Handball-Landesliga

HSG verschenkt einen Punkt

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Auch zwölf Tore von Phil Lausen, hier im Duell mit Felix Ständker und Robert Stelzer, reichten der HSG letztlich nicht zum Sieg. 

Lüdenscheid - In 7 Minuten und zwölf Sekunden warfen die Handballer der HSG Lüdenscheid am Samstag „mit dem Hintern“ beinahe komplett das um, was sie sich in fast 53 Minuten zuvor mühselig aufgebaut hatten: Dass es beim 32:32 (16:13) gegen den nach wie vor unbesiegten Tabellenzweiten HVS Villigst-Ergste noch zu einem Zähler langte, das verdankten die Bergstädter in erster Linie dem alles überragenden Torhüter „Locke“ Kämmerer, der nicht weniger als 19 schwere Bälle der Gäste parierte.

Lange trumpften die personell angeschlagenen Bergstädter, bei denen überraschend Julius Hahn nach langer Verletzungspause seinen Einstand gab, mit viel Tempo, Leidenschaft und Einsatzwillen auf und überraschten die Stange-Truppe, die mit einer 3:2:1-Deckung begann, mit der starken Vorstellung und schier unstillbarem Tordrang von Gegenstoßspezialist Plate und Torjäger Lausen. Eine gute Viertelstunde lang begegneten sich die Teams auf absoluter Augenhöhe (7:7), dann war zwischen den Pfosten der Bergstädter Kämmerer „heiß gelaufen“, das Rücklaufverhalten nach Ballverlusten war 1 a und hatten die Hausherren zudem überhaupt ihre stärkste Deckungsphase (14:8, 24.).

Zwei Faktoren verhinderten, dass es mit ähnlich hoher Führung in die Pause ging: Zum einen bekamen die Gastgeber den überragenden HVE-Linksaußen Stange nicht in den Griff, zum anderen hatten die Hausherren mit zwei satten Alutreffern von Beckmann und Lausen Pech – die Gäste verkürzten bis zum Wechsel auf 13:16.

Dann wurde es „vogelwild“ in der BGL-Halle: Der Gast deckte 3:3, phasenweise gar in offener Manndeckung, mitunter erinnerte das Duell nunmehr an Wildwest bei den Elsper Karl-May-Festspielen: Dreimal war der Gast drauf und dran, die Wende zu schaffen – 17:16 (33.), 18:17 (34.) und 23:22 (45.).

Aber die HSG hatte noch das Feuer und die Leidenschaft sowie die drei Trümpfe Kämmerer, Lausen und Plate. Obwohl mit Nitsch (Verdacht auf leichte Gehirnerschütterung) und in den letzten zehn Minuten dann  auch Mühlbauer (Schienbeinprellung) zwei Feldspieler vorzeitig den Dienst quittieren mussten, drehte die HSG nochmals auf (31:25, 53.).

Doch auf der Zielgeraden fehlte dann das entscheidende Quäntchen an Konzentration, Kraft und Cleverness. Der Gast nutzte HSG-Ballverluste zur Hochgeschwindigkeits-Aufholjagd (32:32). Ob die HSG beim finalen Ballbesitz in letzter Sekunde wegen Wechselfehlers der Gäste noch eine „Marke“ statt Freiwurf zugesprochen bekommen haben müsste oder nicht, sei dahingestellt. Ein Punkt war an diesem Tag zu wenig...

HSG: Kämmerer – Hurlbrink, Plate (14/5), Beckmann (3), Mühlbauer (1), Bieker, Hahn, Lausen (12), Fenner (2), C. Broscheit, Nitsch

HVE:  Rolfsmeyer (1.-22.), Daskiewicz (ab 22.) – Mag (3), Stange (12/2), Bleigel (3), Dommermuth (1), Koch (3), Marquis (2), Stolina (5/3), Mimberg, Ständker, Stelzer (3), Speckmann

Schiedsrichter: Hopp/Salomo (Dortmund)

Zeitstrafen:  HSG 5, HVE 8

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