Lenne-Volme-Turngau

Gabi Isenberg neu im LVG-Vorstand

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Für die sportliche Unterhaltung beim Gauturntag sorgte am Sonntag die Minifunkengarde des TV Rönkhausen mit einem schwungvollen Auftritt.

Rönkhausen - Thorsten Gödde hatte schon bei der Mikrofonprobe ein gutes Gespür: „Drei Stunden werde ich heute wohl reden müssen.“ Nun, im Alleingang bestritt der Vorsitzende des Lenne-Volme-Turngaus den erstmals in Rönkhausen abgehaltenen Gauturntag zwar nicht, aber in der Tat war die Tagesordnung erst nach rund 180 Minuten abgearbeitet, wurden die Delegierten der Vereine unter den Klängen des Spielmannszuges aus der Rönkhauser Schützenhalle verabschiedet.

Viele Vereinsvertreter waren nicht ins Dorf kurz hinter der Kreisgrenze, wo der TV Rönkhausen im Juni sein 125-jähriges Bestehen feiern wird, gekommen. Inklusive Vorstand gab es nur 48 Stimmberechtigte – das dürfte Minusrekord sein. Dabei bot die Tagesordnung mit der Verabschiedung der komplett neu erarbeiteten Satzung einen wichtigen Programmpunkt, der schon im Vorfeld nicht störungsfrei blieb. 

„Es war nicht einfach, gegen den WTB anzukommen“, berichtete Gödde von Differenzen mit dem Westfälischen Turnerbund, vor allem bei der Frage, wer über die Mitgliedschaft im Gau zu entscheiden hat. LVG und weitere Gaue sind ebenso wie das zuständige Amtsgericht Iserlohn der Auffassung, dass dies eigenverantwortlich vom jeweiligen Gau und nicht vom WTB geklärt werden muss. „Und deshalb haben wir die Satzung so umgestaltet, dass wir sie beim Amtsgericht durchbekommen“, erklärte Gödde. „Völlig kontrovers“ sei demgegenüber die Meinung des WTB, dessen eigene Satzung aber schon geraume Zeit beim Amtsgericht liegt und dort noch der Genehmigung harrt. 

Aufklärung zu diesem Thema hätte der WTB-Vizepräsident der Abteilung Verbandsentwicklung, Oliver Rabe, liefern können. Als es um die Satzung ging, hatte er sich aber bereits wieder aus Rönkhausen verabschiedet. Einig sind sich Gau und WTB bei der „gestuften Mehrfachmitgliedschaft“, will sagen, wer dem LVG angehört, ist auch gleichzeitig Mitglied im Turnerbund. „Der zuständige Rechtspfleger konnte damit zunächst nichts anfangen. Thorsten Gödde wurden Knüppel zwischen die Beine geworfen“, sagte Rabe in seinem Grußwort. Letztlich wurde die neue Gausatzung bei einer Enthaltung genehmigt, konnte im Anschluss auch der komplette Vorstand bestätigt werden.

Der LVG-Vorstand mit (von links) Gabi Isenberg, Dagmar Gödde, Helmut Trimpop, Thorsten Gödde und Anja Esser.

Frank Schulte, als Vorsitzender der TV Rönkhausen der Gastgeber des Gauturntags, ließ diese en bloc vornehmen. Zuvor waren bereits Kassenwart Helmut Trimpop und Geschäftsführerin Anja Esser für jeweils vier Jahre in ihren Ämtern bestätigt worden. Neu im Vorstand, dem außerdem Thorsten Gödde, Oberturnwartin Dagmar Gödde und der für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation zuständige Wesley Baankreis angehören, ist Gabi Isenberg (52/TV Hüinghausen) als Beauftragte für Lehrarbeit, die Frauenwartin Renate Friedrichs ersetzt. Laut neuer Satzung nicht mehr vorgesehen ist ein Gauehrenrat. „Wir sind jetzt arbeitslos“, rief der Kiersper Dieter Schmidt seinen Kollegen Rainer Tillmann und Wolfgang Knorn zu. Tagen musste der Ehrenrat in der Vergangenheit allerdings nie, so dass er nun ebenso Geschichte ist wie die beiden Bezirke, die durch projektbezogene Arbeitskreise ersetzt worden sind. „Das geht aber nicht zu Lasten der Sportler“, machte Thorsten Gödde deutlich.

Und dann gab es noch einen Abschied nach 15 Jahren im Vorstand des Lenne-Volme-Turngaus: Im Rahmen des Gauturntages in Rönkhausen sagte Renate Friedrichs der Vorstandsarbeit auf Gauebene lebewohl. „Es war ein stückchenweiser Abschied aus dem Vorstand“, stellte der Gauvorsitzende Thorsten Gödde fest und überreichte der scheidenden Frauenwartin, die nie eine Freundin von Ehrungen gewesen ist (Gödde: „Ehrungen lehnst du ja ab...“), einen Blumenstrauß und einen Gutschein für ein Wellness-Wochenende im Berghotel Hoher Knochen in Schmallenberg als Dankeschön für die geleistete Arbeit. 

Thorsten Gödde (rechts) und seine Frau Dagmar (links) verabschiedeten Renate Friedrichs.

Die Lüdenscheiderin war im November 2002 im Saal der Gaststätte Dahlmann zur Gauvorsitzenden gewählt worden in einer unruhigen Zeit, in der die Gräben im LVG tief gewesen waren. Mehr als 150 Delegierte vollzogen seinerzeit den Wachwechsel, bei der heutige Gauvorsitzende Thorsten Gödde als Nachfolger von Rita Hosse zum Geschäftsführer gewählt wurde. 13 Jahre führte Friedrichs den Gau (Gödde: „Wir haben zusammen einiges erreicht...“) und übergab dann den Vorsitz an Gödde, blieb dem Vorstand aber als Frauenwartin treu. In diesem Amt kümmerte sich Friedrichs vor allem um die Aus- und Weiterbildung. Nun will Renate Friedrichs nicht mehr. Als Vorsitzende des TV Friesen und Kassenwartin der DJK Eintracht Lüdenscheid bleibt sie indes der Turnbewegung und damit irgendwo auch dem LVG erhalten.

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