Fußball

Meisterliche Freudentänze

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Erleichtert und überglücklich: Meistermacher Abi Ouhbi aus Lüdenscheid.

Neuenrade – Sie haben es am Sonntag noch mächtig krachen lassen, die Fußballer des TuS Neuenrade. Bei „Ari“ in der Ahorn Klause ging bis in die späten Abendstunden die Post ab. Mittendrin statt nur dabei war Meistermacher Abi Ouhbi, der schon kurz nach Abpfiff am Kiersper Felderhof zum „Feierbiest“ mutierte.

„Es ist direkt einiges von mir abgefallen“, sagte der 47-jährige Cheftrainer, der sich vorsorglich den Montag freigenommen hatte, am Morgen nach der rauschenden Meistersause. Der Lüdenscheider, der den TuS im vergangenen Sommer als Vizemeister übernommen hatte und in seinem ersten Jahr im Waldstadion direkt zum Titel führte, machte keinen Hehl daraus, dass mit dem 2:0-Sieg beim Kiersper SC II und dem vorzeitigen Meisterstück eine Zentnerlast gewichen sei. Druck, aufsteigen zu müssen, hätten die Verantwortlichen um Abteilungsleiter Karl-Heinz Thiele und Sportchef Dennis Bonevski zwar nicht ausgeübt, Ouhbi selbst aber hatte die Messlatte vom ersten Tag an sehr hoch gelegt. „Wenn du eine Mannschaft übernimmst, dann willst du mit ihr auch ein bisschen besser abschneiden als in der Saison davor.“, betonte Ouhbi, „von daher ist am Sonntag natürlich ein gewisser Druck abgefallen.“

Dank hoher Kader-Qualität nicht viele Transfers vonnöten

Dass der TuS bereits am 21. Spieltag und noch vor Ostern die Meisterschaft feiern durfte, das unterstrich nochmals die Dominanz der Hönnestädter. 17 Siege, vier Unentschieden, noch keine Niederlage und eine Tordifferenz von +44 sind eindrucksvoller Beleg dafür, wie souverän der TuS dem Bezirksliga-Aufstieg entgegensteuerte. „Unser Titelgewinn ist aufgrund der Konstanz absolut verdient. Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft, die immer gute Ergebnisse geholt hat. Ausschlaggebend war für mich die Breite des Kaders und das Teamgefüge, das absolut gestimmt hat“, sagte Ouhbi. In Neuenrade ist ein Team zusammengewachsen, das sich als Einheit versteht und freilich über hohe spielerische Qualität verfügt.

Fertig hat der TuS in der laufenden Serie aber noch lange nicht. Ziel der Hönnestädter in den letzten fünf Punktspielen ist es, die Meistersaison ohne Niederlage zu beenden. Wie gallig die Mannschaft darauf ist, das zeigten die Schlussminuten am Felderhof. Routinier Sahin Murat holte sich in der Nachspielzeit die 5. Gelbe Karte ab, die wegen der anstehenden Osterpause keinerlei Auswirkungen hat. Im Heimspiel gegen den LTV 61 am 28. April jedenfalls kann Murat wieder auflaufen. Apropos 28. April: An diesem Heimspieltag möchte sich die Mannschaft bei ihren Anhängern für die Unterstützung bedanken und wird neben Gegrilltem auch einige Kaltgetränke spendieren.

Weil der vorzeitige Titelgewinn der Hönnestädter frühzeitig absehbar war, sind die Planungen für die kommende Bezirksliga-Saison schon weit vorangeschritten im Waldstadion. Wie bereits berichtet, hat Sportchef Denis Bonevski mit dem Gros der Mannschaft verlängert. Ihren ersten externen Neuzugang haben die Neuenrader bereits in der vergangenen Woche präsentiert. Wie berichtet, wechselt mit Allrounder Najim Ouhbi der jüngere Brüder des Meistermachers vom TSV Lüdenscheid zum TuS. „Viel wollen wir nicht mehr machen. Mit Najim haben wir einen guten, lernwilligen jungen Spieler geholt, der perfekt in unser Konzept passt. Jetzt wollen wir noch maximal zwei, drei erfahrene Spieler holen“, sagte Sportchef Dennis Bonevski.

TuS bewirbt sich um Platz in der Staffel 4

Nachdem der TuS mit dem Titelgewinn vorzeitig Fakten geschaffen hat, möchten sich die Verantwortlichen nun beim Verband um einen Startplatz in der Staffel 4 und damit in der sogenannten „Bundesliga des Sauerlandes“ bewerben. „Die Staffel 4 ist aus unserer Sicht die interessanteste“, erläuterte Bonevski, der zu einer Handvoll Neuenradern gehörte, die sich am Sonntag kurz vor Mitternacht noch auf den Weg nach Langenholthausen machten und dort dem befreundeten TuS Langenholthausen zum Landesliga-Aufstieg gratulierten.

Die letzten Jahre der Bezirksliga-Aufsteiger aus dem Kreis Lüdenscheid in der höheren Spielklasse waren keine Erfolgsstory, oftmals endete die Spielzeit mit dem Abstieg. Auch der letztjährige Aufsteiger TuS Grünenbaum steckt derzeit noch mitten im Abstiegskampf. „Ich drücke dem TuS Grünenbaum fest die Daumen, dass sie in diesem Jahr drin bleiben“, so Abi Ouhbi. Drin bleiben, das wird auch das primäre Ziel des neuen A-Liga-Meisters in der kommenden Saison sein. Der TuS Neuenrade ist in die Bezirksliga aufgestiegen, um dort zu bleiben. Und zwar langfristig.

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