Eishockey

Lean Bergmann nimmt für die WM die Strapazen im Vorfeld gerne in Kauf

Eishockey-Portrait Lean Bergmann
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Freut sich riesig auf die WM: Lean Bergmann.

Die Eishockey-WM beginnt für das deutsche Team in Riga mit dem Spiel gegen Italien. Lean Bergmann aus Hemer freut sich riesig auf das WM-Abenteuer.

Riga/Hemer – Der Startschuss fällt am Freitagnachmittag. Um 15.15 Uhr beginnt für Deutschlands Eishockey-Nationalmannschaft mit dem ersten Turnierspiel gegen Italien das Abenteuer Weltmeisterschaft im lettischen Riga.

Ein Roosters-Spieler ist nicht in der DEB-Auswahl. Weder Verteidiger-Neuzugang Simon Sezemsky noch Torhüter Andy Jenike haben den Sprung in den finalen Kader geschafft, dafür aber zumindest ein waschechter Märker: der Hemeraner Lean Bergmann.

Der 22-Jährige wurde gemeinsam mit Tobi Rieder und Leon Gawanke, zwei anderen deutschen US-Profis, vor fünf Tagen für den DEB-Kader nominiert und musste gleich eine kleine Weltreise hinter sich bringen.

Lean Bergmann nimmt für die WM die Strapazen im Vorfeld gerne in Kauf

Vom Ort seines letzten Matches in Nordamerika, Las Vegas, machte sich Bergmann über Houston/Texas auf nach Riga. Ein Megatrip in Zeiten, in denen es eben nicht mehr so leicht ist, in kürzester Zeit um die halbe Welt reisen zu können. Für Bergmann aber waren weder die Reisestrapazen noch die zu Beginn verpflichtende Einzel-Hotel-Quarantäne noch die jetzt anstehenden „Bubble-Tage“ in Riga zwischen Hotel und Arena ein Grund, die Teilnahme an der WM abzusagen.

„Für mich stellt sich überhaupt nicht die Frage, ob ich möchte oder ob ich kann. Wenn ich eingeladen bin, dann komme ich auch, egal, wie die Umstände sind. Für mich ist das kein Opfer, das ich bringe nach einer langen Saison. Für mich ist das ein Privileg“, sagt Bergmann. Neben der NHL war die Nationalmannschaft schon immer der Traum seines sportlichen Lebens. „Hier dabei zu sein, ist etwas Besonderes, etwas, was mich stolz macht.“

Ein schwieriges Jahr mit den San Jose Sharks

Gerade nach dieser letzten Saison ist die Teilnahme an der WM für Bergmann vielleicht auch die Chance, einen besonderen Abschluss einer herausfordernden Spielzeit zu finden, die sein Spiel völlig verändert hat. Nach der vergangenen für San Jose, Bergmanns NHL-Team, so schlechten Saison und dem letzten Platz in der NHL versprachen die Teamverantwortlichen dem Hemeraner mehr als sie hielten. Er kämpfte trotzdem weiter, versuchte Tag für Tag sein Bestes zu geben.

„Ich hatte mir deutlich mehr vorgenommen. Ich kann eigentlich nur die positiven Momente mitnehmen, die Momente, in denen ich etwas ganz Anderes gespielt habe als vorher: sehr viel defensiv, viel Unterzahl. Gerade in diesem Bereich habe ich mich deutlich verbessert“, sagt der Stürmer.

Am Ende der Saison standen nach 32 AHL-Spielen mit dem Sharks-Farmteam San Jose Barracuda zwei Treffer und fünf Assists – und die beste Plus/Minus-Bilanz seit Jahren. „Fakt ist, dass ich viel gelernt habe, was mir in der Zukunft helfen kann.“ Zum Schluss belohnten die Sharks Bergmann noch mit seinem 13. NHL-Spiel. Zwar verloren die Kalifornier 0:6 in Las Vegas, trotzdem könnte man es als Dankeschön betrachten. Auch deshalb, weil sie Bergmanns Wunsch, schon in der Nationalmannschaftsvorbereitung mit dem deutschen Team aufs Eis zu gehen, eine Absage erteilt hatten.

Für mich stellt sich überhaupt nicht die Frage, ob ich möchte oder ob ich kann. Wenn ich eingeladen bin, dann komme ich auch, egal, wie die Umstände sind. Für mich ist das kein Opfer, das ich bringe nach einer langen Saison. Für mich ist das ein Privileg!

Lean Bergmann über sein WM-Engagement

Jetzt aber ist er in Riga eingetroffen. Drei Tage stand er mit dem Team auf dem Eis, bevor es nun gegen die Italiener losgeht. Es ist eine WM unter besonderen Vorzeichen und ohne Absteiger. Das nimmt allen den Druck und steigert die Hoffnung. Ziel des deutschen Teams ist es, mindestens das Viertelfinale zu erreichen.

Insgeheim aber hofft man mit guter mannschaftlicher Geschlossenheit vielleicht auch mal eine Überraschung zu schaffen – Weltmeister zu werden. Weil die allermeisten NHL-Profis fehlen, könnte es, ähnlich wie bei Olympia 2018, eine Chance dazu geben.

Bergmann selbst will vor allem möglichst viel Eiszeit kriegen und ist, was das Team angelangt, selbstbewusst: „Ich glaube, dass wir die Qualität haben, um lange mitzuspielen. Ich glaube auch, dass die Spieler, die in diesem Jahr bei der WM sind, vom Niveau sehr nah beieinander sind. Das eröffnet Chancen“, sagt Bergmann. Die gilt es nun, vom ersten Match an auch zu nutzen.

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