Leichtathletik

Vieweg schaltet in den Angriffsmodus

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Luis Vieweg will in Ulm zeigen, was er drauf hat. Eine Medaille ist das Ziel.

Meinerzhagen – Der Meinerzhagener Topsprinter Luis Vieweg ist dieser Tage ein Vielreisender. Das vergangene Wochenende verbrachte er – sportlich ausnahmsweise untätig – mit dem deutschen U20-EM-Kader im schwedischen Boras, bereits am Donnerstag geht es aus dem Sauerland gen Ulm. Im Donaustadion werden die Deutschen Meister der Altersklassen U20 und U18 ermittelt.

„Natürlich ist Luis enttäuscht gewesen, dass er bei der EM nicht wenigstens im Vorlauf in der Staffel laufen durfte – der Bundestrainer hat sich da für die sichere Variante entschieden“, sagt Viewegs Vereinscoach von der LG Kindelsberg Kreuztal, Adalbert Roßbach, „ich weiß es noch aus meiner Zeit als Bundestrainer: Wenn ich einen Läufer nicht berücksichtigt habe, dann hat er es mir danach bei den Deutschen Meisterschaften erst recht zeigen wollen. Und meistens hat das dann auch geklappt.“ 

In Ulm also setzen Roßbach und Vieweg auf den „Jetzt-erst-recht“-Modus, wenn heute die 100-Meter-Entscheidung ansteht. Vorlauf um 16.25 Uhr, Halbfinals ab 18.05 Uhr, Finale um 19.30 Uhr: Es geht direkt in die Vollen für Vieweg, oder, wie es Roßbach ausdrückt: „Da muss man von Beginn an voll da sein. Da gibt es keine Spielereien.“ 

Luis Viewegs Bestzeit (10,57 Sekunden) weist ihn als Nummer sieben im Feld aus. Vor ihm liegen die vier Staffelgold-Sieger von Boras (Fabian Olbert, Simon Wulf, Elias Goer und Lucas Ansah-Peprah), dazu Nick Kocevar aus Bad Endorf und Alexander Czysch aus Stuttgart. 10,42 Sekunden stehen für die beiden in diesem Jahr schnellsten deutschen U20-Sprinter – Staffel-Schlussläufer Ansah-Peprah (Hamburger SV) und EM-200-Meter-Silbermedaillengewinner Goer (Sprintteam Wetzlar) – zu Buche. Kurzum: Es dürfte ein Gedränge im Kampf um die Medaillen werden. 

Ein Gedränge, in dem Vieweg mittendrin sein möchte. „Luis will jetzt richtig angreifen“, sagt Roßbach, „das erste Ziel ist der Endlauf, aber dann will er natürlich auch um die Medaillen mitlaufen.“ Ein Faktor im Donaustadion dürfte auch die Hitze werden. Drei Läufe binnen gut drei Stunden – dreimal am Limit. Das liegt auch nicht jedem Sprinter. „Im Training hat es bei Luis sehr gut ausgesehen“, sagt Roßbach, der am Donnerstag gemeinsam mit seinem Sprinter und dem Kreuztaler U18-Stabhochspringer Till Marburger die Reise gen Süden antritt, „Luis ist fit und nach der Reise nach Schweden voller Tatendrang. Ich hoffe nun einfach, dass er nicht übermotiviert an die Sache herangehen wird.“ 

Merke: Auch im Angriffsmodus kommt es aufs richtige Maß an. Geplant ist für den Meinerzhagener nach dem heutigen 100-Meter-Finale zudem am Samstag der Start über die 200-Meter. Hier ist Vieweg die Nummer 13 im Feld, allerdings ist er diese Strecke auch erst zweimal in diesem Jahr gelaufen. Um 16.20 Uhr finden am Samstag die Halbfinals statt, um 19.10 Uhr der Endlauf. Allerdings sind die 200-Meter die Zugabe. Die volle Konzentration liegt zunächst auf der kürzeren Sprintstrecke. „Erst danach schauen wir, ob die 200 Meter muskulär noch passen“, sagt Roßbach, „und auch über ein Ziel unterhalten wir uns erst danach...“

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