Leichtathletik

Luis Vieweg und ein Wettkampf unter ganz besonderen Vorzeichen

Deutsche Meisterschaften U20/U18 Leichtathletik 2018
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Startet beim "backontrack-Meeting": Luis Vieweg aus Meinerzhagen.

Meinerzhagen – Die Leichtathleten sind zurück auf der Tartanbahn und in der Sandgrube, sie sind „back on track“, und deshalb hat die LG Olympia Dortmund ihr Sportfest am Samstag im Stadion Rote Erde auch „backontrack-Meeting“ genannt. Auch der Meinerzhagener Topsprinter Luis Vieweg wird in Dortmund den 100-Meter-Sprint in Angriff nehmen. Es ist eine willkommene Abwechslung zum einem Trainingsalltag, der dieser Tage ganz weit weg ist von Normalität.

 „Ja, wir trainieren zwar vier- bis fünfmal die Woche, aber es fühlt sich ganz anders an“, sagt Viewegs Trainer Adalbert Roßbach. Bis Anfang Mai hatte Vieweg sein Pensum noch komplett alleine im Stadion absolvieren müssen. Seitdem trainiert man bei der LG Kindelsberg Kreuztal zwar wieder mit Trainer und in Gruppen – Roßbachs 19 Aktive umfassende Gruppe wurde auf vier Kleingruppen aufgeteilt, von denen jeweils zwei parallel im Stadion schwitzten –, doch der entscheidende Unterschied in diesem Jahr ist jener, dass die Topathleten kein wirkliches Ziel vor Augen haben. 

„Für die Deutschen Meisterschaften, für die diesmal nur weniger Athleten zugelassen werden, müsste Luis eine 10,40 laufen – das ist aus der Pandemie heraus kaum zu schaffen“, sagt Roßbach, „Staffelrennen gibt es aufgrund der Pandemie ohnehin nicht. Und die Junioren-Meisterschaften sind abgesagt worden. Keine Westdeutschen und keine Westfalenmeisterschaften – das ist schon sehr schwierig für die Motivation.“ Roßbach hat sich fünf seiner Schützlinge vor zwei Wochen ins Auto gepackt und ist zu einem kleinen Sportfest ins hessische Friedberg gefahren. Auch Vieweg gehörte zu den Startern. Erster Freiluftstart 2020, nach 10,71 Sekunden kam er ins Ziel. 14 Hundertstel über seiner persönlichen Bestleistung. „Luis war nicht ganz zufrieden, aber ich denke, dass war fürs erste Rennen nach der langen Pause völlig okay“, sagt Roßbach und setzt seinen Schützling vor dem Start in Dortmund nicht unter Druck. „Ich denke, dass sich Luis etwas verbessern wird, wenn es die Bedingungen hergeben, aber über Ziele haben wir nicht gesprochen im Training.“ 

Maskenpflicht im Stadion bis direkt vor dem Start

Eher schon drehen sich die Gespräche natürlich um all das, was bei einem Wettkampf an Ungewohntem auf die Aktiven zukommt. Die LG Olympia Dortmund hat für das „backontrack-Meeting“ immerhin 653 Aktive aus 150 Vereinen auf der Meldeliste stehen. 962 Starts sollen diese am Samstag im altehrwürdigen Stadion absolvieren, und dies natürlich nach einem klaren Hygienekonzept und unter strengen Auflagen. Die Athleten werden 30 Minuten vor ihrem Wettkampf ins Stadion kommen – bis zum Start (gegen 13.15 Uhr) wird Vieweg, der kürzlich 20 Jahre alt geworden ist, im Stadion eine Atemschutzmaske tragen müssen. Erst direkt vor dem Start dürfen die Läufer die Masken ablegen. Auch für Roßbach gilt das 30-Minuten-Kriterium. Überhaupt darf ein Verein nur zwei Trainer im Stadion stellen. Roßbach betreut nach Vieweg am späteren Nachmittag noch eine Weitspringerin aus dem Siegerland von einem fest zugewiesenen Platz. Alles bleibt gewöhnungsbedürftig. 

„Die Athleten müssen auch direkt nach dem Start wieder das Stadion verlassen, denn es sollen ja nie mehr als 100 Menschen zusammen im Stadion sein“, sagt Roßbach, „und das Aufwärmen läuft draußen. Wenn es den ganzen Tag regnet, wie es angekündigt ist, sind das natürlich schwierige Voraussetzungen für den Wettkampf.“ Sei’s drum: Der erfahrene Trainer ist froh, dass es überhaupt wieder sportliche Reizpunkte gibt. In zwei Wochen übrigens vielleicht auch in Kreuztal. Die LG hat für den 25. Juli ein kleines Meeting an der Stählerwiese geplant – vielleicht intern, vielleicht mit Startern aus umliegenden Vereinen, das ist noch nicht ganz klar. Aktuell hat die LG gerade erst ihr Hygienekonzept eingereicht und wartet nun auf die Antwort der Kommune. Ein Konzept, das ein Sportfest ohnehin zu einer nicht ganz leicht zu stemmenden Veranstaltung werden lässt. Doch Roßbach sieht es positiv – besser mit diesen Auflagen als gar kein Wettkampfbetrieb.

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