Kartslalom

Eine echte Machtdemonstration

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ACL-Akteur Jan Anders dominierte die Klasse 5.

Lüdenscheid – Die enorme Anspannung wich zunächst großer Erleichterung, weil alles lief, dann stellte sich grenzenlose Freude ein, da die Gastgeber auch sportlich ganz groß aufgetrumpft hatten beim Westfalenmeisterschaftsvorlauf im Kartslalom des AC Lüdenscheid.

Die Gesichtszüge von ACL-Boss Holger Niklas spiegelten konträr zur Anstrengung der neunstündigen Mammutveranstaltung – ohne Aufräumzeit – die Stimmungslage der Hausherren wider: Sportlich top mit drei Tagessiegen und vielen guten Platzierungen, gelobt für den reibungslosen Ablauf und flüssigen Parcours auch von den auswärtigen Gästen, dazu ein „Ausverkauft“ in der letzten Turnierstunde bei den Pommes aus dem Cateringstand: Der ACL war nicht nur mit fast komplett trockenem Wetter per du, sondern durfte sich über den Tag verteilt auch über wohl einige hundert Besucher freuen, die mehr oder weniger lange die Vorstellungen des Motorsportnachwuchses vor Ort verfolgten. Und da gab’s eine Menge zu bestaunen.

Dzewas eröffnet Veranstaltung

Früh am Morgen nach der Eröffnung durch Bürgermeister Dieter Dzewas, der nach dem Treffen mit Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg vor einigen Wochen als „Experte“ vor dem Umweltschutz-Hintergrund für die Zukunft E-Kart-Veranstaltungen favorisiert, trumpften in Klasse 1 auch die Lokalmatadoren auf. Der um den Gesamtsieg fahrende Vince Postma brillierte im Probedurchgang, wollte dann im ersten Durchgang zu viel: Am Ende stand zwar die mit Abstand schnellste Zeit (37,25 Sekunden), aber eben auch 6 Strafsekunden. Zwei, weil er nach der Zieldurchfahrt die Markierung der Haltegasse überfahren hatte und ihm dafür auch der Opa als Richter noch eine Strafe aufbrummen musste. Im zweiten Umlauf wurde Vince vorsichtiger, arbeitete sich mit der zweitbesten Laufzeit noch auf Platz vier nach vorn. In seinem Schatten nutzten auch Mika Kroczak und Ben Bogaert den Heimvorteil zu den besten Saisonplatzierungen als Zehnter und Zwölfter.

Die Pylonen waren an diesem Tag nicht jedermanns Freund.

In Klasse drei deutete Klassensieger Dimi Kosta Kipopoulos (AMC Waltrop) sein großes Potenzial mit einem fehlerfreien Lauf in 34,97 nachdrücklich an, aber auch „Späteinsteiger“ Sven Leon Hülsken fuhr als Achter mit zwei identischen (nur 1/100 durch die Zeit getrennt), fehlerfreien Umläufen auf einen starken achten Platz. Die beiden ältesten Jahrgangsklassen wurden dann zum Triumphzug für die Gastgeber, die zwei Klassensiege bejubeln durften. Zunächst strapazierte Yannik Bohmann die Nerven seines Vaters Thorsten, der einer der Cheforganisatoren des ACL ist, aufs äußerste: 34,83 Sekunden im ersten Wertungslauf nach 34,68 Sekunden im Probedurchgang gaben mit überlegener Führung Sicherheit für den zweiten Durchgang. Mit 35,47 reichte es „nur“ zur drittschnellsten Laufzeit, doch unterm Strich stand ein überlegener Sieg mit 87/100 Sekunden Vorsprung.

„Pylonenopfer“ in der ältesten Nachwuchsklasse

Auch Neuling Niklas Saemann stand auf dem Sprung unter die Top ten, leistete sich aber in jedem Durchgang zwei Strafsekunden und wurde Zwölfter. Nach überstandener Gratulationskur nutzte Yannik Bohmann sein Stimmungshoch als „Warmfahrer“ für die Klasse 5 zur tollen Zeitenjagd, die am Sonntag nicht mehr getoppt werden sollten: Bei 33,97 Sekunden blieb die Zeitmessanlage erstmals unter der 34-Sekunden-marke stehen, entfesselt ließ Bohmann junior anschließend noch eine 33,79 folgen – prasselnder Applaus war ihm sicher. In der Klasse der ältesten Nachwuchspiloten im Kampf gegen die Uhr geht’s noch enger zu, wird jeder Pylonenfehler schon zum „Platzierungskiller“: Felix Poppinga (Herdecke) landete als schnellster Pilot mit einer Zeitstrafe auf Rang 13, auch der Bergstädter Timo Aurisch wurde zum „Pylonenopfer“ ausgangs des Kreisels und landete deshalb nur auf Platz 19. Zwar ohne Fehler, aber auch ohne die Harmonie mit dem Kurs blieb der Werdohler Lennart Dittrich im ersten Umlauf, seine hohe 36er-Runde ließ ihn weit zurückfallen, die siebte Zeit in Durchgang zwei bedeutete in der Endabrechnung Platz 14. Dagegen lief’s für den langen Frederik Schneider vom ACL: Zwei hohe 35er Zeiten bedeuteten nach der bislang stärksten Saisonleistung Platz zehn. Während Klassendominator Devin Jürgensmeyer einen Pylonenfehler beklagte, trumpfte ACL-Aushängeschild Jan Anders groß auf: Laufbestzeit (34,29) im ersten und die zweitschnellste Zeit im zweiten Durchgang (34,75) reichten zum überlegenen Sieg mit „gigantischen“ 1,46 Sekunden Vorsprung – eine Machtdemonstration des ACL, der sich auch den Teamsieg sicherte.

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