Söhnel – und er kann es doch noch

Oliver Söhnel (links) zeigte eine starke Vorstellung.

Lüdenscheid – Das Strahlen war auch noch Stunden nach dem Rennen noch beinahe festgemeißelt im Gesicht von Oliver Söhnel: Der 46-jährige Lüdenscheider feierte im Rahmen des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring bei den „24 Stunden Classic“, einem Drei-Stunden-Rennen für „Youngtimer“ und „Fahrzeuge Historischer Rennen“, als Klassendritter unter 25 Starterm mit einem Opel Kadett E der Gruppe A bis 2000 ccm ein bemerkenswertes Comeback nach 18-jähriger Rennpause.

„Ich wollte einfach wissen, ob ich es noch kann“, freute sich der Lüdenscheider Routinier, der 2001 seine aktive Laufbahn als Teilnehmer an der Langstreckenmeisterschaft beendet hatte. Was nicht heißt, dass er dem Motorsport komplett den Rücken gekehrt hätte: Vielmehr arbeitet Söhnel seitdem in seiner Freizeit als Rennstreckeninstrukteur und Coach von Rennsport-Neulingen auf Strecken in ganz Europa, u. a. für den Porsche Sport-Cup. Aber obwohl er nach wie vor die Internationale Motorsport C-Lizenz hat, musste für das „Abenteuer“ Nürburging nachgebessert werden, nachdem Söhnels Interesse für das „Aktiven-Comeback“ durch Holger Träger und Reiner Geppert aus dem Oberbergischen geweckt worden war. „Ich musste im Rahmen eines Lehrgangs die DPNB (Nordschleifen-Erlaubnis B) noch ablegen, insgesamt 16 Runden auf der Nordschleife fahren, um meine Befähigung nachzuweisen“, erklärt Söhnel den Aufwand, bevor es mit den E-Kadetts des Geppert-Teams überhaupt auf den Eifel-Kurs gehen konnte.

Söhnel überzeugt als Startfahrer

Und wegen einer Vielzahl von Bewerbern musste der Lüdenscheider, der sich ein Cockpit mit seinem Freund Christoph Kragenings teilen wollte, noch warten, bis er endgültig „grünes Licht“ für die Teilnahme bekam. Training und Qualifikation mit den rund 170 PS leitenden gelben Flitzern, das Auto von Söhnel war auf den Namen „Krümelmonster“ getauft, standen witterungsbedingt unter einen ganz schlechten Stern. Unwetterartige Niederlage setzten den Kurs „zentimetertief unter Wasser“, so Söhnel, „das war eine Katastrophe“. Klassenplatz 14 bei insgesamt mehr als 200 Startern stand schließlich zu Buche, „da habe ich noch gedacht, ich kann’s nicht mehr“, meint der Bergstädter beim Rückblick auf die Eifeltage.

Ein Eindruck, der sich im Rennen sofort wieder verflüchtigte, denn Oli Söhnel legte als Startfahrer los wie die Feuerwehr und pflügte durchs Klassenfeld nach vorn. Als er den gelben Flitzer, angefeuert von heimischen Fans in der Hatzenbach – eine Unterstützerin trug gar ein Krümelmonster-Shirt – an Christoph Kragenings übergab, war den Grundstein für den dritten Klassenplatz gelegt, den das Duo nach problemfreier Renndistanz als erfolgreichstes Team des Geppert-Rennstalls belegte.

„Ein tolles Gefühl, eine unglaubliche Atmosphäre auf den Rängen“, freute sich Oli Söhnel nach dem Comeback. Wird man ihn in Zukunft also wieder öfters auf der Rennstrecke unter den Piloten sehen? „Sind wir mal ehrlich, das ist immer auch eine Frage des Geldes. Aber eines steht für mich fest, im nächsten Jahr möchten Christoph und ich mit dem Kadett bei dieser Veranstaltung wieder dabei sein“ – nach Möglichkeit dann auch wieder auf dem Treppchen...

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