Esser und Kalb bei „Deutschen“ in Jena

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Kugelstoßerin Alexandra Esser, hier bei den nationalen Titelkämpfen im Vorjahr, fährt bestens vorbereitet nach Jena. Das Erreichen des Endkampfes wäre für die 18-Jährige ein voller Erfolg.

Kreisgebiet - In Jena finden am Wochenende die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Jugend statt. Mit dabei aus dem Kreis Lüdenscheid: Mittelstreckler Florian Kalb und Kugelstoßerin Alexandra Esser.

Es waren ihre persönlichen sportlichen Highlights im Vorjahr: Sowohl Mittelstreckler Florian Kalb (LG Lüdenscheid) über 800 Meter als auch Alexandra Esser (TV Wiblingwerde) im Kugelstoßen glänzten bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Wattenscheider Lohrheide-Stadion mit nicht erwarteten siebten Plätzen. Und auch in diesem Jahr haben sich die beiden Lüdenscheider für die Jugend-DM qualifiziert (jeweils in der U20-Klasse), die von heute bis Sonntag im traditionsreichen Ernst-Abbe-Sportfeld im thüringischen Jena über die Bühne gehen werden.

Kalb hat in 2015 bereits zweimal bei nationalen Titelkämpfen Luft geschnuppert: Bei der Junioren-DM in Wetzlar unterbot er Mitte Juni mit 1:55,48 Minuten die geforderte Norm, zudem war er am vergangenen Wochenende Mitglied der 4x400 m-Staffel der LG Lüdenscheid, die in Nürnberg in der U20-Klasse Rang 17 belegte.

Kalb 2015 noch eine persönliche Bestzeit

Insgesamt ist die Saison für den 19-Jährigen bisher aber nicht nach Wunsch gelaufen. Größere (Bänderriss) und kleinere Verletzungen sorgten immer wieder für eine Unterbrechung des normalen Trainingsrhythmusses, zudem fordert auch die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger für den letztjährigen Abiturienten ihren Tribut. „In der Summe bin ich in diesem Jahr noch keine persönliche Bestzeit gelaufen, egal über welche Distanz. Wenigstens in den letzten Wochen aber konnte ich richtig gut trainieren. Von daher habe ich den Anspruch an mich, dass ich im Vorlauf eine neue Bestzeit laufe. Und wenn ich das schaffen sollte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich dann auch den Endlauf erreiche“, hat sich Kalb ein hohes Ziel gesetzt, obwohl er im der Feld der 19 Teilnehmer nur mit der 17. schnellsten Zeit gemeldet ist

Wohl auch aus der Erfahrung heraus, dass er zumindest in den Vorjahren zu den Saisonhöhepunkten nahezu immer topfit war und seine beste Leistung abrufen konnte. Das war auch in Wattenscheid der Fall, als er bereits im Vorlauf in 1:53,75 Minuten einen neuen Haus- und Kreisrekord aufstellte, den es jetzt zu knacken gilt.

Ein gutes Gefühl bei Alexandra Esser

Gemeinsam mit Trainer Johannes Riedel bricht Kalb am Freitagmittag auf, um sich schon am Abend mit den Gegebenheiten im Stadion vertraut zu machen. Am Samstag ab 11.25 Uhr stehen dann die Vorläufe an, im Falle der Qualifikation für den Endlauf würde dann am Sonntag um 13.35 Uhr der zweite Einsatz folgen.

Alexandra Esser tritt die rund 380 Kilometer lange Tour gemeinsam mit ihren Eltern, Trainerin Gertraud Rüsch und mit einem richtig guten Gefühl an. Die 18-Jährige weiß nach ihrem tollen siebten DM-Platz aus dem Vorjahr (damals noch in der U18-Klasse), was sie erwartet: Etliche Zuschauer, gute Stimmung und eine Konkurrenz im Kugelstoßring, die auf nationaler Ebene stärker nicht sein könnte. Jetzt startet sie mit der 4 Kilogramm schweren Kugel in der U20-Klasse – sollte am Ende wieder Platz sieben herausspringen, wäre das ihr ganz persönliches Sommermärchen. „Es wäre super schön, wenn ich den Endkampf erreichen würde. Und ich könnte es auch schaffen“, sagt das größte heimische Talent in den Wurf- und Stoßdisziplinen.

Die Bergstädterin hat die 14 Konkurrentinnen, mit denen sie sich am Sonntagmorgen ab 11.05 Uhr messen wird, und deren Weiten genauer unter die Lupe genommen. Mit ihrer im Juni in Wetzlar erbrachten Vorleistung von 12,44 Metern wird die TVW-Athletin auf Rang zwölf geführt. Bis zum achten Platz, der noch zur Teilnahme am Endkampf berechtigen würde, sind es aber keine Welten, sondern rund 80 Zentimeter. „Es ist möglich“, richtet Esser den Blick voraus. Ihren Optimismus zieht sie aus dem intensiven Training der vergangenen drei Wochen, in der sie mit Gertraud Rüsch fast täglich an der in diesem Jahr umgestellten Technik feilte. „Wir haben auch sehr viel an der Schnellkraft gearbeitet“, so Esser, die eine Weite von 12,90 stoßen möchte und selbst die 13-Meter-Marke nach den letzten Eindrücken nicht für unmöglich hält. Die guten Trainingsleitungen gilt es jetzt bis Jena zu konservieren.

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