Handball

3. Liga: Re-Start im April und Aufstockung von 72 auf 85 Mannschaften

Harztopf Handball
+
Staffelleiter Andreas Tiemann hat schon wieder den Harzgeruch in der Nase.

Am Mittwochabend verkündete der DHB ganz offiziell, was seit der letzten Videokonferenz im Januar eigentlich klar war: Es gibt keine Absteiger in der 3. Liga in diesem Jahr, die dritthöchste Spielebene der Männer wird in der Saison 21/22 85 statt 72 Teams haben. Die freiwilligen Runden 20/21 (Aufstieg und Pokal) sollen im April starten.

Schalksmühle – Als Andreas Tiemann seinen Vortrag beendet und alle Fragen beantwortet hatte, da ließ er sich doch noch zu ein bisschen Euphorie hinreißen. „So langsam“, stellte der Staffelleiter der 3. Liga der Männer im Deutschen Handball-Bund, der ab dem 1. März auch offiziell Vorsitzender der Drittliga-Spielkommission des DHB sein wird, am Mittwochabend am Ende der Videokonferenz fest, „rieche ich den Harzpott wieder. Ich hoffe, es geht euch genauso…“

Vorher hatte Tiemann eher nebenbei die Aufstockung der 3. Liga der Männer von 72 auf 85 Teams in der Saison 21/22 verkündet. Die Saison 20/21 in ihrer ursprünglichen Planung ist abgebrochen, der DHB hat der Aussetzung des Abstiegs zugestimmt. Das heißt: Bis auf die zwei Aufsteiger zur 2. Bundesliga bleiben 70 Teams aus dem aktuellen Stamm der 3. Liga erhalten. Dazu kommen zwölf Aufsteiger aus den Oberligen und drei Absteiger aus der 2. Bundesliga. In Summe 85 Mannschaften.

Auf die Diskussion, in welcher Staffelkonstellation die 3. Liga 21/22 starten könnte, darauf wollte sich Tiemann noch nicht einlassen. Nur so viel: Der kollektive Starttermin Anfang August wird nicht zu halten sein. Zu groß war der Widerstand aus den Vereinen. Es geht eher schon Mitte bis Ende August los – und zudem mit der Option, nicht alle Staffeln zum selben Zeitpunkt starten zu lassen. Im Süden der Republik, wo die Sommerferien später beginnen, könnte auch die Saison später starten.

Re-Start im April und Aufstockung von 72 auf 85 Mannschaften

So weit indes ist man noch lange nicht, also zurück zum Geruch des Harzpotts. Auch wenn aktuell noch ein Viertel der Teams gar nicht trainiert, soll Mitte April die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga beginnen. Ende April dann die Pokalrunde, in der es um DHB-Pokalplätze für die nächste Saison gehen soll. Alles kurz, knapp und komprimiert. Das Drängen vieler Vereine, die Pokalrunde auch bereits Mitte April zu starten, mochte Tiemann mit keiner Zusage beantworten. Zu viel ist ungewiss, es sollen auch Teams die Chance zur Teilnahme haben, die dann vielleicht noch auftrainieren müssen.

Ergänzend zu beiden Runden will der DHB zudem eine dritte Spielrunde anbieten, die sich nur an 2. Mannschaften richtet. Diese Bundesliga-Reserveteams – meist Junioren-Vertretungen – haben keine Chance auf DHB-Pokaltickets, könnten also untereinander spielen. Alternativ wäre auch ein Start außer Konkurrenz in den Pokalrunden denkbar.

Für die 72 Teams der 3. Liga stehen übrigens zwölf Startplätze im DHB-Pokal zur Verfügung. Da bereits elf Mannschaften für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga gemeldet haben, machte Andreas Tiemann klar, dass diese elf Teams, die er am Mittwochabend nicht namentlich benannte, nicht automatisch einen DHB-Pokalplatz sicher haben. Die Plätze sollen in der Ausschreibung auf Aufstiegs- und Pokalrunde verteilt werden. Nach welchen Schlüssel, ließ Andreas Tiemann offen.

Wenn die Pokalrunde auf einen so kurzen Zeitraum von vier bis sechs Wochen komprimiert wird, ist das Verhältnis von Aufwand und Nutzen ein fragwürdiges. Wir wären für einen früheren Start im April.

Mark Schür (1. Vorsitzender der SGSH)

Für die SGSH Dragons nahmen der 1. Vorsitzende, Mark Schür, und der Sportliche Leiter, Axel Vormann, am Meeting teil. „Wenn die Pokalrunde auf einen so kurzen Zeitraum von vier bis sechs Wochen komprimiert wird, ist das Verhältnis von Aufwand und Nutzen ein fragwürdiges“, stellte Schür nach der Videorunde fest, „wir wären für einen früheren Start im April.“ Die SGSH will die Pokalrunde als „erweiterte Vorbereitung“ auf die neue Saison verstehen, wenn möglich bereits das neue Team für den Herbst einspielen. Je mehr Spiele es da gibt, umso mehr Testspiele wären es nach einem dann wohl ziemlich genau halben Jahr Wettkampfpause.

Auch wenn die offizielle Saison abgebrochen ist, geht der DHB in Aufstiegs- und Pokalrunde den Weg mit Pflicht-Live-Übertragungen aller Spiele auf dem Portal sportdeutschland.tv weiter. Dazu wird es ein Testkonzept geben, dessen erste Version den Vereinen am Wochenende zugehen wird. Tiemann verriet noch nichts Konkretes, nur so viel: „Das Testkonzept lebt, gerade für die Schnelltests gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Das Konzept wird sich weiterentwickeln. Die erste Version ist nur der Aufschlag. Ich denke nicht, dass wir nach dieser Version spielen werden.“

Meldeschluss für die Pokalrunde am 31. März

Sei’s drum: Die Vereine wissen nun, woran sie sind. Bis zum 1. März müssen die Aufstiegswilligen beim DHB und bei Tiemann gemeldet haben. Danach haben sie einen Monat Zeit, beim DHB die entsprechenden Unterlagen und Nachweise einzureichen. Am 31. März, also zum Ablauf dieser Pflicht, ist erst Meldeschluss für die Pokalrunde.

„Auch deshalb, weil bis dahin noch Mannschaften dazu kommen können, die erst für die Aufstiegsrunde gemeldet haben und sich vielleicht doch noch anders entscheiden“, begründet Tiemann den späten Termin. Staffelstärken und Termine werden danach in einzelnen Konferenzen für beide Runde im Detail besprochen. Eins nach dem anderen, aber immer mit einer Zielrichtung: zurück zum Harztopf…

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare