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Linda Becker holt mit der SG Porz die Deutsche Vizemeisterschaft

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Von: Thomas Machatzke

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Schachspielerin mit Pokal
Deutscher Vizemeister mit der SG Porz: Linda Becker. © privat

U14-Schachtalent Linda Becker holte am Wochenende mit der SG Porz bei den Deutschen Vereinsmeisterschaften den Vizetitel, war am Spitzenbrett in Willingen die beste Spielerin.

Willingen – Zwischen Willingen und Willingen lagen für Linda Becker, U14-Schachtalent aus Plettenberg, auf den Tag genau neun Monate: Am 24. Oktober hatte die für den SV Hemer aktive Becker im Sauerlandstern den dritten Platz bei den Deutschen U14-Einzelmeisterschaften geholt. Am 24. Juni nun begannen in Willingen die Deutschen Vereinsmeisterschaften der U14-Mädchen. Becker spielte sie für die SG Porz – und holte mit dem Team aus Köln am Ende der vier Wettkampftage im Sauerlandstern die Deutsche Vizemeisterschaft, war zudem die beste Spielerin am Spitzenbrett.

Neun Monate ohne eine Partie im Analog-Schach am Brett, neun Monate nur Online-Schach – und dann so eine Rückkehr. „Es war ein bisschen ungewohnt nach der Zeit, aber einfach schön, wieder am Brett Schach spielen zu können“, sagt Linda Becker. Willingen bleibt dabei für die 14-Jährige ein sehr gutes Pflaster. In den sieben Partien der nachgeholten DVM, für die noch die Jahrgänge des Jahres 2020 galten, feierte Becker vier Siege und machte dreimal Remis. Gut vorbereitet von NRW-Landestrainerin Carmen Voicu-Jagodzinsky blieb sie bei den schwersten Aufgaben, die das Wochenende bereithalten konnte, ungeschlagen.

Das Sahnehäubchen auf ihre persönliches Turnierergebnis war ihr Drittrundensieg gegen Lepu Coco Zhou aus Berlin. Die Vierte der Deutschen Einzelmeisterschaft ist im DWZ-Ranking noch einmal deutlich besser als Becker, doch die Plettenbergerin spielte im direkten Vergleich mit Weiß eine sehenswerte Partie. Eine Partie, in der das Brett brannte – und der Zhou am Ende unterging, nach nur 27 Zügen.

Daneben waren es zwei Remispartien, die herausstachen: In der 4. Runde im Spitzenspiel gegen die Karlsruher SF. Becker hatte gegen Siri Marleen Prinzen Schwarz und machte relativ früh Remis, weil sie als Mannschaftsführerin die übrigen Bretter als positiv für Porz einschätzte. Doch dann mündete der Vergleich in einem 2:2-Teamremis, weil sich die Dinge doch nicht so positiv entwickelten. Am Ende des Turniers wurde Karlsruhe mit knappen Vorsprung Deutscher Vereinsmeister, Porz blieb der Vizetitel. „Natürlich habe ich mich nachher geärgert, dass ich da nicht noch weitergespielt habe“, sagt Becker, „aber in der Situation erschien es mir richtig…“

Die letzte Partie des Turniers mündete für Becker auch in einem Remis, das extrem wichtig war, weil es ein 2:2 gegen Offenbach sicherte und damit den Punkt, der der SF Porz vor der TSG Oberschöneweide Platz zwei sicherte. Gegen Rosalie Werner stand Becker dabei mit einer Minusfigur eigentlich klar auf Verlust, doch mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch kämpfte sie mehr als fünf Stunden und stand am Ende, als sie das Remis anbot, sogar etwas besser.

Sie hatte Porz mit dem halben Punkt den Silberrang gesichert und war selbst ungeschlagen durchs Turnier gekommen. Was für ein Kraftakt. Und damit ging es mit einem richtig guten Gefühl von Willingen nach Hause. Aber diesmal nicht so lange – am 22. August beginnen die Deutschen Einzelmeisterschaften 2021, wieder im Sauerlandstern im Upland.

Nach neun Monaten ohne Analog-Schach muss Linda Becker diesmal nicht so lange auf ihre nächste Herausforderung am Brett warten: Im Rahmen der 48. Dortmunder Schachtage, die vom 10. bis zum 18. Juli in der Westfalenhalle stattfinden, darf Becker parallel zum Turnier der Supergroßmeister (unter anderem mit den Ex-Weltmeister Wladimir Kramnik und Viswanathan Anand) beim Sportland-NRW-Mädchen-Cup antreten. Bei diesem Turnier spielen zehn starke Nachwuchshoffnungen aus dem Mädchenbereich ein Rundenturnier, das sportlich für Becker gegen eine teils ältere Gegnerschaft eine große Herausforderung bedeutet

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