Lenne-Volme-Turngau

Gisela Geißler wird 80 Jahre alt: "Der Sport hat mir immer sehr viel gegeben"

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Gisela Geißler feiert ihren 80. Geburtstag. 60 Jahre lang war sie Übungsleiterin beim TV Friesen Lüdenscheid und später beim TV Augustenthal.

Lüdenscheid – Ihren 80. Geburtstag feiert am Samstag die langjährige Frauenwartin des Lenne-Volme-Turngaus, Gisela Geißler, die auf sechs Jahrzehnte als Übungsleiterin beim TV Friesen Lüdenscheid und TV Augustenthal zurückblickt.

Alles begann im Jahre 1954 mit dem Umzug in die Schlittenbacher-Straße. Eine Nachbarstochter nahm Gisela Geißler mit zum Turnunterricht des TV Friesen, von diesem Moment an war die Leidenschaft für den Sport bei der lebensfrohen Lüdenscheiderin geweckt. Bereits drei Jahre später legte sie unter der Leitung von Karl Wegerhoff, damaliger Oberturnwart des Westfälischen Turnerbundes, ihre Ausbildung zur Übungsleiterin ab. Übungsleiterin blieb Geißler 60 Jahre lang, ehe sie 2017 aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten musste. 

„Ich habe es immer gerne gemacht. Der Sport hat nicht nur genommen, er hat mir auch sehr viel gegeben. Ich bin immer mit viel Lust in die Halle gegangen und habe es nie als lästige Verpflichtung angesehen“, erklärt die Lüdenscheiderin, die neben ihrem sportlichem Wirken beim TV Friesen auch insgesamt 30 Jahre als Übungsleiterin des früheren Vereins TV Augustenthal tätig war. Doch damit nicht genug, ab 2001 bis zum Jahre 2012 war Geißler Sportliche Leiterin beim TV Friesen, darüber hinaus war das Energiebündel fast 30 Jahre beim Lenne-Volme-Turngau tätig, deren Ehrenmitglied sie heute ist. 

Der Grund, wieso Geißler Sportliche Leiterin beim TV Friesen wurde, ist allerdings ein tragischer. Ihr Ehemann Dieter, der ebenfalls als Oberturnwart beim TV Friesen tätig war, verstarb während eines Aufenthalts in den Skiferien. Daraufhin übernahm seine Ehefrau die sportlichen Geschicke des Vereins. „Das war natürlich eine schlimme Zeit, aber da muss man durch. Ich konnte mich nicht hängen lassen. Gerade der Sport hat mir in dieser Zeit sehr geholfen und mich auch ein Stück weit aufgefangen“, sagt Geißler heute. Durch den Sport und die gemeinsame Leidenschaft lernte sie ihren Mann erst kennen. 

Das Kniegelenk macht Probleme, aber die geistige Fitness ist noch da

„Wir haben uns beim TV Friesen kennen und lieben gelernt. Unsere Basis war, dass wir die gleichen Interessen hatten. Das ist viel wert, dadurch hatte man auch Verständnis für den anderen und konnte sich gegenseitig jederzeit unterstützen“, erklärt die Rentnerin. Das Ehepaar Geißler war fast 40 Jahre verheiratet. Gesundheitlich ging es die letzten Jahre für Geißler ein wenig bergab, das neue Kniegelenk, das sie im Jahre 2017 eingesetzt bekam, entzündete sich. Kurzzeitig musste Geißler im Rollstuhl Platz nehmen und ins Altenheim gehen, mittlerweile wohnt sie wieder zu Hause, das Gehen fällt Geißler weiter schwer. „Mir geht es gesundheitlich nicht mehr so gut, aber ich hadere nicht. Wichtig ist, dass man weiterhin auch geistig fit bleibt. Meine Rechnungen für das Haus mache ich weiterhin allein. Sonst friert das Gehirn ein“, scherzt die gelernte Kauffrau. 

Der Kontakt zu den früheren Weggefährten ist allerdings weitgehend abgerissen, einmal im Monat trifft sich Geißler noch mit einer Damenrunde des damaligen TV Augustenthal. „Das ist, glaube ich, der Wandel der Gesellschaft, es kommen nur noch zwei, drei Leute. Man gerät schnell in Vergessenheit“, weiß Geißler. Den meisten Kontakt hat Geißler zu ihrer 90-jährigen Schwester Helga, die beiden wohnen Tür an Tür und frühstücken jeden Morgen gemeinsam. Auch hinter das Autosteuer setzt sich Geißler weiterhin, Fahrten bis nach Hamm kriegt die Frohnatur noch bewältigt. Zudem ist sie noch einmal die Woche bei der Aqua-Gymnastik („Ich versuche mich weiterhin, so gut es geht, zu bewegen und fit zu halten“) aktiv. Ihren 80. Geburtstag feiert Geißler am Samstag mit 40 Leuten. „Wir werden gemeinsam zu Mittag essen, danach wird es noch Kuchen geben. Früher habe ich meine Geburtstage noch im Partykeller gefeiert, aber jetzt brauche ich keine laute Musik mehr. Ich freue mich darauf“, sagt die Lüdenscheiderin, die ihre herzliche Art auch in das neue Lebensjahrzehnt tragen wird.

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