FSV Werdohl wohl monatelang ohne Sander

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Bartos Mura (rechts) und die FSV Werdohl waren der SpVg Olpe am Sonntag klar unterlegen und müssen mit dem langfristigen Ausfall von Kapitän Manuel Sander einen weiteren Rückschlag verkraften.

Werdohl - Am Tag nach der 0:5-Klatsche gegen die SpVg Olpe sprach Trainer Marco Sadowski von der FSV Werdohl die Schwächen an, nahm seine Spieler wegen der prekären personellen Lage aber auch in Schutz – und muss mit Kapitän Manuel Sander einen Leistungsträger mutmaßlich monatelang ersetzen.

Ungewohnt ruhig verhielt sich der Werdohler Trainer, der ansonsten für sein durchaus engagiertes Coaching bekannt ist, am Sonntag an der Seitenlinie. „Irgendwann hast du als Trainer ein Gefühl dafür. Es gibt Tage, an denen du frühzeitig anerkennen musst, wie gut der Gegner ist“, räumte Sadowski ein, dass wohl auch die klügsten Zwischenrufe seinerseits gegen diese Olper verpufft wären.

Und so ist der Coach „zwiegespalten“, wie er selbst sagt. Zwar weiß er um die lange Ausfallliste in seinem Kader, doch ist die nur eine von mehreren Erklärungen dafür, dass die FSV gegen den Titelkandidaten aus den Nachbarkreis zu keinem Zeitpunkt ein ebenbürtiger Konkurrent war. „Ein bisschen mehr Gegenwehr hätte ich mir schon gewünscht“, gab Sadowski zu, auch wenn dennoch eine gute Elf auf dem Platz gestanden habe.

Mit etwas mehr Engagement in den Zweikämpfen hätte sich der ein oder andere pfeilschnelle Vorstoß der Olper über die Außenpositionen vielleicht verhindern lassen. Denn genau die dienten dem Team von Trainer Ottmar Griffel als das Instrument schlechthin, um die Werdohler Defensive auszuhebeln: Vier der fünf Treffer fielen auf diese Weise.

Sadowski wusste um diese Qualität, war darum vom üblichen 4-2-3-1-System abgewichen und hatte seine Elf in einem 4-4-2 mit zwei flachen Viererketten angeordnet. „Das hat nicht funktioniert. Das nehme ich auf meine Kappe“, meinte der FSV-Trainer.

An diesem aus Werdohler Sicht gebrauchten Tag passte es ins Bild, dass noch eine Hiobsbotschaft hinzu kam. Kapitän Manuel Sander verletzte sich bei einem Ausfallschritt – vorläufige Diagnose: Verdacht auf Bizepssehnenriss. Sollte sich dies bestätigen, müsste Sander knapp drei Monate pausieren. Gegen Olpe ersetzte ihn Robert Bierkoch, der sich nach seinem außersportlichen Unfall erst kurzfristig Samstagabend fit meldete, obwohl er bis dato nicht trainiert hatte. Fälle wie ihn meint Sadowski, wenn er mit Blick auf die kommenden Wochen fordert: „Die, die da sind, müssen in die Bresche springen.“

Der Saisonstart ist also vorerst im Eimer. „Wir wollen die Ruhe bewahren“, sagt Sadowski zwar. Doch sein nächster Satz verrät, dass er die Gefahr eines Absturzes erkannt hat: „Ich warne davor, den Anschluss zu verlieren.“ - Von Christian Müller

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