Tennis

LTV 61: Festjahr ohne Fest zum 40. Abteilungs-Geburtstag

drei Portraits auf einem tennisplatz
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Die Tennisführung des LTV 61 mit (von links) Markus Derksen, Sebastian Geitz und Jens Plassmann.

Die Tennis-Abteilung des LTV 61 ist in diesem Jahr 40 Jahre alt geworden. Es sollte groß gefeiert werden, doch am Ende war es in Pandemie-Zeiten ein Festjahr ohne Fest.

Lüdenscheid – Sonntagmittag, 14 Uhr. Ortstermin am Klubhaus der Tennisspieler des LTV 61. Es ist der vierte Advent, aber das Wetter fühlt sich eher nach Herbst an, die Temperaturen liegen im zweistelligen Bereich, es regnet nicht. Das ist gut, denn so werden auf der Klubterrasse Stühle in gebührendem Abstand platziert. Zeit für ein Gespräch – mit Masken und Abstand. Zeit für eine Bilanz nach einem Festjahr, das keines gewesen ist.

Die Tennisabteilung des zweitgrößten Lüdenscheider Sportvereins ist in diesem Jahr 40 Jahre alt geworden. Ein Grund zum Feiern wäre das gewesen, natürlich. „Im Januar bei der Abteilungsversammlung waren alle voller Vorfreude“, sagt Markus Derksen, Leiter der Tennis-Abteilung, „wir haben viele Pläne gehabt und auch zum Beispiel direkt nach der Versammlung noch das Klubhaus innen gestrichen. Aber dann hat die Corona-Keule zugeschlagen – alles war nicht mehr normal.“

Auf der Terrasse sitzen an diesem Dezember-Sonntag neben Derksen auch Sportwart Jens Plassmann und Jugendwart Sebastian Geitz. Geitz hatte seine Stelle in der Abteilung gerade neu angetreten und wollte mit der Jugend durchstarten. Mit Sandra Hirt als neuer Trainerin. Hoch motiviert. Ein gutes Beispiel, was möglich ist, auch in der Krise. Leicht war es nicht, doch es hat trotz Corona funktioniert. Die Abteilung ist gewachsen, auch aufgrund der neuen Mitglieder im Jugendbereich – sechs neue Jugendliche hat Geitz, wie er bemerkt, für 2021 bereits auf den Zettel, die gerne beitreten wollen. Auch Markus Derksen berichtet von elf Neuanmeldungen für 2021. Es läuft...

LTV 61: Festjahr ohne Fest zum 40. Abteilungs-Geburtstag

28 Eintritte im Jahr 2020, nur 14 Austritte. Das ist in der Tat beachtlich. „Die Frage“, sagt Sportwart Jens Plassmann, „ist doch, wie viele Zugewinne es gewesen wären, wenn alles normal gelaufen wäre.“ 180 Mitglieder hat die Abteilung dieser Tage – es geht in Richtung 200. 200, ja, das wäre ein Ziel, mit dem sich das Trio anfreunden könnte. Die Entwicklung jedenfalls stimmt trotz der Lockdown-Krisen des weißen Sports, obwohl dieser Tage eben nichts normal ist.

Normal: Das hätte bedeutet, dass der Verein nach einer Saisoneröffnung Vereins- und Stadtmeisterschaften auf der Anlage neben dem Kunstrasen-Fußballplatz ausgerichtet hätte. Dass er irgendwann ein großes Geburtstagsfest hätte steigen lassen. Alles geplant, alles abgesagt. Auch das zählt zur traurigen Corona-Bilanz der Abteilung, die eigentlich gerne feiert und die nun im Geburtstagsjahr nicht einmal das Klubhaus genutzt hat, weil die Auflagen nicht zu stemmen gewesen wären bei einer Bewirtung in Eigenregie. „Wir haben die Lockerungen und Erleichterungen immer versucht, weiterzugeben, aber die Geselligkeit ist trotzdem auf der Strecke geblieben“, sagt Geitz, der neben seinem Engagement als Jugendwart als Allgemeinmediziner auch prädestiniert war für die Position als Corona-Beauftragter, „eins kann ich sagen: Es hat auf unserer Anlage definitiv keine Verstöße gegeben.“

Gute Erfolge mit neuen VHS-Angeboten

Keine Verstöße, aber eben auch kein gewohntes Miteinander in den Gruppen. „Was unsere Abteilung ausmacht – dieses generationenübergreifende Gesellige – hat komplett gefehlt in diesem Jahr“, sagt Derksen. Gerade damit hatte der LTV 61 auch bei einem neuen Projekt punkten wollen. Nach einer Vereinsberatung durch den Westfälischen Tennis-Verband hatte sich der Verein 2020 erstmals und zudem als erster Lüdenscheider Tennis-Verein mit einem Volkshochschul-Angebot engagiert. „Ziel war es, dass die Teilnehmer nach sechsmal 90 Minuten so weit sein sollten, den Ball vernünftig über den Platz zu spielen“, sagt Jens Plassmann, „es ging darum, dass die Teilnehmer Tennis einfach mal ausprobieren sollten. Und natürlich sollten sie auch den geselligen Aspekt kennenlernen. Das ging natürlich nicht wie geplant.“

Trotzdem sind die VHS-Kurse ein Erfolg gewesen. Gleich drei Durchgänge à sechs Termine hat der LTV 61 durchgeführt – 24 Teilnehmer, zwölf davon sind neue Mitglieder geworden. Dieses Projekt soll 2021 weitergeführt werden soll, natürlich. „Tennis scheint wieder attraktiver zu werden, wird generell wieder häufiger nachgefragt“, sagt Sebastian Geitz, „hier beim LTV 61 stellen wir fest, dass etwas, was lange gefehlt hat, zurückkommt: Es sind wieder viele Familien auf der Anlage.“ Aus diesem Grund soll 2021 der Spielplatz auf der Anlage erneuert werden.

Digitale Platzbuchung hat sich in der Corona-Zeit bewährt

Mitnehmen wollen die Köpfe der Abteilung zudem eine Neuerung, die es ohne die Pandemie wohl nicht gegeben hätte: Die Platzbuchung beim LTV 61 gibt es nicht mehr an einer Tafel im Klubhaus, sondern seit der Pandemie digital. Als sich die Frage stellte, wie man mit Buchungen möglichst kontaktlos umgeht nach dem ersten Lockdown, hat er LTV ein Buchungsportal gefunden, das vernünftige Konditionen und ein gutes Konzept bot. „Das hat sich sehr bewährt“, sagt Markus Derksen, „auch für die Kontaktverfolgung war es eine gute Sache.“

Die Kontakte wird man auch 2021 sicher verfolgen müssen. Und sonst? Ein nachgeholtes Fest? Es bleibt Skepsis. „Ich gehe davon aus, dass sich nicht so viel ändert 2021“, sagt Markus Derksen, „es ist schwer zu prophezeien, aber ich denke, dass es wieder eine reduzierte Saison werden wird.“ Sebastian Geitz gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass man im Sommer die gesundheits-fördernde Komponente des Sports gegen mögliche neue Lockdowns abwägen möge. Das hofft auch Derksen, aber er bleibt zurückhaltend. „Ich denke, wir werden zufrieden sein müssen, wenn wir einfach unserem Sport nachgehen können“, sagt der Abteilungsleiter, „es wird so bleiben, dass das Normale das Unnormale sein wird.“

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