Schnell nun Kampfrichter-Obmann

Rummeld legt den Finger in viele Wunden

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Der FLVW-Kreisvorsitzende, die Leichtathletik-Jugendwartin und die beiden Vorzeige-Leichtathleten des Kreises: Zu Beginn des Kreis-Leichtathletik-Tages am Donnerstagabend am Nattenberg hatte der KLA-Vorsitzende Wolfgang Rummeld noch einmal die zahlreichen guten Resultate von Kugelstoßerin Alexandra Esser (TV Wiblingwerde) und Mittelstreckler Florian Kalb (LG Lüdenscheid) herausgestellt. Klaus Scharf (links) und Jugendwartin Bärbel Steffen (rechts) überreichten beiden bei den Ehrungen ein kleines Präsent.

Lüdenscheid - Ein neues Gesicht in der Führungsriege und so manche sehr offene Detailkritik an der aktuellen allgemeinen Lage: Der Kreisleichtathletik-Tag am Donnerstagabend im Jugendraum des Nattenberg-Stadions schaffte es, viel Inhalt in nur gut 60 Minuten zu packen.

An der Spitze der Leichtathleten im Kreis Lüdenscheid bleibt Wolfgang Rummeld. Der Werdohler wurde als Vorsitzender des Kreis-Leichtathletik-Ausschusses noch einmal für drei Jahre gewählt. Ein letztes Mal. „Danach stehe ich nicht mehr zur Verfügung, denn dann bin ich biblische 70 Jahre alt“, sagte Rummeld, „dann müssen es andere machen. Vielleicht die Leute, die heute alles besser wissen.“

Wiedergewählt wurden die Wiblingwerderin Gertraud Rüsch als Wettkampfwartin, die Werdohlerin Bärbel Steffen als Jugend- und Schülerwartin und auch Dirk Maximowitz aus Halver als Statistiker des Kreises. Neu im Ausschuss ist als Kampfrichter-Obmann Gerd Schnell von der LG Lüdenscheid. Der Job bleibt damit in der Familie: Gerd Schnell („Eigentlich wollte ich mit 70 Jahren gar kein Amt mehr übernehmen...“) tritt damit nämlich die Nachfolge seiner Tochter Stephanie Messing, die nicht erneut kandidierte, an.

Bevor gewählt wurde, hatte Wolfgang Rummeld einen Rechenschaftsbericht vorgelegt, der nicht verdächtig war, irgendetwas schönzeichnen zu wollen – im Gegenteil. Der Werdohler fand deutliche Worte für ganz unterschiedliche Facetten der Kreisarbeit. Zum Beispiel für das Leistungsniveau im Kreis. „In den Jugendklassen bis zur U20 habe ich in den Westfälischen Bestenlisten gerade fünf Nennungen aus dem Kreis gefunden“, sagte Rummeld, „bei den Älteren waren es dreimal so viele. Es sollte genau umgekehrt sein – vom Nachwuchs leben wir.“ Was die Förderarbeit angeht („Der Kreis kann hier nur die Rahmenbedingungen schaffen.“), so nahm er die Vereine in die Pflicht, regte zudem einmal mehr als Idee die Kräfte-Konzentration an einem Stützpunkt in Lüdenscheid an.

Indiskutable Resonanz bei der Kreismeisterschaft

Die Durchführung der Kreismeisterschaft 2015 bezeichnete Rummeld als problemfrei, die Resonanz mit klassenübergreifend 140 Startern aber als indiskutabel. „Wir haben ja schon die Lehren gezogen“, sagte Rummeld, „bei den Mehrkämpfen sind wir die Partnerschaft mit dem Kreis Iserlohn eingegangen, bei den Blockwettkämpfen mit Hagen und Iserlohn. Aber Blockwettkämpfe sind in unserem Kreis ja nicht gerade das Paradepferd.“

Lob gab es lediglich für die LG Lüdenscheid und ihre Ausrichtung der Westfälischen Senioren-Titelkämpfe am Nattenberg – gepaart mit Kritik: „Die Möglichkeiten am Nattenberg werden zu wenig genutzt“, sagte Rummeld, „warum bietet sich die LG Lüdenscheid nicht häufiger als Ausrichter für solche Meisterschaften an? Natürlich müsste man dafür dann die Stabhochsprung-Anlage auch wieder nutzbar machen.“

Weitere Kritikpunkte:

1. Die Kinderleichtathletik – Rummeld: „Sie ist verbesserungswürdig. Wir müssen uns nicht so stringent an Vorgaben halten, die Module sind flexibel.“

2. Die Kampfrichter-Situation – Rummeld: „Seit 2014 ist sie etwas entspannter, aber deshalb haben wir längst nicht genug Kampfrichter im Kreis.“

3. Vereins-Kooperationen – Rummeld: „Die Zusammenarbeit aller Vereine im Kreis ist bitter notwendig, aber die sehe ich hier nicht.“

"Krumme Strecken" gefallen Rummeld nicht

Eine Zusammenarbeit in Form eines großen, attraktiven gemeinsamen Sportfestes aller Vereine regte in diesem Kontext Hanni Riedel von der LG Lüdenscheid an. Ein solches Fest wird es aber wohl frühestens 2017 geben. Eine Nummer kleiner hatten LG Lüdenscheid und LG Halver-Schalksmühle für April ein gemeinsames Sportfest zur Vorbereitung auf die Freiluftsaison geplant – und ernteten dafür auch Kritik. „Bei der Ausschreibung bin ich fast vom Stuhl gefallen. Da sind in einem offiziellen Sportfest Wettbewerbe ausgeschrieben, die es gar nicht gibt. Das geht gar nicht“, stellte Wolfgang Rummeld fest. Das LG-Duo hatte vor dem Saisonstart auch ungewöhnliche Strecken wie die 150-Meter und 300-Meter mit ins Programm nehmen wollen.

Hanni Riedel wollte diese Kritik mit Verweis auf das stark besetzte jährliche Meeting in Pliezhausen, bei dem selbst EM-Kandidaten auf „krummen Strecken“ unterwegs sind, nicht recht verstehen. „Bei uns sollte es in der Saisonvorbereitung nur darum gehen zu sehen, wo man steht“, sagte Riedel. Rummeld empfahl, für diesen Zweck den Wettkampf als gemeinsames Training zu deklarieren. „Offiziell“, sagte Rummeld ganz klar, „ist so etwas nicht möglich.“

Hallen-Kreismeisterschaft: Warten auf Frank Körbi

Ob es in dieser Wintersaison Hallen-Meisterschaften im Leichtathletik-Kreis Lüdenscheid geben wird, ist weiter offen. Als Ausrichter hatte sich wie im Vorjahr die LG Halver-Schalksmühle bereiterklärt. Auch der Termin ist konkret ins Auge gefasst worden: Am 13. März sollte der Wettkampf in der Sporthalle Mühlenstraße in Halver über die Bühne gehen. Das Problem: An diesem Tag sind ein E- und ein D-Jugend-Handballspiel des TuS Grünenbaum angesetzt. „Ich habe inzwischen in vier E-Mails beim Verein angefragt“, stellte Dirk Maximowitz fest, „aber noch keine Antwort erhalten.“ Ob Grünenbaums Handball-Abteilungsleiter Frank Körbi den Leichtathleten entgegenkommen wird, ist weiter unklar. „Wenn die Handballer die Halle nicht freigeben“, sagte Wolfgang Rummeld, „dann wird es in diesem Jahr keine Hallen-Kreismeisterschaft bei uns geben.“

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