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Laufende Hilfe: „Conny-bewegt“-Spendenlauf bringt 1550 Euro ein

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Von: Axel Meyrich

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Das „Conny-bewegt“-Team der Halveraner Lauftrainerin Conny Kewitsch war stark vertreten an der Lingesetalsperre.
Das „Conny-bewegt“-Team der Halveraner Lauftrainerin Conny Kewitsch war stark vertreten an der Lingesetalsperre. © Meyrich, Axel

Die Lingesetalsperre, gelegen auf der Grenze zwischen Märkischem und Oberbergischem Kreis, ist ein idyllisches Stückchen Erde. An diesem Samstagmorgen ist am DLRG-Heim allerdings mehr los als üblich. Start und Ziel des „Conny bewegt“-Spendenlaufs befinden sich hier in unmittelbarer Ufernähe, direkt gegenüber des Campingplatzes Lingese.

Märkischer Kreis - Die Spendenläufe der Halveraner Lauftrainerin sind in der Läuferszene inzwischen bekannt. Das Prinzip ist einfach: Man trifft sich, läuft eine bestimmte Distanz und füttert ein großes Sparschwein für einen guten Zweck. Mehrere 1000 Euro für soziale Zwecke sind so in der Vergangenheit zusammengekommen, der Kreis der Läuferinnen und Läufer wird jedes Jahr größer.

Der Run auf die 2022er-Auflage war eigentlich ein besonders intensiver. Bei 60 Voranmeldungen wurden die Listen geschlossen. Dass am Ende des Tages gleich 14 coronabedingte Absagen erfolgten – auch das gehört in dieser Zeit irgendwie dazu.

Dennoch gab’s an der Lingese jede Menge gute Laune auf den Strecken zwischen fünf und 25 Kilometern um den See. Eine Runde ist circa fünf Kilometer lang. Und es war läuferische Prominenz am Start. Jörg Heiner zum Beispiel. Der Ultralangstreckler der SG Wenden ist amtierender Deutscher Meister über die 50 Kilometer in der Altersklasse M45. In Wolfenbüttel hatte sich Heiner im Mai in der Zeit von 3:12:45 Stunden den nationalen Titel gesichert. Von der Lingesetalsperre und dem Spendenlauf zeigt sich der sympathische Spezialist für lange Strecken hellauf begeistert. „Eine tolle Runde“, sagt Heiner bei einem kurzen Zwischenstopp, „schönes Profil, guter Untergrund, tolle Landschaft, super Leute...“ Und weiter geht’s auf die nächste Runde. Diesmal nicht auf der Jagd nach Bestzeiten oder Titel, sondern zusammen mit einem Teil der „Conny-bewegt“-Truppe.

Als „Heartbeat-Runner“ kennt man in der Szene Björn Picker. Der 42-Jährige läuft seit beinahe 20 Jahren mit einem Herzschrittmacher, nachdem er sich im Alter von 22 Jahren eine Herzmuskelentzündung zugezogen hatte. „Trotz Erkältung weitertrainiert, ich war jung...“, berichtet Picker, der seit zwei Jahren Spenden für herzkranke Kinder sammelt. Rund 10 000 Euro sind es mittlerweile.

Es ist die Hilfe, das soziale Engagement, die neben der Liebe zum Ausdauersport an diesem Tag im Mittelpunkt stehen. Die Nordic-Walker Julia Delsemme und René Jaeschke sind extra aus Simmerath angereist. „Wir haben uns im vergangenen Jahr in einer Eimerkette im Ahrtal kennengelernt“, berichtet Conny Kewitsch – auch das eine Geschichte, die irgendwie typisch ist für die Halveranerin. Die Spendengelder des 2021er-Laufes nämlich waren in die vom Hochwasser so beispiellos heimgesuchte Ahr-Region gegangen. Mehrfach war das „Conny-bewegt“-Team seitdem in den betroffenen Städten und Gemeinden, um Hilfsgüter zu bringen und mit anzupacken.

Ich habe so ein tolles Team zusammen – wir werden 2023 auf jeden Fall weitermachen...

Conny Kewitsch

Geholfen wird auch mit dem Erlös des diesjährigen Laufes. Beim gemeinsamen Pizza-Essen mit ihrem Team, das hat inzwischen Tradition nach einem Spendenlauf, wurde das Spendenschwein geleert. Stolzes Ergebnis: 1550 Euro sind diesmal zusammengekommen. Ohne jegliche Abzüge wird dieses Geld weitergereicht. 250 Euro gehen an die DLRG-Ortsgruppe Marienheide zur Förderung der Jugendarbeit, 1300 Euro bekommen die „Helfenden Hände Oberberg“. Die in Gummersbach ansässige Organisation (www.helfende-haende-oberberg.de) unterstützt Familien mit schwerkranken Kindern, versucht, finanzielle Engpässe aufzufangen, hilft bei der Zusammenarbeit mit Behörden, Krankenkassen, Kliniken und Ärzten und erfüllt womöglich letzte Wünsche der lebensbedrohlich erkrankten kleinen Patienten.

„Ich kann nur ‘danke’ sagen, an alle Herzensmenschen, die gelaufen sind und gespendet haben“, war Conny Kewitsch nach dreieinhalb Stunden Spendenlauf gerührt ob des Ergebnisses. „Ich habe so ein tolles Team zusammen – wir werden 2023 auf jeden Fall weitermachen...“

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