Profifußball

Aykut Erdogan wechselt in türkische Erstliga

Der gebürtige Lüdenscheider Aykut Erdogan absolvierte im Dress von Hansa Rostock seine Reifeprüfung und wagt nun den Schritt in die erste türkische Liga zu Gaziantep BB.

Gaziantep - Sein Traum von der Profikarriere könnte in Erfüllung gehen – der gebürtige Lüdenscheider Fußballer Aykut Erdogan wechselt ablösefrei zum Rückrundenstart nach nur einem halben Jahr im Kader von Hansa Rostock zu Gaziantep BB in die erste türkische Liga.

Von Martin Meyer 

Der 19-jährige Linksverteidiger unterschrieb in der zweit-höchsten türkischen Liga nach der Süper-Lig einen Vertrag bis 2017. „Schon häufiger hatten türkische Vereine bei ihm angeklopft. Nachdem die Gespräche mit Rostock und Gaziantep BB gut verlaufen sind, war der Wechsel in die Türkei nun kein Problem“, sagt Aykuts Vater Orhan Erdogan, der früher als Trainer beim TSV Lüdenscheid tätig war.

Seine sportliche Laufbahn begann Aykut Erdogan bei Rot-Weiß Lüdenscheid sowie in der D-Jugend des VfL Bochum und als B-Junior bei Bergisch Gladbach. Erste Erfahrung mit dem Profisport machte er beim MSV Duisburg in der A-Jugend-Bundesliga. Schon vor seinem Wechsel zu Hansa Rostock hatte ihn der Gaziantep-Trainer Hakan Kutlu ins Visier genommen, sagt Orhan Erdogan. „Die Türen in der Türkei standen Aykut immer offen. Wir haben uns damals gegen einen Wechsel dorthin entschlossen, weil wir ihn nicht aus seinem gewohnten Umfeld herausreißen wollten.“ Nun sei aber der richtige Zeitpunkt gekommen: „Wir haben Aykut darauf vorbereitet, dass er nun die Profilaufbahn einschlagen kann. Rostock war eine gute Adresse für ihn, um selbstständiger zu werden.“ Sportlich lief es im Norden für den Sauerländer hingegen nicht rund – bereits in der Verbreitung verletzte sich Aykut Erdogan, den Sprung in die erste Garde des krisengeschüttelten Drittligisten schaffte er nicht. Dafür lief er für die U23 der Hanseaten in der Oberliga auflief.

Teamkollegen sind Süper-Lig-Routiniers

Bevor der Linksfuß seinen Vertrag bei seinem neuen Arbeitgeber unterschrieb, hatte er zweieinhalb Wochen Zeit, seine neuen Mannschaftkollegen und den Verein in Südostanatolien kennenzulernen. Dabei konnte sich Aykut Erdogan nach Aussagen seines Vaters gut in den Kader einfinden. „Mit seinen 19 Jahren muss Aykut schauen, dass er sich bei Gaziantep BB sportlich weiterentwickelt und durchsetzen kann. Seine Mitspieler sind teilweise frühere Süper-Lig- oder sogar Nationalspieler. Aykut muss auf seine Chancen warten.“

Infos zu Gaziantep BB

Gaziantep Büyüksehir Belediye Spor Kulübü (auf deutsch: Großstadtverwaltung Gaziantep Sportklub) ist ein türkischer Erstligist aus der Stadt Gaziantep. Die Stadtverwaltung Gaziantep unterstützt den Verein, der vor allem durch seine Fußballabteilung bekannt ist. Bis 1998 hieß die Fußballabteilung Sankospor. Ihre Heimspiele bestreitet die Mannschaft im Kamil-Ocak-Stadion, die Vereinsfarben sind blau-weiß.

Fußball hat in der mit rund 1,8 Millionen Einwohnern sechst-größten Stadt der Türkei Gaziantep einen hohen Stellenwert – der Verein wurde 1988 als Betriebsmannschaft der Firma Sanko Holding gegründet. Mit Talat Özkarsli, der sich bei Galatasaray Istanbul einen Namen machte, und Fenerbahçe Istanbuls Kemal Aslan haben es gleich zwei Söhne der Stadt zum Profifußballer geschafft.

„Aykut hat die Stadt noch nicht kennenlernen können, da er mit der Mannschaft in den letzten drei Wochen im Trainingslager in Antalya war und als Zuschauer bei einem Pokalspiel in Istanbul dabei war. Gestern ist er aber in Gaziantep angekommen“, sagt Orhan Erdogan. Bereits heute könnte für den jungen Lüdenscheider der Traum wahr werden: Seine neue Mannschaft tritt im Pokalspiel gegen den Süper-Ligisten und Lokalrivalen Gaziantepspor an. Da Aykut Erdogan mittlerweile spielberechtigt ist, hofft er zumindest auf einen ersten Kurzeinsatz als Fußballprofi. „Wir hoffen für Aykut das Beste, natürlich auch in sportlicher Hinsicht“, sagt sein Vater.

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