Zu wenig Durchschlagskraft in Reihen der SGSH

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Einer der stärksten SGSH-Akteure in der Schwalbe-Arena war Kreisläufer Dominic Luciano, der freilich das 20:28 der Gäste auch nicht verhindern konnte.

GUMMERSBACH - Das dritte Spiel des Jahres war das schwächste der SG Schalksmühle-Halver: Das Grasediek-Team unterlag am Sonntagabend beim VfL Gummersbach II vor 350 Zuschauern in der neuen Schwalbe-Arena 20:28 (9:15) und wartet damit in der Rückrunde weiter auf den ersten Sieg.

Das Drittliga-Duell fand auf „Feld 1“ der Schwalbe-Arena statt. Zuvor hatte auf „Feld 2“ die Gummersbacher A-Jugend gegen Bayer Dormagen ein Bundesliga-Spiel ausgetragen. Die Felder getrennt nur durch einen Vorhang. So war es ein wuseliges Treiben in der schmucken neuen Sportstätte. Und es sollte ein wuseliges Treiben auf dem Parkett werden.

Die SGSH suchte dabei von Beginn an ein Rezept gegen die anerkannt starke Gummersbacher Defensive. Aber es war keine sehr erfolgreiche Suche. Wurfversuche aus dem Rückraum wurden viel zu oft und viel zu leicht sichere Beute des guten Lucas Puhl, der von Florian Diehl und Julian Mayer sogar jeweils einen Ball fing. Durchbrüche über die Außenpositionen oder das Spiel über den Kreis gelang auch zu selten. So gelangen in 30 Minuten gerade sechs Feldtore. Das war nicht allein mit dem Fehlen von Dmytruszynski (verletzt) und Polakovs (krank) sowie dem kurzfristigen Ausfall von Stuhldreher (krank) zu erklären.

Die Gastgeber – erstmals wieder mit Kevin John, dafür ohne den verletzten „Nemo“ Mladenovic, der nach der Aussortierung im Bundesliga-Kader seit geraumer Zeit für die Reserve Tore wirft – kamen mit dem Schwung und der Sicherheit der jüngsten Siegesserie und zogen schnell auf 6:2 (9.) und 9:4 (18.) davon. Zur Pause stand es 15:9. Das war ein Ergebnis, das die Unterschiede auf dem Feld gut abbildete. Dass es auch deshalb kein schönes Spiel gewesen war, weil die Referees Behler/Johnen eine eher bescheidene Leistung zeigten und unterm Strich die Gastgeber etwas besser davonkommen ließen – es kam für die SGSH dazu.

Nach der Pause legten die Hausherren durch ihre beiden Besten, Kreisläufer Andreas Heyme und Linksaußen Robin Teppich, zum 17:9 nach. Das Spiel schien gelaufen. Doch die SGSH kam noch einmal zurück. Eng verbunden war dies vor allem mit einem Namen: Mareks Skabeikis. Der Lette hatte in der Pause Dominik Formella zwischen den Pfosten abgelöst. Skabeikis hielt nun, was zu halten war. Und er hielt auch das, was eigentlich nicht zu halten war. Die Gummersbacher verloren beim munteren Auslassen ihrer Chancen alle Sicherheit.

Es war Zeit für eine Aufholjagd. Sie sollte folgen, aber im Angriff blieb vieles weiter schwierig, deshalb verdiente sie sich nicht das Prädikat „fulminant“. Eher schon war sie eine mühsame. Beim 18:15 (44.) ließ Hermann einen Gegenstoß-Chance aus, verkürzte zwar im nächsten Versuch auf 18:16 (45.), doch die dritte Zeitstrafe gegen Daniel Buff (46.) war die Zäsur, die den Endpunkt der Aufholjagd bedeutete. Vor allem Heyme nutzte fortan wieder seine Chancen. Und auch Strohl kam immer besser in Fahrt. So war die Messe spätestens beim 25:19 (55.) gelesen. Die letzten Minuten nutzte Lucas Puhl noch für weitere schöne Paraden. Die SGSH steckte nun auf und schlidderte so noch in eine Niederlage, die am Ende zu hoch ausfiel, gleichwohl verdient war. 25 starke Minuten im Oberbergischen waren zu wenig für Zählbares.

Thomas Machatzke

VfL: Puhl, Plessers (bei einem Siebenmeter) – Teppich (8/3), Heyme (7), Strohl (4), Schroeter (3), Jaeckel (2), John (2), Predragovic (1), Arnold, Erlinghagen, Seifert, Bader

SGSH: Formella, Skabeikis (ab 31.) – Mayer (6/4), Luciano (4), Hermann (4), Oberste (2), Feldmann (1), Buff (1), Müller (1), Krüger (1), Herzog, Diehl, Stuhldreher (n.e.), Brauckmann (n.e.)

Schiedsrichter: Jan Behler und Marcus Johnen (Solingen/Beckrath)

Zeitstrafen: VfL 5, SGSH 7 + rote Karte gegen Buff (45:44, 3. Zeitstrafe)

Beste Spieler: Puhl, Heyme, Teppich – Skabeikis, Luciano Zuschauer: 350

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