Mehr boxerische Qualität in den Ring

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Erwartet seine nächsten Gegner: Yasir Ahmed Malik.

Lüdenscheid – Yasir Ahmed Malik, Lüdenscheids einziger Profiboxer, hat ehrgeizige Pläne: Nachdem der gebürtige Pakistani im vergangenen Jahr seine ersten Schritte im Profiboxsport bestritten hat, will er seinen Weg als professioneller Faustkämpfer auch in diesem Jahr höchst konzentriert fortsetzen und mit allen Kräften daran arbeiten, sich in der Profiboxszene einen guten Namen zu machen.

Allerdings hat der gerade 25 Jahre alt gewordene ehemalige Asylbewerber zuletzt eine vierwöchige, krankheitsbedingte Trainingspause einlegen müssen. „Das hatte aber nichts mit dem Boxen zu tun“, sagt der junge Faustkämpfer, der im Vorjahr seine ersten vier Profikämpfe jeweils vorzeitig gewinnen konnte.

Ab Montag kann der Bergstädter wieder voll ins Training einsteigen, wird von Coach Benjamin Malekzadeh auf seinen ersten Kampf des Jahres am 4. Mai im Rahmen der „Nacht der Löwen“ in Wuppertal vorbereitet. „Eine Klasseveranstaltung, die auch ohne TV-Übertragungen zwischen zwei- und dreitausend Zuschauer in die Halle lockt“, freut sich Malik auf diesen ersten Jahresauftritt, der für ihn einen weiteren Baustein auf dem Weg zu neuen Ufern bedeutet. Denn die aktuelle Zielsetzung vom Kämpfer selbst, seinem Dortmunder Trainer und Manager Kevin Adam ist klar umrissen und anspruchsvoll: „Nach dem ersten Lehrjahr im Profisport rücken wir jetzt vor allem die Qualität der Kämpfe in den Vordergrund“, betont Malik, der inzwischen seinen Fokus wirklich voll auf den Boxsport ausgerichtet hat.

Schwerere Gegner und Kämpfe über mehr Runden, um ihn mittelfristig auf Prädikatskämpfe vorzubereiten, lautet die neue Prämisse im Malik-Lager. Entsprechend verlagert sich das Training auch auf erweiterte Schwerpunkte. „Es ist nicht mehr nur auf den schnellen Vorwärtsgang mit dem Ziel der frühen Entscheidung ausgerichtet. Wir stellen uns auf längere Kampfzeiten ein und legen deshalb auch erhöhten Wert auf Taktik und Ausdauer“, erläutert der Lüdenscheider mit pakistanischen Wurzeln vor seinem Debüt über acht Runden.

Und das Training, wie im Vorjahr im Fightology Gym in Dortmund, hat’s in sich: Zehn bis zwölf Einheiten á jeweils zwischen 90 und 120 Minuten pro Woche arbeitet Benjamin Malekzadeh, selbst ehemaliger Deutscher Kickboxmeister, Europameister im Thaiboxen und Vize-Europameister im Muay Thai, mit seinem Schützling. Arbeit, die sich natürlich künftig auch im Ring auszahlen soll: Bescheiden vermeidet der Halbmittelgewichtler Yasir Ahmed Malik ganz bewusst (zu) hohe Zielvorgaben: „Man weiß nie, ob alles so klappt, wie man es sich vorstellt.“

Aber der Normalausleger aus der Bergstadt träumt im stillen Kämmerlein ganz gewiss auch von sportlichen Lorbeeren und Meisterehren. Und er arbeitet auch mit allem Einsatz daran, seine sportlichen Vorstellungen und Träume umzusetzen. Genauso wie er fest ins Auge gefasst hat, sich nach aktiver Laufbahn mit seinen erworbenen Sportkenntnissen dann um gefährdete Kinder und Jugendliche von der Straße zu kümmern. Denn eines vergisst er nicht: Vor allem der Sport hat auch ihn selbst einst als Kind in Lüdenscheider Asylbewerberunterkünften vor einem sozialen Abstieg in die Gang- oder Drogenszene bewahrt.

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