Einfach Erleichterung pur bei der HSG Lüdenscheid

Erleichterung pur: HSG-Trainer Davor Fath. - Fotos: Hellwig

Lüdenscheid - Der Trainer strahlte wie das berühmte Honigkuchenpferd, fiel jedem Spieler um den Hals und bedankte sich. Ein Bild zuletzt nicht mehr erlebter Harmonie im Lager des Landesligisten HSG Lüdenscheid. Ein 22:21-Erfolg beim vermeintlichen Spitzenklub TuS Wellinghofen machte es möglich.

Von Jörg Hellwig

„Das war so bitter nötig, nachdem es in dieser Woche richtig geknallt hat“, waren dem sportlichen Leiter Reinhard Grünefeld in der Sporthalle Wellinghofen gleich Tonnenlasten vom Hals gefallen.

Coach Davor Fath, der sich nach dem Heimpleite gegen den Lokalrivalen SGSH II und bis dato überwiegend enttäuschenden Leistungen auch selbst in Frage gestellt hatte, schwebte förmlich überglücklich über das Parkett.

Und dass es seine Mannschaft nach einem Traumstart (12:6, 19.) noch so unnötig spannend gemacht und für eine halbe Stunde völlig den Faden verloren hatte (15:17, 49.) war dem Kroaten am Sonntag völlig egal.

„Hauptsache, wir haben die beiden Punkte. Und dass es so knapp war und der Erfolg am seidenen Faden hing, macht ihn doch nur noch viel süßer“, hätte der zuletzt in die Kritik geratene Coach am Sonntag wohl die halbe Welt umarmen können: „Hier hat die Mannschaft gezeigt, was sie kann. Das wollen wir sehen“, freute sich der Trainer, derweil Grünefeld noch die sportliche Krisenwoche Revue passieren ließ:

„Da ist viel geredet worden von alternativen Konzeptionen und über den Trainer, aber vielfach von denjenigen, bei denen Einstellung und Leistung nicht gestimmt haben. Dabei meine ich nicht den Einsatz im Spiel, sondern was die Bereitschaft zum Training und die Ernsthaftigkeit angeht. Aber wir gehen jetzt einen geraden Kurs: Nur wer mitzieht, bleibt bei der HSG an Bord“, bekräftigte „Grüni“, dem die vergangenen sieben Tage sichtlich an die Nieren gegangen waren, nochmals die Klubvorgabe für die Restspielzeit weiter unter Trainer Davor Fath.

Die Reaktion von Wellinghofen pro Trainer war jedenfalls beeindruckend: Kahlstadt torgefährlich wie nie, Jaschke im spektakulären Formanstieg, im Dauereinsatz beißende Außen Niegetiet und Füller, ein zum Schluss wieder zündender Walter, vor allem aber unglaublicher Einsatzwillen auf allen Positionen. Und selbst wenn im Angriff nichts rund lief zwischen Minute 19 und 49: Das Rücklaufverhalten war klasse und die Abwehr wurde mit jenen „zusätzlichen schmerzenden Schritten“ (Fath), die nötig sind, um den Gegner entscheidend zu stören, zum Erfolgsgaranten.

Auch wenn der TuS der HSG mit seinem ebenfalls stark fehlerbehaftetem Angriffsspiel und einer Handvoll misslungener Gegenstoßpässe des zwischen den Pfosten so überzeugenden Fuhr regelrecht in die Karten spielte: Der HSG war’s völlig schnurz: Der Sieg ist Balsam auf die Wunden und bietet die Chance für den Neuanfang im neuen Jahr.

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