Leichtathletik

Kalb läuft in Rostock neue Bestzeit

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„Es ist blöd gelaufen. Ich bin leider nervös geworden und hatte technische Fehler“, sagte Franziska Folz nach dem Diskuswerfen der weiblichen Jugend U20 bei den nationalen Meisterschaften in Rostock. 

Rostock - Es waren beachtliche Gefühls-Kontraste, die beim Trio aus dem märkischen Südkreis am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten in Rostock anzutreffen waren. Richtig gute Laune hatte eigentlich nur Florian Kalb – und das nicht ohne Grund. Kalb war der einzige, für den es an der Ostsee richtig rund lief.

Der Mittelstreckler aus Lüdenscheid hatte an der Kopernikusstraße im Schatten des Ostsee-Stadions seine 1000-Meter-Bestzeit auf einen Schlag um rund fünfeinhalb Sekunden verbessert. Mit der 3 x 1000-Meter-Staffel der LAV Tübingen war der Student bei den in die U20-Meisterschaft eingebetteten Staffel-Titelkämpfen der Männer auf Rang neun gelaufen. 

Dass die Staffel-Bestzeit dabei auch pulverisiert wurde, versteht sich angesichts der Kalb-Verbesserung von selbst. In 7:30,37 Minuten war das Tübinger Trio – neben Kalb noch Michael Wörnle und Robert Baumann – vor zwei Wochen bei den Deutschen U23-Mannschaften zu Staffelsilber gelaufen. Diesmal kamen die Tübinger nach 7:22,97 Minuten ins Ziel. Kalbs handgestoppte Zeit über die 1000-Meter lag etwa bei 2:24,50 Minuten, seine Bestzeit bisher: 2:29,97 Minuten. Klar, dass danach gut gelaunt der Saisonabschluss am Strand gefeiert werden durfte. 

Als „brutal gut“ bewertete Kalb den Auftritt der Tübinger im Feld der ganz Großen auf nationaler Ebene in der Hansestadt. Als Schlussläufer durfte sich der Lüdenscheider auf den zweieinhalb Stadionrunden mit gleich vier Läufern messen, die für Deutschland Anfang August bei der EM in Berlin laufen werden. Das gelang ihm exzellent, auch wenn er weite Teile ganz alleine laufen musste. 

„Wir haben gezeigt, dass wir da ganz gut mitlaufen können“, freute sich Kalb sichtlich über Rang neun – mit der elftbesten Vorleistung hatten sich die Tübinger neben einer Bestzeit auch den Sprung in die „Top 10“ zum Ziel gesetzt. Ziel erfüllt! Den Titel holte sich die LG farbtex Nordschwarzwald II, für die EM-Starter Timo Benitz den Spurt eindrucksvoll gewann (7:14,82). Auf die Treppchenplätze schafften es außerdem die StG Erfurt-Jena (7:15,02) und Titelverteidiger LG Braunschweig (7:15,39). 

Auf ein versöhnliches Ende der Deutschen U20-Meisterschaften hatte bei den Staffeln auch Luis Vieweg aus Meinerzhagen gehofft. Für den dreifachen NRW-Meister im Sprint allerdings war Rostock an diesem Wochenende kein gutes Pflaster. Nach dem Zwischenlauf-Aus über die 100 Meter am Freitag (wir berichteten), als ihm der Gegenwind einen Streich gespielt hatte, brachte sich am Sonntag die Staffel der LG Kindelsberg-Kreuztal selbst um alle Chancen. 

Wechsel von Knoche auf Vieweg klappt nicht

Direkt der erste Wechsel von Julius Knoche auf Vieweg klappte nicht. „Eigentlich war alles in Ordnung, aber Luis hat den Stab nicht in die Hand bekommen“, stellte Trainer Adalbert Roßbach fest, „es war ein Anfängerfehler unserer Staffel.“ Bitter war der Fehler auch deshalb, weil das Quartett aus dem Siegerland im Endlauf wohl sogar Medaillenchancen gehabt hätte. Die Staffel der LG Brillux Münster lief in Rostock auf Rang vier. „Die haben wir bisher noch immer geschlagen“, stellte Roßbach fest. 

Mit diesem Fauxpas allerdings will sich die LG-Staffel nicht in die Sommerpause verabschieden. Das Quartett hat verabredet, am Dienstagabend beim Ferien-Sparkassen-Sportfest in Kreuztal noch einmal eine schnelle Zeit zu laufen. Für Vieweg steht zudem ein Start über die 200 Meter im Raum. 

Nach guten Leistungen in den vergangenen Wochen und Monaten sollten die nationalen Titelkämpfe an der Ostsee für die Wurf- und Stoßspezialistin Franziska Folz der Höhepunkt der Freiluftsaison werden, am Samstagnachmittag aber überwog bei der für den TV Wattenscheid startenden Altenaerin die Enttäuschung. „Es ist blöd gelaufen. Ich bin leider nervös geworden und hatte technische Fehler“, sagte die 18-Jährige nach dem Diskuswerfen der weiblichen U20. 

16. Platz für Franziska Folz

Drei konstante Würfe über die 40-Meter-Marke hatte sich „Franzi“ im Vorfeld vorgenommen und trotz starker Konkurrenz insgeheim auf den Einzug in den Endkampf der besten Acht gehofft. „Der erste Versuch war noch ganz gut“, meinte die Burgstädterin, für die 39,76 Meter notiert wurden. Mit Blick auf die Weiten der Konkurrentinnen war jedoch schnell klar, dass Folz für den Einzug in den Endkampf schon in die Nähe ihrer persönlichen Bestleistung von 43,24 Metern kommen musste. 

Doch das misslang, die Versuche zwei und drei gerieten zu kurz. „Ich habe sie selbst ungültig gemacht“, betonte die Altenaerin, die sich mit Rang 16 begnügen musste. Den DM-Titel sicherte sich Leia Braunagel (Baden-Baden) mit 49,17 Metern. 

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