Vorsichtiger Neustart

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Vorsichtiger Neustart mit den Wiblingwerder Leichtathleten: Gertraud Rüsch. 

Wiblingwerde – Wie in anderen Vereinen, so kam auch bei der Leichtathletik-Abteilung des TV Wiblingwerde mit Beginn der Corona-Pandemie der geregelte Trainingsbetrieb gänzlich zum Erliegen. Was aber nicht heißt, dass die Aktiven seit Mitte März gänzlich untätig gewesen sind. „Jeder hat im Rahmen dessen, was ihm möglich war, etwas für sich gemacht. Laufen in der Nähe des Wohnortes, Gymnastik in den eigenen vier Wänden, ich gehe seit dem Ausbruch zudem jeden Tag eine bis eineinhalb Stunden spazieren“, gibt TVW-Trainerin Gertraud Rüsch einen Einblick.

Die ganz harte Phase hatte mit den ersten Lockerungen indes ein Ende, seit Mitte Mai hat die 72-Jährige die Übungsarbeit auf dem Sportplatz wieder aufgenommen, dazu Listen der Teilnehmer erstellt, die ständig aktualisiert werden.

„Ich habe damals mit fünf Aktiven angefangen, die ich vorher angerufen hatte, beim zweiten Mal waren es sieben, mittlerweile zehn. Sie alle wollten, waren heiß darauf, wieder leichtathletikspezifisch zumindest in einem kleineren Kreis, aber natürlich unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregelungen etwas zu machen“, wird jeweils dienstags und freitags auf dem Sportplatz wieder gelaufen, gesprungen und geworfen.

Und gerade bei Kugel, Diskus und Speer gelten besondere Bedingungen: Um das jeweilige Gerät nicht nach jedem Wurf desinfizieren zu müssen, hat jeder Athlet sein eigenes, markiertes Wurfgerät, das nur noch vor und nach dem Training desinfiziert werden muss. War aus diesem Kreis der jüngste Teilnehmer zwölf Jahre alt, so ist am Mittwoch vergangener Woche auch der Übungsbetrieb für Jüngere (8 bis 11 Jahre) wieder angelaufen.

Mit vier Kindern ging es los, bei entsprechendem Interesse kann die Gruppe aber auch wieder größer werden. Und auch die angrenzende Halle – insbesondere bei schlechtem Wetter – kann seit dieser Woche wieder genutzt werden. Für Teile der Gruppen soll auch während der Sommerferien durchtrainiert werden, für Wettkämpfe sieht Gertraud Rüsch allerdings eher schwarz: „Ich weiß zwar, dass der Verband für September und November noch mit vier Westfalenmeisterschafts-Veranstaltungen geplant, mir aber fehlt momentan der Glaube, dass in diesem Jahr noch etwas stattfinden kann. Für mich persönlich hätten im Juli als Höhepunkt noch die Deutschen Seniorenmeisterschaften in Zittau angestanden, die aber schon Mitte April abgesagt worden sind. Auch in meiner Funktion als Wettkampfwartin im Kreis Lüdenscheid bin ich wenig zuversichtlich, dass noch Veranstaltungen ausgetragen werden können.

Letztlich aber bleibt es dabei, dass wir einfach abwarten müssen, wie sich die Lage bezüglich Corona entwickelt.“ Vor dem Hintergrund, dass in einer Sportart, die in den letzten Jahren ohnehin mit Nachwuchssorgen zu kämpfen, eventuell bis zum Jahresende nur trainiert wird und keine Wettkämpfe stattfinden können“, will Rüsch dennoch nicht zu schwarz sehen und befürchtet keinen weiteren Aderlass: „Wer wirklich Leichtathlet ist, der bleibt dabei. Wobei es für uns als eher kleiner Verein natürlich einfacher ist, ganz langsam in Richtung Normalität zurückzukehren als zum Beispiel die LG Lüdenscheid.“

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