TuS lockt Elitefahrer an

Durch die Natur getarnt: Die Fahrer bei der durch den TuS Neuenrade organisierten Country-Touren-Fahrt trotzten den knackigen Anstiegen und überwanden auch die matschigen Passagen. Foto: Schwarze

NEUENRADE -  Als am Sonntagmorgen die ersten Sonnenstrahlen durch die Rolladen ins Schlafzimmer fielen und Felix Loch beim Blick aus dem Fenster strahlend blauen Himmel sah, konnte der Vorsitzende der Radsportabteilung und Namensvetter des Rodel-Olympiasiegers aufatmen.

Loch ahnte, dass bei der von seinem Club veranstalteten Country-Touren-Fahrt durchs Sauerland viel Betrieb herrschen dürfte, doch der Andrang von mehr als 800 Radlerinnen und Radlern aus Westfalen überraschten den Vorsitzenden und sein Team gewaltig. Die sich mit der deutlich höheren Teilnehmerzahl ergebenden logistischen Schwierigkeiten löste der TuS durch schnelle Improvisation: Im Anmeldungsbüro, das im Musikraum der Gemeinschaftsschule Niederheide eingerichtet war, wurden zusätzliche Startnummern kreiert, an den Verpflegungsstationen auf der Strecke nachgelegt. „Die Zusammenarbeit hat hervorragend funktioniert“, freuten sich Vorsitzender Loch und Pressesprecher Klose über den Mannschaftsgeist, durch den der TuS das Großereignis problemlos gestemmt bekam.

„Die Verpflegung war top, die Strecke super ausgeschildert und anspruchsvoll geführt. Kompliment an die Ausrichter“, sagte Fred Volmerg. Der für das Rad-Bundesligateam „Matrix Bochum“ startende Athlet ging über die 53-km-Strecke mit rund 1 000 Höhenmetern an den Start. „Einige Anstiege waren schon ziemlich knackig“, berichtete Volmerg, der die CTF im Sauerland als Vorbereitung für die am kommenden Sonntag beginnende Saison nutzte. Der Elite-A-Fahrer – darüber gibt es nur noch die Profiklasse – absolviert den Auftakt am kommenden Sonntag bei der Ronde van Groningen, einem Tagesrennen über 174 km. Seit Beginn der Vorbereitung Mitte November hat Matrix-Fahrer Volmerg rund 6000 Kilometer im Sattel verbracht: Neben den 53 km auf der Strecke kamen am Sonntag noch etwa weitere 80 für die Rückfahrt in seine Heimatstadt Nordkirchen im Münsterland dazu.

Da Radfahren ein Teamsport ist, fuhren seine Brüder Jonas und Leon sowie Jan Tschernoster (RSC Werne) nicht nur auf der CTF, sondern auch auf der Rückfahrt Kolonne – für die etatmäßigen Rennradler entpuppte sich der Ausflug ins Sauerland mit dem Mountainbike als willkommene Abwechslung.

Und auch wenn alle aufgrund der teilweise schlammigen Passagen auf der Route verdreckt waren, brachten die Fahrer aus dem Ruhrgebiet und Münsterland doch eine saubere Leistung: Die „Königsetappe“ des Tages bewältigten die vier in zwei Stunden effektiver Fahrzeit.

Den Charakter der durch den TuS organisierten CTF macht die sportliche Vielfalt aus: Neben ambitionierten Radlern begeben sich auch Familien auf die Strecke und genießen die landschaftliche Idylle des Sauerlandes.

Neben dem Teilnehmerrekord von 816 Startern – und damit über 150 mehr als im zuvor erfolgreichsten Jahr 2011 – verzeichneten die TuS-Verantwortlichen noch ein Novum: „Wir hatten Starter mit Hollandfahrrädern und Dreigang-Nabenschaltung. Bei dem Profil war das auch auf der 21 km-Strecke nicht ganz ohne“, äußerte Klose. Im Zieleinlauf trug das einst weiße Hollandrad Tarnfarben.

Von Nico Schwarze

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