Aykut Erdogan arbeitet in Südostanatolien an Profikarriere

Der 20-jährige Lüdenscheider Aykut Erdogan ist seit gut einem halben Jahr stolzer Träger des Trikots des türkischen Erstligisten Gaziantep BB.

Lüdenscheid/Gaziantep - Vor gut sechs Monaten wagte der Lüdenscheider Aykut Erdogan für seinen Traum von einer Profilaufbahn einen mutigen Schritt. Der junge Fußballer wechselte mit einem Zwei-Jahres-Vertrag im Gepäck vom Drittligisten Hansa Rostock zu Gaziantep BB in die, nach der Süper-Liga, zweithöchste türkische Liga. Mittlerweile fühlt er sich in seinem südostanatolischen Club sehr wohl.

Den Wechsel in die Türkei bereue er auf keinen Fall, betont der 20-Jährige, der die Sommerpause in der türkischen Liga nutzt, um noch bis Sonntag seine Familie in der Bergstadt zu besuchen. „Ich habe es mir schwieriger vorgestellt. Natürlich ist die Kultur dort etwas anders. Damit habe ich aber keine Probleme, da ich ja auch hier in Deutschland viele türkische Freunde habe“, sagt der Linksverteidiger. Auch Verständigungsschwierigkeiten gäbe es in seinem neuen Club nicht: „Zuhause habe ich immer mit meiner Mutter Türkisch gesprochen. Zudem sprechen im Verein viele Deutsch.“

Lernen von ehemaligen Süper-Lig-Profis

Das rund 3600 Kilometer entfernte Gaziantep zählt mit seinen 1,8 Millionen Einwohnern zu den größten Städten in der Türkei. Erdogans neuer Arbeitgeber gilt als ein angesehener Club in der türkischen Fußballwelt, der seinen Spielern viel bietet. Der Lüdenscheider wohnt in einem Sporthotel mit eigenem Koch, wo er zu jeder Tages- und Nachtzeit im hauseigenen Fitnessstudio trainieren kann, und das nur wenige Fußminuten vom großen Trainingsgelände mit mehreren Plätzen entfernt liegt. „Das ist auch der Grund, warum viele gute Spieler dort hinkommen“, sagt der Linksfuß, der vor allem von der Erfahrung seiner Mitspieler, teilweise ehemalige Süper-Lig- und Nationalspieler, profitiert.

„Das ist hier ein guter Anfang. Es gibt Mannschaftkollegen, die sind wie große Brüder für mich und unterstützen mich, wo es nur geht. Ich denke, dass ich mich da durch mit der Zeit noch weiter verbessern kann“, sagt Erdogan, der in der Jugend bei RW Lüdenscheid erstmals seine Fußballschuhe schnürte. Der Weg zur Profikarriere führte den jungen Sportler bisher aus der Bergstadt zum VfL Bochum, Bergisch Gladbach, MSV Duisburg (jeweils Nachwuchs) und zuletzt zu Hansa Rostock.

Ein Stammplatz ist das Ziel

Bei Gaziantep BB strebt Erdogan nach halbjähriger Eingewöhnungsphase in der neuen Saison einen Stammplatz an. „Ich will mich durchsetzen. Wenn man in den türkischen Ligen Leistung zeigt, dann geht es hier schnell bergauf“, sagt Erdogan, der in der zurückliegenden Spielzeit nach knapper Vorbereitungszeit bei einem Pokal-Derby gegen Süperligist Gaziantepspor und in einem Freundschaftsspiel gegen Mersin Idan Yurdu (ebenfalls Süper-Lig) jeweils 90 Minuten zum Einsatz kam und bei allen Ligaspielen im Kader war.

Bis zum Start der Liga am 13. August bleibe ihm noch genug Zeit, um sich vorzubereiten. Deshalb hat Erdogan auch während seines einmonatigen Aufenthalts in Lüdenscheid an seiner Fitness gearbeitet. „Es ist etwas Besonderes, bei meinen Eltern und meinem Bruder zu sein und auch Freunde zu sehen. Doch ich habe auch meine Trainingsläufe absolviert“, sagt Erdogan, für den am Montag wieder der Trainingsalltag in der Türkei beginnt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare