Handball

3. Liga 21/22: Zu viele NRW-Vertreter für nur eine Spielstaffel

Handballer bei der Abwehrarbeit
+
Die SGSH um Brian Gipperich ist in der neuen Drittliga-Saison ebenso am Start wie der TuS Volmetal.

Gegen wen wird die SGSH in der nächsten Drittliga-Saison antreten müssen. Das Feld der Mannschaften wird noch größer - auch NRW wird mehr Mannschaften stellen als in eine Spielstaffel passen.

Schalksmühle – In Zeiten, in denen so vieles unklar ist und die gewohnten Wege wie Relikte aus vergangenen Tagen erscheinen, ist mitunter die Freude schon dann groß, wenn es ein wenig konkreter wird. 

In der 3. Liga der Handballer wissen die Vereine seit Anfang der Woche, dass sich niemand freiwillig zurückzieht. Sie wissen, dass es wohl auf bis zu 85 Vereine bei den Männern hinauslaufen könnte in der Spielzeit 21/22.

72 aktuelle Drittligisten minus zwei Aufsteiger zur 2. Bundesliga: Der Grundstock also besteht aus 70 Mannschaften. Dazu kommen drei Zweitliga-Absteiger und bis zu zwölf Aufsteiger aus den Landesverbänden. Ob es tatsächlich zwölf werden, kann derzeit niemand sagen. Es hängt davon ab, ob es am Ende überall gelingt, einen Aufsteiger zu ermitteln oder zu benennen.

3. Liga 21/22: Zu viele NRW-Vertreter für nur eine Spielstaffel

In Westfalen würde man dies selbst dann tun, wenn die Aufstiegsrunde pandemie-bedingt nicht stattfinden könnte. So viel haben 
die Spieltechniker in Westfalen bereits verraten. 70 plus drei plus zwölf macht 85: Maximal 85 Mannschaften werden es also bei den Männern sein. 84 Mannschaften wären eine schöne Zahl für die Spielplanung. 84 Mannschaften würden sieben Zwölfer-Staffel ebenso möglich machen wie sechs 14er-Staffeln. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Also eine Bestandsaufnahme aus NRW-Sicht: Hier gibt es viele Drittligisten, auch wenn nur Krefeld, Hagen und Spenge zuletzt die 
Aufstiegsrunde spielten und kein einziger Verein den freiwilligen Ligapokal. Der Drittliga-Handball in NRW hat seinen Lockdown 
weitestgehend freiwillig verlängert. Auch wenn die SGSH Dragons und der TuS Volmetal zuletzt zaghafte Wiedereinstiegsversuche in drei Testspielen unternommen haben.

Der ewige Zweitligisten aus Emsdetten muss bangen

16 Drittligisten aus Nordrhein-Westfalen sind es in der Spielzeit 20/21 nominell gewesen, zehn in der Staffel Nord-West, sechs in der Staffel Mitte. Davon bleiben fürs Spieljahr 21/22 mindestens 15 übrig, denn durch die Aufstiegsrunden-Viertelfinal-Konstellation mit dem Westschlager zwischen Hagen und Krefeld ist klar: Es wird nur einen West-Aufsteiger geben können. Wenn’s schlecht läuft, sogar gar keinen. 

Zu den 15 bis 16 Stamm-Drittligisten dieser Saison könnte sich wohl aus der 2. Bundesliga der TV Emsdetten dazu gesellen. Die Handballer aus dem nördlichen Münsterland sind Vorletzter der 2. Bundesliga und haben drei Zähler Rückstand zum rettenden 16. Platz. Es sieht nicht gut aus. Der TuS Ferndorf und der ASV Hamm sind auch nicht gesichert, haben im Abstiegskampf aber deutlich bessere Karten als die Ems-Handballer, die eigentlich zum Inventar der 2. Bundesliga zählen. Seit 1985 gehören sie ihr mit zwei Jahren Pause an. In der Saison 90/91 spielten sie einmal drittklassig, in der Saison 13/14 gelang der Erstliga-Aufstieg, dem aber 
der direkte Wiederabstieg folgte.

TSG Altenhagen und SG Ratingen hoch gewettet

Aus den Landesverbänden in NRW soll es zwei Neuzugänge für die 3. Liga geben. In Westfalen bewerben sich die TSG Altenhagen-Heepen um Ex-SGSH-Goalgetter Lutz Weßeling ebenso wie die SF Loxten und die TSG Harsewinkel um den Aufstieg. Altenhagen gilt als Favorit.

Die Landesverbände Mittelrhein und Niederrhein haben eine gemeinsame Regionalliga – hier gibt es auch drei Bewerber für die 3. Liga. Der TuSEM Essen II, der am 29. Mai eventuell ein Testspiel bei den SGSH Dragons bestreiten will, gilt dabei mit seinem jungen Ensemble eher als Außenseiter gegen zwei sehr etablierte Teams: Die SG Ratingen mit Ex-Dritt- und Zweitliga-Cracks wie Alexander Oelze, Thomas Bahn (Rhein Vikings), Bastien Arnaud (Bergische Panter) und Simon Ciupinski (Hagen/Krefeld) vereint Schlagkraft und Erfahrung. Aber auch der OSC Rheinhausen – Trainer Thomas Molsner (früher Angermund) und Sportlicher 
Leiter Olaf Mast (ehemals Dormagen/Krefeld) – hat ein starkes Gesamtpaket geschnürt.

Derby-Liga im Süden als gute Option

Klar ist: Die Zugänge „von unten“, wer auch immer es sein wird, werden  Bereicherungen sein für die 3. Liga im Westen. Und klar ist auch: NRW wird in der Saison 21/22 mindestens 17 Teams stellen, möglicherweise (kein Aufsteiger zur 2. Bundesliga, bis zu zwei Absteiger aus der 2. Bundesliga) sogar bis zu 20.

Sollten die Spieltechniker Zwölfer-Staffeln favorisieren, so könnte es gerade im Süden von Westfalen eine gesunde reine NRW-Staffel geben, die zum Beispiel so aussehen könnte: SGSH Dragons, TuS Volmetal, SG Menden Sauerland Wölfe, Ahlener SG, ASV Hamm II, Longericher SC, VfL Gummersbach II, Bergische Panther, Leichlinger TV, TuS 82 Opladen, Ratingen/Essen/Rheinhausen, Hagen/Krefeld. Ein realistisches Szenario ist dies – und eines, das auch den Verantwortlichen in Halver und Schalksmühle mit seinen zahlreichen Derbys und kurzen Wegen durchaus gefallen könnte…

Die möglichen NRW-Teams in der 3. Liga 21/22

Staffel Nord-West: SGSH Dragons, SG Menden Sauerland Wölfe, TuS Volmetal, VfL Eintracht Hagen, TuS Spenge, ASV Hamm II, Ahlener SG, LIT 1912 II, HandbALL Team Lippe II, TSV GWD Minden II
Staffel Mitte: Longericher SC, HSG Krefeld, Leichlinger TV, TuS 82 Opladen, HSG Bergische Panther, VfL Gummersbach II
potenzielle Zweitliga-Absteiger aus NRW: TV Emsdetten (18.), TuS Ferndorf (14.), ASV Hamm (12.)
ein Aufsteiger aus Westfalen: TSG Altenhagen-Heepen, Sportfreunde Loxten, TSG Harsewinkel
ein Aufsteiger aus der Regionalliga Nordrhein (gemeinsame Spielklasse der Verbände Mittelrhein und Niederrhein): OSC Rheinhausen, TuSEM Essen II, SG Ratingen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare