Florian Kalb läuft bei Jugend-DM über 800 Meter

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Im Vorjahr schied Florian Kalb (rechts) als Vierter seines Vorlaufs aus, belegte im Sindelfinger Glaspalast im Gesamtklassement letzlich Platz 13. Diesmal hofft der Bergstädter in Neubrandenburg insgeheim auf die Endlauf-Qualifikation über 800 Meter.

Lüdenscheid - Die Vorbereitung ist abgeschlossen, am Freitagmittag geht es los: Gemeinsam mit Trainer Hanni Riedel bricht Florian Kalb ins rund 630 Kilometer entfernte Neubrandenburg auf, wo am Wochenende im dortigen Jahnsportforum die Deutschen Hallen-Jugendmeisterschaften stattfinden.

Von Marc Kusche  

Für den 18-jährigen Mittelstreckler der LG Lüdenscheid ist es das erste Highlight des neuen Jahres, in dem er an seine überragende Vorsaison anknüpfen möchte. Denn über alle Distanzen, die er 2014 in Angriff genommen hatte, waren neue persönliche Bestzeiten herausgesprungen, wobei zwei Veranstaltungen herausragten. Als Jungjahrgang in der U20-Jugendklasse stellte er über 1000 Meter mit 2:29,96 Minten Anfang August in Kreuztal einen neuen Kreisrekord auf, dazu kamen – als Krönung – eine Woche später die zwei Auftritte bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Wattenscheid über seine „Schokoladenstrecke“ 800 Meter: Mit der neuen Kreisrekordzeit von 1:53,75 Minuten qualifizierte er sich nahezu sensationell für den Endlauf, in dem er tags darauf als glänzender Siebter noch einmal hervorragende 1:54,89 Minuten folgen ließ.

Und mit der siebtbesten Zeit steht der Bergstädter auch in der Liste der insgesamt 30 gemeldeten Läufer, die am Samstag ab 16.25 Uhr in der U20-Klasse die Vorläufe bestreiten werden, um sich für den Endlauf der besten Acht am Sonntag (12.10 Uhr) zu qualifizieren.

Ein Ziel, das Kalb normalerweise als realistisch ansehen würde, doch nach einer alles andere als optimalen Vorbereitung backt er kleinere Brötchen: „Mir fehlt quasi ein kompletter Monat. Im Oktober und November verlief das Wintertraining noch weitgehend plangemäß, doch dann haben mir Probleme an der Plantarsehne unter dem Fuß sowie am Knie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Den ganzen Dezember über habe ich mich mit Aquajogging fit gehalten, jetzt geht es zwar wieder, aber bei 100 Prozent bin ich noch längst nicht.“

Stärken und Schwächen

Umso positiver überrascht war er vom Ergebnis eines Leistungsdiagnostik-Tests am Sportkrankenhaus Hellersen, wo er aktuell nach einem Praktikum jetzt als Pflegehelfer jobbt: „Die Ausdauerwerte waren gut, da habe ich weniger verloren als gedacht. In punkto Tempohärte und Spritzigkeit fehlt aber noch einiges, dazu liegt mir das Laufen in der Halle mit den engen Kurvenradien nicht so.“

Immerhin, bei seinem bis dato einzigen Wettkampf in diesem Jahr reichte es Mitte Januar bei den Westfalenmeisterschaften über 800 Meter in der Männerklasse mit 1:56,68 Minuten zu einer persönlichen Hallenbestzeit, die er jetzt noch einmal toppen möchte. „Eine Zeit im Bereich von 1:55 Minuten sollte es schon sein. Am liebsten wäre mir, dass ein starker Kontrahent vorne weg ein gleichmäßig hohes Tempo läuft und ich mich dranhängen kann. Dann ist sogar der Endlauf möglich. Primäres Ziel ist aber erst einmal eine Hallenbestzeit“, so Kalb, der über den Sport hinaus noch einen ganz besonderen Wunsch hegt: dass irgendwann in den nächsten Wochen ein positiver Bescheid über einen Studienplatz für Medizin im Briefkasten liegt.

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