Handball

HSG Lüdenscheid will das Flaggschiff wiederbeleben

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F-Jugend-Trainer Dirk Schroller bei der Arbeit mit dem jüngsten HSG-Nachwuchs.

Lüdenscheid – Der Salto rückwärts kommt spät, aber alle Beteiligten hoffen, nicht zu spät, um den Nachwuchshandball in der Bergstadt dauerhaft zu retten. „Das ist nicht wegzudiskutieren, wir stecken in einem tiefen Tal, wollen jetzt aber positiv nach vorn blicken“, macht Arne Luft, seit Saisonbeginn gemeinsam mit Birgit Schnippering Sportlicher Leiter der Jugendabteilung der HSG Lüdenscheid, sich und seinen Mitstreitern Mut.

Nachdem eine leistungsmäßig rasante Talfahrt beinahe unaufhaltsam schien, auf Funktionärsebene allein Jugendleiter Peter Werner (Sponsoring) und sein Stellvertreter Andreas Nozulak (technische Spielangelegenheiten, Passwesen und Ähnliches) die Geschicke der Abteilung engagiert, aber (beinahe) machtlos lenkten und die Abgänge zahlreicher Talente in die Nachbarschaft nicht verhindern konnten, nun also zurück zu den Wurzeln: Das einst stolze Flaggschiff Jugendarbeit, für deren Erfolge einst Übungsleiterteams um Otto Schemm und Richard Grzybek verantwortlich zeigten, soll wieder Fahrt aufnehmen.

„Es wird langsam gehen, Schritt für Schritt. Wir können sicher nicht gleich wieder leistungsstarke Mannschaften aus dem Boden stampfen“, weiß Arne Luft, dass von ihm und dem Trainerteam der HSG-Jugend viel Kärrnerarbeit notwendig ist, bis sich die HSG wieder als starke Kraft im Nachwuchsbereich etablieren kann, die angesichts angespannter Finanzlagen allein auf Dauer auch den Spielbetrieb im Seniorenbereich aufrecht erhalten kann.

Kernstück der Renaissance von HSG-Ressourcen ist das Trainerteam: Zwar sind von einst stolzen 16 Mannschaften im Punktspielbetrieb aktuell gerade einmal viereinhalb übrig geblieben, aber dieses zarte Pflänzchen im jüngeren Nachwuchsbereich wollen die über viele Jahre vermissten Ex-Handballer pflegen, die in erster Linie auch durch eigene Kinder wieder in die Halle kommen.

Auch Arne Luft, der sich gern erinnert: „Handball ist eine solch tolle Sportart, die mich bereits fast mein ganzes Leben begleitet. Beim Handball habe ich Freunde fürs Leben, viele Sozialkontakte gefunden. Das ist eine solch tolle Sportart, die unbedingt erhalten bleiben muss, weil die Kinder, die Handball spielen, davon stark profitieren werden.“ Luft und seine Mitstreiter sind sich einig, dass ein Ausbluten der Nachwuchsabteilungen auf zwei oder drei Klubs im Märkischen Kreis auf Sicht sicher kein Gewinn für das Leistungsniveau bedeuten wird. „Es nützt nichts, wenn ein Verein alle Talente bindet, die im Schlepptau auch weniger talentierte Spieler mit sich ziehen. Sicher ist immer diskutabel und sinnvoll, dass überragende Nachwuchshandballer auch in den leistungsstärksten Ligen spielen. Aber die anderen Vereine benötigen auch den Raum zum Überleben und nur aus einer breiteren Basis entwickelt sich auch die entsprechende Leistungsspitze“, ist Luft einig mit Dirk Schroller.

Der ist einer der Ex- oder aktiven Handballer wie Luft und Markus Steinhilber (das Trio kümmert sich um die F-Junioren). Sie und Dominik Felske (ist mit Jonas Schreiber zuständig für die E-Junioren), Holger Linde (kümmert sich mit Andy Wagner um die D-Junioren – „da sind schon einige Talente dabei“ – O-Ton Andreas Nozulak), Jens Ritthaler (ist HSG-Coach beim gemeinsamen B-Jugendprojekt mit der SU Altena) oder Michael Grzybek, der den über etliche Jahre im weiblichen Nachwuchsbereich engagierten Sven Müller bei den C-Juniorinnen unterstützt, bilden das „Wissens“-Potenzial.

 „Die C-Juniorinnen sind momentan das einzige echt schon leistungsmäßig orientierte Team bei uns“, erklärt Luft, möchte in den kommenden Jahren aber weitere folgen lassen. „Dazu ist aber nicht nur harte Arbeit etwa in den Kindergärten und Grundschulen, sondern sind auch viele Elterngespräche notwendig“, weiß er. Überzeugungsarbeit eben, die zwar langwierig werden wird – und doch in ferner Zukunft die einzige Überlebenschance für den Fortbestand der HSG bietet. Am Anfang dieser Arbeit steht die Suche nach ballsportbegeisterten Kindern, die bei der HSG alle willkommen sind.

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